Grassel

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Grassel
Gemeinde Meine
Wappen von Grassel
Koordinaten: 52° 21′ 27″ N, 10° 35′ 15″ O
Höhe: 92 m ü. NHN
Fläche: 7,14 km²
Einwohner: 833 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 117 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 38527
Vorwahl: 05304
Karte
Lage von Grassel in der Samtgemeinde Papenteich bzw. der Samtgemeinde in Gifhorn (in klein)

Grassel ist ein Ortsteil der Gemeinde Meine in Niedersachsen unmittelbar nordöstlich von Braunschweig. Der Ort hat heute etwa 850 Einwohner.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grassel und seine Gemarkung hat eine Fläche von 714 ha und liegt 13 km nordöstlich des Braunschweiger Stadtkerns. Die Grenze zum Braunschweiger Stadtgebiet verläuft unmittelbar am südlichen Ortsrand. Südöstlich des Ortes liegen ausgedehnte Laubwälder und am östlichen Ortsausgang ein kleiner See, der Sauteich.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

* Entfernungsangaben beziehen sich jeweils auf die Entfernung bis zum Ortszentrum.

Stadt Gifhorn (19 km)
Ortsteil Meine (5 km) Ortsteil Wedelheine (3,5 km) Essenrode (4 km)
Ortsteil Abbesbüttel (2 km) Windrose klein.svg Stadt Wolfsburg (15 km)
Braunschweig-Bevenrode (2 km) Lehre (7 km)
Braunschweig Stadtzentrum (13 km)

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner [1][2] Jahr Einwohner [3]
1821 228 1950 680
1848 ~250 1961 531
1871 333 1970 584
1912 429 1980 725
1925 398 1990 763
1933 384 2000 822
1939 392 2006 833

Die Bevölkerungsentwicklung in historischer Zeit ist für Grassel unabhängig von der Gemeinde Meine belegt. Seit der Eingemeindung und der Gründung der Samtgemeinde 1974 wurde die Einwohnerentwicklung für den Ort Grassel von der Samtgemeinde Papenteich dokumentiert. Zum 31. Dezember 2006 hatte Grassel 833 Einwohner.[3]

Man geht davon aus, dass Grassel zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert etwa 150 Einwohner hatte. Erst nach 1777 wuchs es deutlich über diese Größe hinaus: 250 Einwohner im Jahr 1848, 398 im Jahr 1905, 680 im Jahr 1950. Gegenwärtig wächst der Ort bedingt durch die günstige Randlage zu Braunschweig stetig an und wurde erst 2002 durch ein Neubaugebiet erweitert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühzeit des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man geht derzeit davon aus, dass der Ort etwa um 800 gegründet wurde. Ob er mit einem Anfang des 9. Jahrhunderts urkundlich erwähnten Ort "Grasaloh" identisch ist, konnte allerdings noch nicht sicher bestätigt werden. Im Jahr 1489 bestand Grassel aus 3 Vollhöfen, 5 Halbhöfen und 9 Kötnerhöfen. Danach war damals von etwa 150 Einwohnern auszugehen.

Wüstungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe Hauptartikel: Wüstungen im Papenteich
In der Grasseler Feldmark befinden sich die Wüstungen Lüttgen Bevenrode und Engerode.

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurde Grassel in die Gemeinde Meine eingegliedert.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Vincenz-Kirche

Der Ort gehört zum evangelischen Kirchspiel Essenrode, hat jedoch mit St. Vincenz eine eigene Kirche (ausgebaut 1864/66 von Conrad Wilhelm Hase in Backstein-Neugotik, zuvor Kapelle, erhalten sind ein mittelalterlicher Turmsockel aus Bruchstein und ein spätgotischer Altaraufsatz). Die katholischen Einwohner gehören zur St.-Andreas-Kirche in Meine.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergarten: Die erste Erwähnung eines Schuldienstes in Grassel stammt aus dem Jahr 1655, heute beherbergt das Gebäude der ehemaligen Schule einen Kindergarten (Grasselbande)
  • Feuerwehr und Zivilschutz: Grassel hat seit 1924 eine eigene Freiwillige Feuerwehr
  • Dorfgemeinschaftshaus: Das DGH mit einem großen und kleinem Saal wird vorwiegend von den Vereinen genutzt, kann aber auch privat angemietet werden.

Vereine, Verbände, Gruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grassel hat ein umfangreiches und sehr aktives Vereinsleben: die Feuerwehr als größter Verein, einen gemischten Chor, einen Singkreis für Frauen, den Kinderchor "Die Grasselinos", die Jagdhornbläser, einen Tischtennisverein mit verschiedenen Sparten, die schießsportliche Kameradschaft des Niedersächsischen Kameradschaftsverbandes "Kyffhäuser" von 2017 e.V., einen Reitsportverein, einen Kleingärtner- und einen Seniorenverein.

ÖPNV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Braunschweiger Verkehrs-GmbH betreibt die Buslinie 424 Braunschweig Lincolnsiedlung - Essenrode, die VLG die Linie 192 Meine - Wedelheine - Grassel.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2011 gibt es einen kleinen Gartenbaubetrieb mit Hofladen (Gittis Garten), der im Frühjahr Blumen und bis zum Herbst saisonales Gemüse anbietet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Klose: Geschichtliches aus dem Papenteich. Meine 1983, ISBN 3-87040-029-3. Zahlreiche Aufsätze und Kurzbeiträge vor allem zur Papenteicher Geschichte.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brand, Renate: Papenteich in alten Ansichten, Eschenbach 1995, ISBN 3-89570-057-6
  2. Verwaltungsgeschichte Gifhorn bis 1939
  3. a b Papenteicher Nachrichten, Ausgabe 395 - Mai 2007, Seite.5
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 226.