Gratsparren

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Ausgetragener Gratsparren (blau)

Ein Gratsparren ist ein besonderer Dachsparren an zwei sich schneidenden Dachflächen, wenn sie einen Dachgrat bilden. Der Gratsparren ist das Pendant zum Kehlsparren an einer Dachkehle. Ein Gratsparren besteht in der Regel aus Bauholz, bei höherer Beanspruchung und/oder Stützweite wird er aber auch aus Profilstahl hergestellt. Der Zimmerer fertigt einen Gratsparren als Anschlusspunkt für die Schifter im Dachtragwerk, zum Beispiel eines Walmdaches.

Besonderheiten und Ausführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgearbeiteter Firstpunkt eines Gratsparrens

Ein Gratsparren ist länger und etwa um die Hälfte höher als ein Normalsparren desselben Daches.[1] Er besitzt eine geringere Neigung als die Sparren und Schifter der angrenzenden Dachflächen. Ein Gratsparren kann verkantet im Raum liegen. Um eben in beiden angrenzenden Dachflächen zu liegen, muss er abgegratet oder tiefer gelegt werden. Wenn ein Gratsparren nicht bis zur Dachtraufe läuft spricht man von einer Verfallung. Der Traufabschnitt eines Gratsparrens kann einen Hexenschnitt erhalten um dort eine umlaufende Traufbohle befestigen zu können oder einen einheitlichen Anblick zu erhalten. Zur Bestimmung der beiden Abschnitte, der Klauen und der Abgratung ist es notwendig einen Grundriss und ein Profil des Daches aufzureißen. Das Aufreißen und Anreißen von Gratsparren sind Teil der Handwerkstechnik Schiftung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bund Deutscher Zimmermeister (Hrsg.): Ausbildung im Zimmerer-Handwerk. Schiften nach der Flächenmethode. Bruderverlag, 1998.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schneider (Hrsg.): Bautabellen für Ingenieure. Seite 4.128. Werner Verlag, 2004.