Grand Tower (Frankfurt am Main)

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Grand Tower
Tower2
Grand Tower
Baufortschritt im Februar 2020
Basisdaten
Ort: Frankfurt-Gallus
Bauzeit: Februar 2016–Juni 2020
Eröffnung: 2020
Status: fertiggestellt
Architekt: Magnus Kaminiarz & Cie
Koordinaten: 50° 6′ 30,3″ N, 8° 39′ 16,3″ OKoordinaten: 50° 6′ 30,3″ N, 8° 39′ 16,3″ O
Grand Tower (Frankfurt am Main) (Hessen)
Grand Tower (Frankfurt am Main)
Nutzung/Rechtliches
Nutzung: Höchstes Wohnhaus in Deutschland
Wohnungen: 413
Eigentümer: Eigentumswohnungen
Bauherr: GSP Städtebau GmbH
Technische Daten
Höhe: 180 m
Etagen: 47
Geschossfläche: 32.600 m²
Höhenvergleich
Frankfurt am Main: 9. (Liste)
Deutschland: 9. (Liste)
Anschrift
Anschrift: Osloer Straße/Europa-Allee
Postleitzahl: 60327
Stadt: Frankfurt am Main
Land: Deutschland

Der Grand Tower (ehemals Tower 2) ist ein im Jahr 2020 fertiggestelltes Hochhaus im Europaviertel in Frankfurt am Main. Mit 180 Metern Höhe ist es Deutschlands höchstes Wohnhochhaus und löst damit das 1973 erbaute 147 Meter hohe Kölner Colonia-Haus ab. Der Turm befindet sich neben dem Einkaufszentrum Skyline-Plaza. Der Entwickler gibt die Gesamtinvestition mit rund 250 Millionen Euro an.[1]

Der Grand Tower gilt als erstes Wohnhochhaus Deutschlands, das global vermarktet wurde; wobei vor allem der asiatische, arabische und nordamerikanische Markt in den Fokus genommen wurden.[2]

Planung und Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baubeginn war im Februar 2016. Für die Projektentwicklung zeichnet der Bauträger gsp Städtebau GmbH verantwortlich. Die Architektur stammt nach gewonnener Wettbewerbsausschreibung im Jahr 2014 vom Frankfurter Architekturbüro Magnus Kaminiarz & Cie. Der Exklusivvertrieb erfolgt durch Jones Lang LaSalle. Die Rohbauarbeiten übernahm das Ingelheimer Familienunternehmen Karl Gemünden GmbH & Co. KG. 25 % der Wohnungen wurden bereits vor Baubeginn verkauft[3][4], zu Jahresbeginn 2018 waren bereits 97 % der Wohnungen verkauft.[5] Im September 2018 wurde das Richtfest gefeiert.[6] Die Fertigstellung war zunächst für das Jahr 2019 geplant.[7] Am 10. Juni 2020 meldete gsp Städtebau die Fertigstellung des Gebäudes. Die ersten Bewohner sollten im Verlauf des gleichen Monats einziehen.

Charakteristisch für das Gebäude sind der rautenförmige Grundriss, die raumhohe Verglasung und die abgerundeten Loggienelemente.

Das Problem verdunkelter Kernräume im Hochhaus umgehen die Architekten, indem Bäder und Hauswirtschaftsräume entlang der Wand zum Ringflur angeordnet sind. Das ermöglicht mehr Tageslicht in den Wohn- und Schlafräumen entlang der Fassade.[8]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Detailansicht der Fassade

Bei Fertigstellung enthielten die 47 Geschosse des Grand Towers Platz für 413 Eigentumswohnungen mit insgesamt 32.600 Quadratmetern Wohnfläche und Einzelgrößen zwischen 48 und 300 Quadratmetern. Anfangs waren 401 Wohnungen geplant.[5] Die Durchschnittspreise für die Wohnungen liegen bei 8.700 Euro pro Quadratmeter.[9][10] Die zur Fertigstellung von JLL genannten Preise für die verbleibenden Wohnungen ergeben jedoch einen Spitzenpreis von bis zu 30.000 Euro pro Quadratmeter. Je nach Etage, Größe, Ausstattung und Zeitpunkt der Erwerbung liegt die Kaufpreisspanne zwischen 634.000 und 9,1 Millionen Euro. Sozial- oder Mittelstandswohnungen sind im Gebäude nicht vorgesehen. Zum Fertigstellungszeitpunkt waren fünf Wohnungen noch nicht verkauft, darunter ein Penthouse.[11]

Auf 141 Metern Höhe ist ein 150 qm großes „Sunset-Deck“ für die Bewohner vorhanden. Dazu kommt die als Garten angelegte sogenannte "Grand Terrace" mit rund 1.000 qm Fläche in der siebten Etage. Außerdem wird ein Concierge-Service angeboten.[12][13][14] Ein angrenzendes Parkhaus bietet auf drei unter- und acht oberirdischen Etagen insgesamt 427 Autostellplätze.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • International Property Awards 2017–2018, Kategorie Best Residential High-Rise Architecture und Kategorie Best Marketing Europe[15]
  • International Property Award 2017, Kategorie Wohnhochhaus Europa[16]
  • German Design Award 2017, Kategorie Wohnhäuser[17]
  • European Property Awards, Best Development Marketing Germany 2017–2018[18]
  • European Property Awards, Best Residential High-Rise Development und Best Residential High-Rise Architecture Germany 2017–2018, Kategorie Wohnhäuser[19][20]
  • German Design Award 2017, Kategorie Excellent Communications Design Books and Calendars[21]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiker bezeichnen das Gebäude als „Turm für Reiche“ und sehen das Problem der Wohnungsknappheit in Frankfurt durch Projekte wie den Grand Tower nicht gelöst.[22] Frankfurt gibt für 2017 an, 50.000 Wohnungen zu benötigen. Projektentwickler sollen in der Stadt 30 Prozent geförderten Wohnraum pro Projekt bereitstellen.[23]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Grand Tower – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frankfurt: Deutschlands höchstes Wohnhaus ist fertig. Immobilien Zeitung, 12. Juni 2020, abgerufen am 12. Juni 2020.
  2. Regine Herrmann: Hoch, exklusiv, teuer: Frankfurter Grand Tower, Allgemeine Zeitung, 21. Dezember 2017
  3. gsp Städtebau GmbH: Deutschlands höchstes Wohnhochhaus heißt Grand Tower
  4. Zabel Property GmbH: Grand Tower, Frankfurt
  5. a b Günter Murr: Wohntürme: Frankfurt hat die höchsten – und teuersten – Penthouses Deutschlands. In: Taunus Zeitung. (taunus-zeitung.de [abgerufen am 7. Januar 2018]).
  6. Höchster Wohnturm Deutschlands: „Grand Tower“ in Frankfurt feiert Richtfest. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 21. September 2018]).
  7. BauNetz Media GmbH: Baubeginn in Frankfurt – Deutschlands höchsten Wohnturm von Magnus Kaminiarz & Cie. In: BauNetz. 14. September 2016 (baunetz.de [abgerufen am 14. Oktober 2017]).
  8. BauNetz Media GmbH: Baubeginn in Frankfurt – Deutschlands höchsten Wohnturm von Magnus Kaminiarz & Cie. In: BauNetz. 14. September 2016 (baunetz.de [abgerufen am 14. Oktober 2017]).
  9. Ein Hochhaus für die Reichen. Allgemeine Zeitung, 21. Dezember 2017, abgerufen am 22. Dezember 2017.
  10. Rolf Obertreis: Ganz ganz oben wohnen. In: Der Tagesspiegel Online. 7. Oktober 2018, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 8. Oktober 2018]).
  11. Frankfurt: Deutschlands höchstes Wohnhaus ist fertig. Immobilien Zeitung, 12. Juni 2020, abgerufen am 12. Juni 2020.
  12. Frankfurter Rundschau: Wohnen in Frankfurt: Höchster Wohnturm Deutschlands wächst. In: Frankfurter Rundschau. (fr.de [abgerufen am 14. Oktober 2017]).
  13. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH: Luxuswohnungen: Frankfurt im Höhenrausch. 29. August 2017, abgerufen am 14. Oktober 2017.
  14. Helga Einecke: Höher wohnen. In: sueddeutsche.de. 1. Juni 2017, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 14. Oktober 2017]).
  15. Grand Tower in Frankfurt ist Europasieger beim International Property Award. konii, 12. Dezember 2017, abgerufen am 22. Dezember 2017.
  16. Bestes Wohnhochhaus Europas steht in Frankfurt – International Property Award für den Grand Tower. In: Journal Frankfurt. (journal-frankfurt.de).
  17. Zabel Property – Kaminiarz & Cie. gewinnt German Design Award für Grand Tower. (Nicht mehr online verfügbar.) 1. November 2017, archiviert vom Original am 8. November 2017; abgerufen am 22. Dezember 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.zabel.com
  18. Zabel Property mehrfach bei Europe Property Awards ausgezeichnet. Zabel Property, 7. November 2017, abgerufen am 22. Dezember 2017.
  19. Grand Tower beim European Property Award dreifach ausgezeichnet. gsp städtebau, 2. November 2017, abgerufen am 22. Dezember 2017.
  20. Grand Tower beim European Property Award dreifach ausgezeichnet. konii, 2. November 2017, abgerufen am 22. Dezember 2017.
  21. Grand Tower Imagebook. German Design Award, abgerufen am 22. Dezember 2017.}
  22. Frankfurter Rundschau: „Grand Tower“: Ein Turm für Reiche. In: Frankfurter Rundschau. (fr.de [abgerufen am 14. Oktober 2017]).
  23. Wohnungsnot: Wem gehört die Stadt? Frankfurter Neue Presse, 20. Oktober 2018, abgerufen am 6. Februar 2019.