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Gran Vía

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Das Metropolis-Haus auf der Gran Vía in Madrid
Gran Vía in Madrid

Die Gran Vía war bis in die 1960er Jahre die größte und bedeutendste Einkaufsstraße Madrids. Auch heute gibt es dort noch zahlreiche Boutiquen, Kinos, Eisdielen und Theater. Sie beginnt in der Nähe der Plaza de Cibeles: An der Einmündung mit der Calle de Alcalá steht das Metropolis-Haus. Von dort führt sie aufwärts zur Kreuzung mit Calle Montera und Calle de Fuencarral (Red de San Luis), an der der Telefónica-Turm steht. Dort befindet sich auch die Station Gran Vía der Metro-Linien 1 und 5. Danach führt die Gran Vía weiter zur Plaza del Callao und dann bergab bis zur Plaza de España.

Orientiert am Pariser Vorbild der Planungen von Georges-Eugène Haussmann wurde schon ab der Mitte des 19. Jahrhunderts ein Straßendurchbruch zwischen dem Zentrum und dem Nordwesten von Madrid angedacht. Am 3. März 1886 wurde ein einschlägiges Projekt verabschiedet, aber nicht realisiert. 1897 bis 1901 zogen sich die zum Teil mit großer Härte geführten Diskussionen um ein erneutes Projekt hin. Vorgeschlagen wurde ein Durchbruch in drei Abschnitten: Avenida A (534 m) Bulevar (409 m) und Avenida B (417 m). Straßenbreite 25 m, im Falle des Boulevards 35 m.

Gran Vía 30

Feierlicher Baubeginn war der 4. April 1910. Der erste Abschnitt wurde 1910–1915 realisiert, das Gesamtprojekt war um 1927 abgeschlossen. Das Edificio de La Gran Peña mit Hausnummer 2 beherbergte seit 1914 den einflussreichen Offiziersclub La Gran Peña.[1] Ein weiterer Treffpunkt, wo Offiziere ihren Groll gegen die Zweite Republik teilten, war das Café Molinero de Gran Vía.[1] Während des Spanischen Bürgerkriegs wohnte hier Ernest Hemingway im Hotel Florida.[2]

Aufgrund der bewegten Geschichte Spaniens im 20. Jahrhundert trug der Straßenzug unterschiedliche Namen. Der erste Abschnitt (1910–1917) hieß zunächst Calle del Conde de Peñalver; der zweite (1917–1921) Calle de Francisco Pi i Margall, der dritte, 1925 begonnene, Calle Eduardo Dato Iradier. Kurz vor Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs waren „revolutionäre“ Namen gefragt. Abschnitt 1 und 2 hießen nun Avenida de la C.N.T., nach der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft Confederación Nacional del Trabajo. Im Bürgerkrieg hießen sie Avenida de Rusia, was bald in Avenida de la Unión Soviética geändert wurde. Im Volksmund wurde das variiert zu Avenida de los obuses – „Haubitzenavenue“ – weil speziell das hohe Telefonica-Gebäude der Artillerie der belagernden Franco-Truppen als Zielorientierung diente. Unter Franco hieß der Straßenzug dann offiziell Avenida de José Antonio, nach dem Gründer der Falange José Antonio Primo de Rivera. Seit 1981 heißt er offiziell – wie zuvor schon inoffiziell – einfach Gran Via („Große Straße“).

Wichtige Gebäude und ihre Architekten

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Erster Abschnitt

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El Edificio Metrópolis und Gran Vía 1
Gran Vía, 12

Zweiter Abschnitt

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Gran Via 28, Edificio Telefónica
Gran Vía 32, Edificio Madrid-París

Dritter Abschnitt

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Gran Via 46, El Palacio de la Prensa
Gran Vía von der Plaza de España.

La Gran Vía und die Volkskultur

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Der Komponist Federico Chueca schrieb zum Libretto von Felipe Pérez y González eine Zarzuela betitelt La Gran Vía über die Streitigkeiten um den Straßendurchbruch während der 1880er-Jahre.

  • Deborah L. Parsons: A Cultural History of Madrid: Modernism and the Urban Spectacle, speziell S. 82 ff.
  • José del Corral: La Gran Vía, in Madrid (Band IV), Espasa-Calpe, S.A., Madrid 1979, ISBN 84-239-5374-2.
  • Maria Zozaya; Clemente Barrena, José Miguel Medrano: La Gran Vía, Real Academia de Bellas Artes de San Fernando, 2002, Madrid, ISBN 84-87181-83-X.
  • José del Corral: La Gran Vía. Historia de una calle. Sílex ediciones, Madrid 2002, ISBN 84-7737-114-8.
Commons: Gran Vía de Madrid – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Till Kössler: Franco. Der ewige Faschist. Eine Biografie (= Thomas SchlemmerAndreas WirschingHans Woller [Hrsg.]: Diktatoren des 20. Jahrhunderts). Verlag C. H. Beck, München 2025, ISBN 978-3-406-83706-7, S. 108 f.
  2. Paul Ingendaay: Entscheidung in Spanien. Der große Kampf der Literatur, 1936–1939. Verlag C. H. Beck, München 2026, ISBN 978-3-406-84363-1, S. 171, 251.

Koordinaten: 40° 25′ 12″ N,  42′ 13″ W