Graitschen bei Bürgel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Graitschen bei Bürgel
Graitschen bei Bürgel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Graitschen bei Bürgel hervorgehoben
Koordinaten: 50° 57′ N, 11° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Holzland-Kreis
Erfüllende Gemeinde: Bürgel
Höhe: 181 m ü. NHN
Fläche: 4,6 km²
Einwohner: 399 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07616
Vorwahl: 036692
Kfz-Kennzeichen: SHK, EIS, SRO
Gemeindeschlüssel: 16 0 74 028
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Markt 1
07616 Bürgel
Webpräsenz: www.graitschen.de
Bürgermeister: Heike Langrock (parteilos)
Lage der Gemeinde Graitschen bei Bürgel im Saale-Holzland-Kreis
Sachsen-Anhalt Gera Jena Landkreis Greiz Landkreis Saalfeld-Rudolstadt Landkreis Sömmerda Landkreis Weimarer Land Saale-Orla-Kreis Albersdorf (Thüringen) Altenberga Bad Klosterlausnitz Bibra (bei Jena) Bobeck Bollberg Bremsnitz Bucha (bei Jena) Bürgel (Thüringen) Crossen an der Elster Dornburg-Camburg Eichenberg (bei Jena) Eineborn Eisenberg (Thüringen) Frauenprießnitz Freienorla Geisenhain Gneus Gösen Golmsdorf Graitschen bei Bürgel Großbockedra Großeutersdorf Großlöbichau Großpürschütz Gumperda Hainichen (Thüringen) Hainspitz Hartmannsdorf (bei Eisenberg) Heideland (Thüringen) Hermsdorf (Thüringen) Hummelshain Jenalöbnitz Kahla Karlsdorf (Thüringen) Kleinbockedra Kleinebersdorf (Thüringen) Kleineutersdorf Laasdorf Lehesten (bei Jena) Lindig Lippersdorf-Erdmannsdorf Löberschütz Mertendorf (Thüringen) Meusebach Milda Möckern (Thüringen) Mörsdorf (Thüringen) Nausnitz Neuengönna Oberbodnitz Orlamünde Ottendorf (Thüringen) Petersberg (Saale-Holzland-Kreis) Poxdorf (Thüringen) Quirla Rattelsdorf (Thüringen) Rauda Rauschwitz Rausdorf (Thüringen) Reichenbach (Thüringen) Reinstädt Renthendorf Rothenstein Ruttersdorf-Lotschen Scheiditz Schkölen Schleifreisen Schlöben Schöngleina Schöps (Thüringen) Schöps (Thüringen) Seitenroda Serba Silbitz St. Gangloff Stadtroda Sulza Tautenburg Tautendorf (Thüringen) Tautenhain Thierschneck Tissa Trockenborn-Wolfersdorf Tröbnitz Unterbodnitz Waldeck (Thüringen) Walpernhain Waltersdorf (Thüringen) Weißbach (Thüringen) Weißenborn (Holzland) Wichmar Zimmern (Thüringen) ZöllnitzKarte
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Dorfkirche

Graitschen bei Bürgel (amtlich: Graitschen b. Bürgel) ist eine Gemeinde im Saale-Holzland-Kreis. Erfüllende Gemeinde ist die Stadt Bürgel.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graitschen liegt im Tal der Gleise. Im Gemeindegebiet liegt der Alte Gleisberg mit einer bedeutenden ur- und frühgeschichtlichen Höhensiedlung.

Angrenzende Gemeinden sind im Uhrzeigersinn Tautenburg im Norden, Poxdorf im Osten, Nausnitz und die Stadt Bürgel im Süden sowie Jenalöbnitz und Löberschütz im Westen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappenbeschreibung: In Gold eine grüne Weintraube mit zwei ebenso gefärbten Laubblättern am Stiel von 12 roten Rauten bordartig umgeben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ Siehe Dorfkirche Graitschen

Graitschen (ehem. Graitzschen) wurde 1146 erstmals urkundlich erwähnt. Aber schon in der Steinzeit standen in der Umgebung Siedlungen. Die Ortsnamen der Umgebung (enden zumeist mit itz und ütz) deuten auf den slawischen Ursprung der Dörfer hin.

Etwa 1 Km nordöstlich von Graitschen lag am Rande auf der Poxdorfer Höhe eine mittelalterliche Burganlage. Mit der Burg wurde der Weg über den Tautenburger Forst nach Wetzdorf kontrolliert. 1302,1307 und 1327 wurde ein Dietrich von Graitzschen erwähnt. 1380 ist eine Anna von Graitzschen als Äbtissin des Klosters Petersberg bei Eisenberg bekannt.[2]

Im Jahre 1836 hatte der Ort 338 Einwohner in 68 Häusern, einem Rittergut der Adelsfamilie von Wangenheim und zwei Mühlen.[3]

Der Ort gehörte teilweise zu den ernestinischen Ämtern Dornburg und Eisenberg, die aufgrund mehrerer Teilungen zu verschiedenen Ernestinischen Herzogtümern gehörten.[4] Der dornburgische Anteil gehörte ab 1815 zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, welches ihn 1850 dem Verwaltungsbezirk Weimar II (Verwaltungsbezirk Apolda) angliederte. Der eisenbergische Anteil war eine Exklave und gehörte bis 1826 zum Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg.[5] Um 1900 ist eine Zugehörigkeit des Orts zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach belegt.[6]

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einer Gedenktafel am Aufgang zum Friedhof und mit einem Findling neben ihren Gräbern wird seit 1975 an zwei namentlich bekannte Zwangsarbeiter aus Polen erinnert, die 1945 von der Gestapo ermordet wurden. Sie gehörten zu den 30 Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern aus Polen und Frankreich, die in der Land- und Forstwirtschaft arbeiten mussten.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus sechs Mitgliedern, die seit der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 alle von der Wählergemeinschaft Graitschen gestellt werden.

Ehrenamtliche Bürgermeisterin ist seit der Bürgermeisterwahl am 6. Juni 2010 Heike Langrock, ebenfalls von der Wählergemeinschaft Graitschen.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus in Graitschen

Geprägt ist das Leben der Gemeinde durch zahlreiche Vereine wie den Feuerwehrverein, Heimatverein, den Sportverein (Spielvereinigung Rot/Weiß-Graitschen), die Treckerfreunde sowie den Pfingstverein. Der Feuerwehrverein richtet in jedem Jahr das traditionelle Maibaumsetzen und seit einigen Jahren auch den Weihnachtsmarkt aus.

Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Graitschen verfügt über eine aktive Freiwillige Feuerwehr. Die Feuerwehr Graitschen verfügt über ein Kleinlöschfahrzeug (KLF-Thüringen) mit einer Einsatzstärke von 1/4 (1 Gruppenführer und 4 weitere Einsatzkräfte) und eine grundlegende Ausstattung zur Brandbekämpfung. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Graitschen sowie der Feuerwehrvereins Graitschen e.V. organisieren auch das traditionelle Maibaumsetzen jährlich am 1. Mai sowie den Weihnachtsmarkt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1905 wurde Graitschen mit einem Haltepunkt an die Bahnstrecke Crossen–Porstendorf angeschlossen, 1969 wurde diese wieder stillgelegt. Auf dem Streckenteil Bürgel–Porstendorf wurde ein Radweg angelegt. Der nächstgelegene Bahnhof ist heute Jena.

Durch Graitschen verläuft eine Landstraße, auf welcher in regelmäßigen Abständen die von der JES Verkehrsgesellschaft mbH betriebenen Buslinie 433 Bürgel–Jena verkehrt. 2005 wurden alle Wochenendverbindungen der Buslinie aus Kostengründen ersatzlos gestrichen. Ein Pilotprojekt 2011, die Busse wieder einzuführen, stieß nur auf geringe Beteiligung und wurde nicht weitergeführt. Seit 2010 ist Graitschen Teil des Verkehrsverbund Mittelthüringen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Graitschen b. Bürgel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze S 113Jenzig-Verlag 2001 ISBN 3-910141-43-9
  3. J. C. Zenker: Historisches-topographisches Taschenbuch von Jena 1836 und seiner Umgebung besonders in naturwissenschaftlicher und medicinischer Beziehung. Verlag Rockstuhl, Reprintauflage 2011, ISBN 978-3-86777-300-3, S. 119.
  4. Graitschen an der Gleise auf S.227
  5. Das Kreisamt Eisenberg auf S.86f.
  6. Graitschen im Gemeindeverzeichnis 1900
  7. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 209, ISBN 3-88864-343-0
  8. Kommunalwahlen in Thüringen - Wahlergebnisse. Abgerufen am 16. Juni 2010