Grammostola

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Grammostola
Grammostola pulchra

Grammostola pulchra

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Theraphosinae
Gattung: Grammostola
Wissenschaftlicher Name
Grammostola
Simon, 1892
Jungtier einer Roten Chile-Vogelspinne (Grammostola rosea)

Grammostola ist eine Spinnengattung aus der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) und umfasst derzeit 22 Arten, die alle in Südamerika beheimatet sind.[1] (Stand: März 2017)

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Gattung hat mittelgroße bis sehr große Arten.[2] Beispielsweise erreicht Grammostola anthracina acht Zentimeter, Grammostola pulchripes neun Zentimeter und Grammostola actaeon sogar zehn Zentimeter Körperlänge.[3]

Grammostola-Arten haben auf der Oberseite des Hinterleibs (Opisthosoma), etwa von der Mitte bis zu den Spinnwarzen eine charakteristische, metallisch schimmernde Fläche mit sehr feinen Reizhaaren.[2]

Verhalten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grammostola-Arten sind bodenbewohnende Vogelspinnen, die kurze Löcher und Wohnröhren ins Erdreich graben.[2] Sie tapezieren die Wohnröhren mit Spinnseide aus und leben dort während der Häutungsphasen, der Brutzeit und der kalten Monate. Diese Zeit kann bis zu fünf Monate im Jahr betragen. In der übrigen Zeit verstecken sie sich unter Steinen, Wurzeln, Rindenstücken oder Falllaub. Ausgewachsene Weibchen vieler Arten verlassen die Wohnröhre häufig nicht mehr und ernähren sich von den Beutetieren, die in der Nähe ihrer Wohnröhre vorbeiziehen.[3]

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung besitzt ein großes Verbreitungsgebiet von Chile über Argentinien, Uruguay und Paraguay bis Brasilien.[2] Die Vorkommen von Grammostola monticola und Grammostola rosea in Bolivien sind zweifelhaft.[3] Die einzelnen Arten besitzen teils sehr begrenzte Verbreitungsgebiete. So kommt Grammostola iheringi in Uruguay in einem einzigen Tal vor.[4]

Einige Arten leben in Gebieten mit kalten Wintern mit Temperaturen bis unter den Gefrierpunkt (beispielsweise im Lebensraum von Grammostola pulchra). Viele Arten leben in Gebieten mit enormen Temperaturschwankungen. Das bedeutet sehr hohe Temperaturen und trockene Luft während der Tageszeit gefolgt von eiskalten Nächten.[2] Grammostola rosea ist im trockenen Südsommer keinen hohen Temperaturen ausgesetzt.[5] In Paraguay, der Heimat von Grammostola pulchripes, ist es im Südsommer hingegen feuchter und deutlich heißer.[6]

Durch die Veränderungen im Lebensraum durch den Menschen wegen Viehwirtschaft, Ackerbaus und Holzwirtschaft konnten sich viele Grammostola-Arten ausbreiten. Viele Spinnen finden sich an den Viehweiden und Waldrändern, wie beispielsweise Grammostola actaeon, Grammostola iheringi, Grammostola grossa und Grammostola pulchra.[2]

Haltung im Terrarium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grammostola sind häufig im Terrarium anzutreffen, besonders die bei Anfängern beliebte Grammostola rosea, aber auch Grammostola pulchra, Grammostola grossa und Grammostola pulchripes.

Die Grammostola-Arten sind in der Haltung klimatisch anspruchsvoller als andere Vogelspinnen. Viele benötigen im Winter kühlere Temperaturen bis unter 10 °C, da sonst die Zucht nicht gelingt.[7] Auch sind die Haltungsbedingungen der Arten dieser Gattung nicht einheitlich.[2]

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der World Spider Catalog listet für die Gattung Grammostola derzeit 22 Arten.[1] (Stand: März 2017)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaas, P. (2003): Vogelspinnen: Herkunft, Pflege, Arten. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 3-8001-3696-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grammostola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Naturhistorisches Museum der Burgergemeinde Bern: World Spider Catalog Version 18.0 – Grammostola. Abgerufen am 14. März 2017
  2. a b c d e f g Peter Klaas: Vogelspinnen / Herkunft, Pflege, Arten, Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2003, 2007, ISBN 978-3-8001-4660-4, S. 88–91
  3. a b c Günther Schmidt: Die Vogelspinnen, Westarp Wissenschaften-Verlagsgesellschaften mbH, Hohenwarsleben 2003, ISBN 3-89432-899-1, S. 167
  4. Pérez Miles et al. Tarantulas from Uruguay
  5. Klimadaten Chile
  6. Klimadaten Paraguay
  7. Sören Rafn Vogelspinnen, Kirschner & Seufer Verlag, Rheinstetten 2007, ISBN 978-3-9808264-9-5, S. 105