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Grawa-Wasserfall

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Grawa-Wasserfall
Ansicht von der Aussichtsplattform nahe unterhalb des Wasserfalls (2025)

Ansicht von der Aussichtsplattform nahe unterhalb des Wasserfalls (2025)

Koordinaten 47° 0′ 48,3″ N, 11° 11′ 20,5″ OKoordinaten: 47° 0′ 48,3″ N, 11° 11′ 20,5″ O
Grawa-Wasserfall (Tirol)
Grawa-Wasserfall (Tirol)
Ort Tirol, Österreich
Höhe 180 m
Breite 85 m
Fallender Wasserlauf Sulzaubach
Mündungsgewässer Sulzaubach
Grawa-Wasserfall, von weiter weg gesehen (2018)

Der Grawa-Wasserfall ist ein Wasserfall des Sulzaubaches im hinteren Stubaital (Tirol/Österreich) auf der orografisch rechten Talseite gegenüber der Grawa-Alm (1530 m). Er ist von der Stubaier Landesstraße L232, die 2,7 km weiter taleinwärts bei der Talstation der Stubaier Gletscherbahn endet, sehr gut einsehbar und über einen kurzen Fußweg erreichbar. Der Grawa-Wasserfall ist, wenn ausreichend Schmelzwasser auftritt, mit etwa 85 m Breite der breiteste Wasserfall der Ostalpen. Auf einer horizontalen Länge von 220 m fällt er als Kaskadenbündel stiebend ca. 180 m tief – landschaftlich reizvoll. Der gebänderte Felsuntergrund bildet in der Mitte des Falls einen Buckel aus.

Der Sulzaubach fließt vor dem Fall etwa 1 km weit nordwärts, im Bereich des Falls (auf Landkarten mitunter dargestellt als aufgefächert in 3 parallele Arme) in Richtung Nordwest und wendet sich danach nach NO und mündet ein kurzes Stück danach von rechts in die von West nach Ost verlaufende Ruetz, die das Stubaital bildet.

Der Grawa-Wasserfall wurde 1979 gemäß Tiroler Naturschutzgesetz zum Naturdenkmal erklärt und liegt im Landschaftsschutzgebiet Serles-Habicht-Zuckerhütl.

Der Sulzaubach, der den Wasserfall bildet, wird von den größten Gletschern im Einzugsbereich der Ruetz, nämlich dem Sulzenauferner, der Fernerstube und dem Grünauferner gespeist und hat daher die charakteristischen Eigenschaften und das Abflussverhalten eines Gletscherbaches in ausgeprägter Form. Gletscherbäche sind sehr unwirtliche Ökosysteme, immer kalt, mit hoher Fließgeschwindigkeit und jahres- und tageszeitlich stark wechselndem Durchfluss. Daher weisen sie eine hoch spezialisierte Fauna und Begleitflora bei vergleichsweise geringer Biomasse auf. Im Bereich des Wasserfalls selbst dürften aufgrund der extremen Verhältnisse kaum aquatische Insekten oder andere Wassertiere vorkommen.

Der umgebende Wald wird von einem gemischten Fichten- und Zirbenbestand gebildet, mit einzelnen Erlen- und Birkengruppen und dem für diese Höhenlage und Nordwestexposition typischen Unterwuchs aus Moosen und Beerensträuchern. Der feine Wasserstaub aus den Kaskaden ermöglicht das Gedeihen einer standorttypischen Feuchtgebietsflora, deren flechtenbewachsene Bäume an einen Regenwald erinnern.

An der westlichen (linken) Uferkante des Wasserfalls wurde 2007–2008 im Zuge des Stubaier WildeWasserWeges (Eigenschreibung wilde wasser weg) ein Aufstieg mit zwei Aussichtsplattformen errichtet. 200 m nordwestlich der Mitte des Falls liegt die untere Aussichtsplattform mit aus Holzlatten geformten Liegen.

Commons: Grawa-Wasserfall – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Grawa-Wasserfall – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien