Grand Combin

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Grand Combin
Grand Combin, rechts Combin de Corbassière

Grand Combin, rechts Combin de Corbassière

Höhe 4'314 m ü. M.
Lage Kanton Wallis, Schweiz
Gebirge Walliser Alpen
Dominanz 26,4 km → Dent Blanche
Schartenhöhe 1517 m ↓ Fenêtre de Durand
Koordinaten 589008 / 86994Koordinaten: 45° 56′ 4″ N, 7° 17′ 49″ O; CH1903: 589008 / 86994
Grand Combin (Wallis)
Grand Combin
Erstbesteigung 20. Juli 1857 durch Benjamin und Maurice Felley, Jouvence Bruchez
pd5

Der Grand Combin ist ein stark vergletschertes Bergmassiv in den westlichen Walliser Alpen, im Südwesten des Kantons Wallis, Schweiz. Er gehört zu den höchsten Berggipfeln der Alpen und besteht aus drei Hauptgipfeln, die von West nach Ost Grand Combin de Valsorey (4'184 m ü. M.), Grand Combin de Grafeneire (4'314 m ü. M.) und Grand Combin de la Tsessette (4'135 m ü. M.) heißen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grand-Combin-Gruppe ist ein Massiv, das im Westen vom Val d’Entremont und dem Grossen Sankt-Bernhard-Pass, im Norden und Osten vom Val de Bagnes mit dem Stausee Lac de Mauvoisin, im Südosten vom Saumpass Fenêtre de Durand und im Süden vom Val d’Ollomont, zum Aostatal gehörig, abgegrenzt wird.

Die Ostflanke des Grand Combin de la Tsessette fällt sehr steil über 1200 m ab zum Glacier de la Tsessette, einem 2 km langen Gletscher oberhalb des Mauvoisin-Stausees. Nach Süden erstrecken sich der Glacier du Sonadon und der Glacier du Croissant. Letzterer, ein Hängegletscher, vereinigt sich mit dem 5 km langen Talgletscher Glacier du Mont Durand, dessen Wasser ebenfalls den Mauvoisin-Stausee speist. Im Norden des Grand Combin erstreckt sich der Glacier de Corbassière.

Grand Combin (links in Wolken), Combin de Corbassière (Mitte) und Petit Combin (rechts) vom Lac de Louvie

Neben den Hauptgipfeln zählen zu diesem Massiv auch der Petit Combin (3'663 m ü. M.) und der Combin de Corbassière (3'716 m ü. M.) westlich des Corbassièregletschers, sowie der Tournelon Blanc (3'702 m ü. M.) östlich davon. Über die südlichen Vorberge des Grand Combin (Mont Vélan, 3'727 m ü. M.; Grande Tête de By, 3'587 m ü. M.; Mont Avril, 3'347 m ü. M.; alle ebenfalls vergletschert) verläuft die Grenze zwischen Italien und der Schweiz.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geologisch gehört das Grand-Combin-Massiv zu den Penninischen Decken. Die kristallinen Gesteine des Penninikums wurden im Zuge der Alpenbildung unter hohem Druck gefaltet. Daher besteht das Massiv überwiegend aus Gneis.

Routen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gneis de Grand Combin ist überwiegend plattig und brüchig, die Felsflanken sind steinschlaggefährlich. Die Hängegletscher drohen mit absturzbereiten Séracs. Alle Routen sind daher nicht frei von objektiven Gefahren.

Der Normalweg führt von der auf 3'030 m ü. M. an der Westflanke gelegenen Cabane de Valsorey des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) über die NW-Flanke auf den Gipfel des Grand Combin de Grafeneire. Ein alternativer Anstieg führt über die SW-Flanke. Dazwischen liegt der Westgrat (Meitin-Grat, Ausgangspunkt ebenfalls Cabane de Valsorey).

Von italienischer Seite erfolgt der Aufstieg über die Schutzhütte Rifugio Franco Chiarella all’Amianthe. Vom Rifugio Chiarella all'Amianthe gibt es als Alternative den SO-Grat auf den Combin de Grafeneire.

Der Grand Combin wird auch im Winter mit Ski über den sogenannten Corridor bestiegen und ist ein Höhepunkt der mehrtägigen Haute Route von Chamonix nach Zermatt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Dumler, Willi P. Burkhardt: Viertausender der Alpen. 12., aktualisierte Auflage. Bergverlag Rother, München 2001, ISBN 3-7633-7427-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grand Combin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien