Grafenberg (Düsseldorf)

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Wappen der Landeshauptstadt Düsseldorf
Grafenberg

Stadtteil der Landeshauptstadt Düsseldorf
Führt kein Wappen.svg
Lage im Stadtgebiet
Basisdaten [1]
Geograph. Lage   51° 14′ N, 6° 49′ O51.2408333333336.8247222222222Koordinaten: 51° 14′ N, 6° 49′ O
Fläche   0,94 km²
Einwohner   5.509 (Stand 31. Dezember 2013)
Bevölkerungsdichte   5.861 Einwohner je km²
Stadtbezirk   Stadtbezirk 7
Stadtteilnummer   072
Verkehrsanbindung
Bundesstraße   B7
Straßenbahn   703 709 712 713 719
Buslinie   730 733 894
Nachtverkehr   NE 2 NE 4 NE 5 810

Grafenberg ist ein östlicher Stadtteil Düsseldorfs, am Fuße der Ausläufer des Bergischen Landes. Grafenberg ist mit 5481 Einwohnern auf 0,94 km² der kleinste Stadtteil im Stadtbezirk 7 und nach der Carlstadt und der Altstadt der drittkleinste Stadtteil der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens. Er zieht sich an der Grafenberger Allee entlang bis zum Staufenplatz im Osten. Zum Teil ist die Abgrenzung zu den benachbarten Stadtteilen auch Einheimischen nicht immer geläufig.

Abgrenzungen zu den Nachbarstadtteilen[edit]

Überwiegend als Wohngegend genutzt, ist der Stadtteil wirtschaftlich gesehen von untergeordneter Bedeutung.

Allerdings liegen direkt jenseits der Stadtteilgrenzen in Flingern-Nord die Zentrale der Metro AG, die Haupt-Arbeitsagentur, das Thyssen Trade Center, viele Bürobauten und auch das Wohnbaugebiet Grafental.[2] Gefühlsmäßig werden diese Standorte von vielen Düsseldorfer dennoch Grafenberg zugerechnet.

Fälschlicherweise werden auch der Grafenberger Wald, die Galopprennbahn und das Landeskrankenhaus Düsseldorf in diesem Stadtteil vermutet; tatsächlich liegen sie aber im benachbarten Düsseldorf-Ludenberg.

Namen[edit]

Der Namen Grafenberg ist nicht die historische Bezeichnung für den bewaldeten Hügel, vor dem der Stadtteil Grafenberg liegt und der dessen Namensgeber ist. In einer Urkunde von 1282 schenkte die Äbtissin Gertrudes von Neukirchen vom Gerresheimer Stift dem Konvent ein Grundstück beim „Walde Godesberg“.[3] Godesberg oder auch Godesbusch war damit die alte und ursprüngliche Bezeichnung für den Höhenzug. Die Bezeichnung Godesberg ist nach Ansicht von Historikern ein Hinweis auf alte germanische Kultstätten in fränkischen Siedlungsgebieten, die für Wodan angelegt worden waren.[4] Die nächste Urkunde stammt von 1360. In dieser wird der Edelherr „Haick von Flingern“ mit dem Wald Godesberg belehnt und zu dessen „Waldgrafen“ ernannt. Damit begann vermutlich nun die Abwandlung des Wortes Godes über Groben zu Graf.[5] Die Bezeichnung „Grobenberg“ wird in einer Urkunde von Kurfürst Philipp Wilhelm verwendet. In dieser wurde 1668 dem Jesuitenvollegium in Düsseldorf auf dem „Groben Berg“ ein Haus geschenkt.[6] Die aktuelle Bezeichnung Grafenberg wurde erst nach Ende des 17. Jahrhunderts üblich.

Geschichte[edit]

Wie im vorstehenden Kapitel angeführt, bezieht sich die Namensgebung für den Stadtteil Grafenberg auf den bewaldeten Höhenzug vor dem dieser liegt. Die mittelalterliche Grenze zwischen dem Amt Düsseldorf und dem Amt Mettmann lag damals im Bereich der heutigen Grenze zwischen den Stadtteilen Ludenberg und Grafenberg.[7] Zu dieser Zeit endete die „Flinger Mark“ und damit Düsseldorf am bewaldeten Godesberg und das Gebiet des heutigen Stadtteils Grafenberg gehörte ursprünglich zu Flingern.[3]

Grafenberg war bis Ende des 17. Jahrhunderts ein dünnbesiedeltes und weitgehend mit Wald bedecktes Gebiet mit nur einigen Bauernhöfen. Noch 1809 betrug die Anzahl der Bewohner trotz der Nähe zu Düsseldorf nur 147 Personen.[8] In einer Beschreibung von 1836 wird Grafenberg als Dorfschaft im Außenbezirk von Düsseldorf mit 24 Wohnhäuser und 182 Bewohner angeben.[9] Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann mit der industriellen Entwicklung von Düsseldorf eine stärkere Bebauung. Die elektrische Straßenbahn, die Grafenberg mit dem Zentrum von Düsseldorf über Flingern verbindet, wurde im April 1895 genehmigt und bis August des gleichen Jahres gebaut und in Betrieb genommen.[10]

Beschreibung[edit]

Burgmüllerstraße in Grafenberg

Am Rande des Düsseldorfer Stadtwaldes gelegen, ist der Stadtteil überdurchschnittlich begrünt. Dazu trägt auch der Ostpark bei sowie eine unter die Erde verlegte Bahntrasse, deren oberirdische Abdeckung parkartig gestaltet wurde.

Von Kriegsschäden weitgehend verschont, weist Grafenberg in Teilen eine geschlossene Gründerzeitbebauung sowie zahlreiche Gebäude aus den 1920er und 1930er Jahren auf. Hinzu kommen hochwertige Häuser aus den 1980er Jahren.

Die zahlreichen Grünanlagen, die abwechslungsreiche und großzügige Bebauung, viele Sportanlagen sowie die relative Nähe zur Innenstadt und zu attraktiven Arbeitsplätzen (s. u.) machen den Stadtteil zu einer begehrten Wohnlage.

Auf dem Stauffenplatz findet zu Ostern immer die Frühjahrskirmes statt. Zirkusveranstalter schlagen hier gerne ihr Zelt auf. In der übrigen Zeit steht er für Park and ride zur Verfügung. Unweit an der Ernst-Poensgen-Allee steht der Jan-Wellem-Brunnen.[11]

Sonstiges[edit]

Größter Verein des Stadtteils ist der TV Grafenberg mit knapp 1000 Mitgliedern in den Abteilungen Basketball, Boule, Fußball, Gymnastik, Kickboxen, Tennis, Tischtennis und Turnen. Bürgerschaftliches Engagement bündeln der Bürgerverein Düsseldorf-Grafenberg 1903 e.V. und der Kulturkreis Gerresheim, Grafenberg und Hubbelrath e.V.

Weblinks[edit]

Einzelnachweise[edit]

  1. Amt für Statistik und Wahlen der Landeshauptstadt Düsseldorf: Statistiken für den Stadtteil 072 – Grafenberg
  2. grafental.de, Webseite
  3. a b Harleß, Waldemar, in: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, 1871, Band VII, S. 208. Onlinefassung
  4. W. Crecelius, in: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsverein, 1871, Band VII, S. 314. Onlinefassung
  5. Harleß, Waldemar, in: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, 1871, Band VII, S. 207. Onlinefassung
  6. Harleß, Waldemar, in: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, 1871, Band VII, S. 208. Onlinefassung
  7. In: Düsseldorfer Geschichtsverein / Beiträge zur Geschichte des Niederrheins / Miscellen, 1890, Band 5, S. [155]151. Onlinefassung
  8. In: Düsseldorfer Geschichtsverein / Beiträge zur Geschichte des Niederrheins / Miscellen, 1890, Band 5, S. [147]143. Onlinefassung
  9. Viebahn, Johann Georg von, in: Statistik und Totographie des Regierungs-Bezirks Düsseldorf, 1832, 1836, Theil 2, S. 74. Onlinefassung
  10. In: Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf, 1895, S. [275]166. Onlinefassung
  11. Förderkreis Jan-Wellem-Brunnen e. V., Webseite