Grasberg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Grasberg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Grasberg
Grasberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Grasberg hervorgehoben
53.1833333333338.98333333333335Koordinaten: 53° 11′ N, 8° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osterholz
Höhe: 5 m ü. NHN
Fläche: 55,54 km²
Einwohner: 7654 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 138 Einwohner je km²
Postleitzahl: 28879
Vorwahl: 04208
Kfz-Kennzeichen: OHZ
Gemeindeschlüssel: 03 3 56 002
Gemeindegliederung: 17 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Speckmannstraße 30
28879 Grasberg
Webpräsenz: www.grasberg.de
Bürgermeisterin: Marion Schorfmann (CDU)
Lage der Gemeinde Grasberg im Landkreis Osterholz
Bremen Bremen Landkreis Cuxhaven Landkreis Oldenburg Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Verden Landkreis Wesermarsch Axstedt Grasberg Hambergen Holste Lilienthal Lübberstedt Osterholz-Scharmbeck Ritterhude Schwanewede Worpswede VollersodeKarte
Über dieses Bild

Grasberg ist eine Gemeinde im Landkreis Osterholz in Niedersachsen. Sie liegt etwa 20 Kilometer nordöstlich von Bremen im angrenzenden Moor.

Geografie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den folgenden Ortsteilen (in Klammern das Jahr der Gründung):

  • Wörpedorf (1751)
  • Eickedorf (1753)
  • Rautendorf (1762)
  • Schmalenbeck (1762)
  • Dannenberg (1780)
  • Tüschendorf (1782)
  • Meinershausen (1785)
  • Grasdorf (1784)
  • Huxfeld (1789)
  • Seehausen (1790)
  • Mittelsmoor (1792)
  • Otterstein (1794)
  • Adolphsdorf (1800)
  • Weinkaufsmoor (1826)
  • Grasberg (1831)

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ortschaft Grasberg besteht aus den Dörfern Eickedorf und Wörpedorf, die bereits im 18. Jahrhundert im Zuge der Kolonisierung des Teufelsmoores durch Jürgen Christian Findorff gegründet wurden. Auf einem Sandhügel (ca. 5 m üNN) wurde 1785 auf Veranlassung von Findorff die Grasberger Kirche gebaut, um die sich der 1831 erstmals erwähnte Ort entwickelte.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Adolphsdorf, Dannenberg, Huxfeld, Otterstein, Rautendorf, Schmalenbeck, Seehausen und Tüschendorf sowie Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Heidberg eingegliedert. Am 1. Juli 1976 kam ein Gebietsteil der Gemeinde Wilstedt mit damals etwas weniger als 50 Einwohnern (Wilstedter Moor) hinzu.[2] Gebietsteile der Nachbargemeinde Tarmstedt (Tarmstedter Moor) folgten im Jahr 1983.

Erklärung des Ortsnamens[Bearbeiten]

Die erste namentliche Erwähnung des Ortes war im Jahre 1791 Grasberg. 1785 wurde auf einem Sandhügel (5 m über NN) im Rahmen der Kolonisierung des Teufelsmoores die Grasberger Kirche errichtet; um sie herum entstand die gleichnamige Siedlung. In die Gemeinde Grasberg wurden 1974 14 Gemeinden (allesamt im 18. oder 19. Jahrhundert) eingemeindet. Der erst Ende des 18. Jahrhunderts bezeugte Name enthält als Grundwort „-berg“ und als Bestimmungswort hochdeutsch Gras „Gras, Wiese“. Namensgebend war der Hügel, auf dem die Kirche erbaut wurde, der offenbar trocken genug war, dass dort Gras wachsen konnte.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindewahl 2011[4]
 %
60
50
40
30
20
10
0
57,62 %
31,32 %
11,05 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-1,93 %p
+2,76 %p
-0,82 %p
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Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat der Gemeinde Grasberg besteht aus 20 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 7.001 und 8.000 Einwohnern.[5] Die 20 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 31. Oktober 2016.

Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem die hauptamtliche Bürgermeisterin Marion Schorfmann (CDU).

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:

CDU 12 Sitze
SPD 6 Sitze
UWG 2 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Hauptamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Grasberg ist Marion Schorfmann (CDU). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 wurde sie als Amtsinhaberin ohne Gegenkandidaten mit 90,8 % der Stimmen wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,3 %.[6] Schorfmann trat ihre weitere Amtszeit am 1. November 2014 an.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Wappen silber, im Schildfuß ein grüner Berg, belegt mit einer Wellenleiste, darüber ein roter Turm mit Spitzdach und goldenem Kreuz, beidseitig begleitet von einem grünen Eichenblatt.

Das Wappen ist „redend“ und bezieht sich in allen Symbolen auf die 1968 zusammengeschlossene Gemeinde Grasberg, für die der grüne Berg und der Turm der Grasberger Kirche symbolisierend reden. Die Wellenleiste, Bezug nehmend auf die Wörpe, symbolisiert die bisherige Gemeinde Wörpedorf. Die Eichenblätter nehmen Bezug auf die ehemalige Gemeinde Eickedorf.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kirche von Grasberg
Die Schnitger-Orgel in der Grasberger Kirche

Museen[Bearbeiten]

Der Findorff-Hof ist eine bäuerliche Hofanlage, wie sie in den Moordörfern der Region im 19. Jahrhundert typisch war. Das Haupthaus als Mittelpunkt der Hofanlage ist als Museum eingerichtet und dient dem Findorff–Heimatverein Grasberg e. V. als Wirkungsstätte.[7]

Bauwerke[Bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Grasberger Kirche wurde 1781–1789 von Jürgen Christian Findorff erbaut. Sie birgt als Besonderheit eine ursprünglich 1694 für ein Hamburger Waisenhaus gebaute Barock-Orgel von Arp Schnitger. Sie ist in ihrer Form die einzige erhaltene kleine Stadtorgel dieses bekannten Orgelbauers.

Hauptartikel: Orgel der Grasberger Kirche

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

In der dritten Juliwoche findet jährlich, anlässlich des Schützenfestes im Ortsteil Huxfeld, die Dorfparade statt. Erstmals startete dieser Umzug, gemäß dem Motto der Loveparade, im Jahr 1998. 2007 feierten die Veranstalter (die Dorfjugend Schmalenbeck und der Schützenverein Huxfeld) die 10. Ausgabe mit ca. 1200 Besuchern. Im Jahr 2009 wurde der Besucherrekord von ca. 1600 Menschen erreicht.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Grasberg ist Teil der europäischen Metropolregion Bremen/Oldenburg. Von den 1106 Beschäftigten kommen aus den Bereichen Handel, Gastgewerbe und Verkehr 34 %, Produzierendes Gewerbe 32 %, Dienstleistungen 27 %, sowie Land- und Forstwirtschaft 6 %. Grasberg verzeichnet 662 Einpendler und 2300 Auspendler; vornehmlich aus und nach Bremen. (Alle Zahlen aus 2010)

Der Ort verfügt über die Gewerbegebiete Huxfeld-Nord und Wörpedorfer Ring

Zu regional wie überregional bekannten Unternehmen aus Grasberg gehören:

  • der Lebensmittelhersteller Zeisner Feinkost GmbH & Co. KG (Würzsaucen, insbesondere Tomatenketchup)
  • Photovoltaikgroßhandel und Photovoltaikmontagesystemhersteller SEN Solare Energie Nord Vertriebsgesellschaft mbH
  • Michaelis Maschinenbau GmbH
  • Cordes Rindenmulch
  • BMW Autohaus Brinkmann

Die ehemalige Wörpedörfer Mühle war ein am Ortseingang gelegener Mühlen-, Futtermittel- und Landhandelsbetrieb, dessen mehrmals erweiterte Betriebsanlage aus Silos und Mühlengebäuden seit den 1930er Jahren bis zum Abriss im Jahre 2011 das Ortsbild prägte und ein Wahrzeichen von Grasberg bildete. Das von mehreren Generationen der Familie Gieschen geführte Unternehmen entstand 1904 aus einem alten Mühlengebäude und erhielt 1925 einen eigenen Gleisanschluss der Kleinbahn Bremen–Tarmstedt („Jan-Reiners-Bahn“). 1936 wurde der erste Getreidesilo mit dem damals „enorm großen Fassungsvermögen“ von 400 Tonnen errichtet. 1962 kam eine große Getreidetrocknungsanlage hinzu, während die Feinmehlproduktion aufgegeben wurde. 1973 trat das Unternehmen dem Hansa-Landhandel-Lahde-Verbund bei. 1992 zerstörte ein Großbrand weite Teile des Mühlenkomplexes in Grasberg. Nach Verlagerung der Unternehmensaktivitäten auf Filialen in Mulmshorn und Wilstedt und dem Bau eines neuen Werks im Bremer Getreidehafen wurde die Wörpedörfer Mühlenanlage aufgegeben und 2011 abgerissen.[8]

Verkehr[Bearbeiten]

Öffentlicher Personennahverkehr: Die VBN-Linie 630 verbindet Grasberg mit Bremen und Zeven. Der Bürgerbus 612 und 616 erschließt seit dem 15. November 2010 die westlichen Ortschaften und Teile von Worpswede für den ÖPNV.

Sozialeinrichtungen[Bearbeiten]

Nächstgelegenes Akutkrankenhaus sind die Residenz-Kliniken Lilienthal. In der Kreisstadt besteht das Kreiskrankenhaus Osterholz.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Lilienthal: Jürgen Christian Findorffs Erbe. Melloh, Lilienthal 1982. Reprint der 3. Auflage von 1931.
  • Rolf Metzing, Johann Schriefer, Fritz Westphal: Grasberg. Saade, Osterholz-Scharmbeck 1987, ISBN 3-922642-17-9.
  • Schwietering, Volkhard: Dem Schöpfer geweiht - Geschichte und Geschichten der Kirche Grasberg 1789 - 1989. Saade, Osterholz-Scharmbeck 1989.
  • Die Gemeinden der Region: Ein aufstrebender Ort am Rand des Teufelsmoores, in: Weser-Kurier, 24. Juni 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grasberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 243 und 244.
  3. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  4. Vorläufiges Gesamtergebnis der Wahl am 11.09.2011
  5. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 21. November 2014
  6. Einzelergebnisse der Direktwahlen am 25. Mai 2014 in Niedersachsen, abgerufen am 14. November 2014
  7. Der Findorff-Hof auf der Internet-Präsenz der Gemeinde Grasberg
  8. Heinrich Bücken: Die Wörpedörfer Mühle. In: Heimat-Rundblick. Geschichte, Kultur, Natur. Nr. 106, 3/2013 (Herbst 2013). Druckerpresse-Verlag, ISSN 2191-4257, S. 13.