Graz Hauptbahnhof

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In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Verkehrsinformationen und Infos über die Verbindung zum Graz Köflacherbahnhof fehlen --Tempi  Diskussion 20:22, 15. Mai 2013 (CEST)

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Graz Hauptbahnhof
Halle des Grazer Hauptbahnhofs
Bahnhofshalle nach den Umbauarbeiten 2001-2003
Daten
Betriebsart Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 10
Reisende täglich ca. 30 000
Abkürzung G
IBNR 8100173
Eröffnung 1847 (1950)
Lage
Stadt Graz
Bundesland Steiermark
Staat Österreich
Koordinaten 47° 4′ 20″ N, 15° 25′ 1″ O47.07222222222215.416944444444Koordinaten: 47° 4′ 20″ N, 15° 25′ 1″ O
Höhe über SO 364 m ü. A.
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in Österreich

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Der Grazer Hauptbahnhof (früher Stationsplatz Graz, dann Südbahnhof) ist mit einer Kundenfrequenz von rund 30.000 Personen pro Tag[1] einer der wichtigsten Bahnhöfe Österreichs und verbindet Fern- und Nahverkehrsstrecken der ÖBB (S-Bahn Steiermark, Südbahn, Steirische Ostbahn, Koralmbahn) und die Graz-Köflacher Bahn mit den Linien 1, 3, 6 und 7 der Straßenbahn Graz, den städtischen Buslinien der Holding Graz Linien sowie Regionalbuslinien. Der Hauptbahnhof verfügt über zwölf Hauptgleise, zahlreiche Nebengleise und zehn Bahnsteiggleise, sämtliche Weichen und Signale werden durch das ESTW Graz ferngesteuert. Weiters gibt es eine Verladestelle für Autoreisezüge.

Geschichte[Bearbeiten]

Die heutige Empfangshalle nachts

Ab 1825 trat Erzherzog Johann für eine Eisenbahnverbindung zwischen Donau und Adria ein, um Wien mit dem wichtigsten Hafen in Triest zu verbinden.[2]

Am 21. Oktober 1844 konnte schließlich die Bahnstrecke Graz – Mürzzuschlag und somit auch der Grazer Südbahnhof, damals als Stationsplatz Gratz, eröffnet werden. Er wurde 1847 endgültig fertiggestellt. Im Rahmen des Baues wurden auch die Annenstraße und die Keplerstraße angelegt.[2]

Das damalige, erste Aufnahmsgebäude, 1843 von Architekt Moritz von Loehr geplant, war 89 m lang, 15 m breit und besaß eine vorgebaute Personenhalle, lange Bogenfenster und einen achteckigen Uhrturm.

In den 1860er Jahren kam die Südbahn in den Besitz der k. k. priv. Südbahngesellschaft’’. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung wurde der Bahnhof zu klein. So wurde 1871 bis 1876 unter Architekt Wilhelm von Flattich ein Erweiterungsbau im Stil des Historismus errichtet; dafür wurde der Vorgängerbau bis 1878 abgetragen.[2] Dieser zweite Bahnhof hatte eine große Mittelhalle mit drei großen Bogenfenstern und zwei niedrigeren Längstrakten mit Endpavillions. Das Aussehen ähnelte dem des Salzburger Bahnhofs, dessen Halle heute noch so aussieht.

Im Juli 1900 erfolgte die Inbetriebnahme einer teilweisen, am 27. April 1914 der vollständigen elektrischen Beleuchtung der Bahnhofsanlagen. Am 1. April 1913 wurde der Bahnhof in Graz Hauptbahnhof’’ (seine heutige Bezeichnung) umbenannt.

1924 übernahmen die BBÖ den Betrieb der Südbahn, Graz kam damit zum Direktionsbereich Villach. Nach dem Anschluss wurde Graz der Reichsbahnendirektion Wien der Deutschen Reichsbahn zugeordnet.

Das damalige, zweite Bahnhofsgebäude wurde im Zweiten Weltkrieg so schwer beschädigt, dass es abgerissen werden musste. Graz liegt seit damals wieder im Direktionsbereich Villach. Für die Neugestaltung des Baues wurde ein Wettbewerb veranstaltet, den der Architekt Wilhelm Aduatz gewann. Er plante die große, verglaste Eingangshalle des heutigen Grazer Hauptbahnhofs mit einem zweigeschossigen Nordtrakt und einem dreigeschossigen Südtrakt in schlichter Nachkriegsbauweise. Die endgültige Fertigstellung erfolgte im Frühjahr 1956.[3]

Die Halle ist heute noch erhalten und steht unter Denkmalschutz. Mittlerweile wurde der Bahnhof mehrfach umgebaut und erweitert, zuletzt 2001 im Zuge der Bahnhofsoffensive. Dabei wurde die Halle von zwei gläsernen Seitentrakten umfasst, die eine Geschäftspassage bilden. Davor war auf dem nördlichen Vorplatz ein Ibis-Hotel mit Supermarkt errichtet worden.

Anlässlich des Kulturhauptstadtjahres 2003 entwarf Peter Kogler eine großflächige Kunstinstallation für die Haupthalle: Die Innenwände wurden mit einer 2355 m² großen, textilen Kunststoffverkleidung mit aufgedruckten, geometrischen Figuren ausgekleidet. Die Installation sollte nach dem Kulturhauptstadtjahr entfernt werden, doch aufgrund von positiven Reaktionen aus der Bevölkerung und der Bahnhofsbenutzer wurde die Installation erhalten.

Der in den späten 1990er Jahren neu gestaltete Personentunnel zu den Bahnsteigen wurde für sein funktionales Design mit dem Brunel Award ausgezeichnet und diente als Prototyp für ähnliche Umbauten in anderen Bahnhöfen.

2003 und 2004 wurde der Bahnhof von den Fahrgästen zum schönsten Bahnhof Österreichs gewählt. Bei den folgenden Wahlen erzielte der Bahnhof regelmäßig Stockerlplätze.

Zwischen 2005 und 2008 erfolgte in drei Phasen der Umbau des Stellwerks auf elektronische Technik (ESTW). Seit 2008 werden alle Weichen und Signale im Großraum Graz von dort aus zentral gesteuert.[4]

Bahnhof[Bearbeiten]

Die Geschäftszone im Nordtrakt des Bahnhofs
Bahnsteig 2/3 bei Nacht

Das Bahnhofstgebäude besteht aus der Halle, einem vorgezogenen Trakt mit überdachtem Hof auf der Nordseite, einem zweistöckigen Nordflügel und einem dreistöckigem Südflügel. In der Halle des Bahnhofes befinden sich das ÖBB-Reisezentrum mit Reisebüro, eine ÖBB Club Lounge und insgesamt sieben Fahrkartenautomaten. Im umgebauten Hofteil, in dem sich früher Gepäckaufbewahrung und Schließfächer befanden, gibt es heute einen Spar-Supermarkt mit erweiterten Öffnungszeiten, eine Postfiliale, ein Bücher- und Zeitschriftengeschäft, ein Fitness Center, mehrere Backshops und Cafés. Der Südflügel beherbergt eine McDonalds Filiale und ein weiteres Restaurant.

Am unteren Ende der Rolltreppen von der Abfahrtshalle in die (südliche) Fußgänger-Unterführung zu den Bahnsteigen bestehen ein Snack-Laden und 120 Schließfächer. Mitte 2013 wurde ein wenig nördlich der (kleinen) Ankunftshalle, also auf Höhe SPAR-Lebensmittelmarkt die rolltreppenlose Fussgängerunterführung Nord erneuert und mit einem Ausgang (Stiege und Lift) auf der westlichen Rückseite des Bahnhofgeländes beim denkmalgeschützten Wasserturm eröffnet. Die erste öffentlich erlaubte Durchquerung des Bahnhofsareals, entgegen frühen Planungen jedoch ohne Passage für Radfahrverkehr.[5] Im Nordtrakt des Bahnhofsgebäudes sind eine Polizeiinspektion und das Stellwerk untergebracht, der Aussichtsturm wurde direkt auf den ersten Stock der Fahrdienstleitung aufgesetzt.

Nördlich an das Bahnhofsgebäude angebaut, befinden sich Gebäude der Post, die unter anderem als Logistikzentrum genützt werden und in die eigene Gleise führen. Seit dem Verkauf des Innenstadtgebäudes der Hauptpost 2008 befindet sich auch die Verwaltungszentrale beim Bahnhof.[6] Weiter nördlich folgen weitere Abstellgleise und eine große Wagenhalle, die auf dem ehemaligen Areal der Speditionen errichtet wurde. Seit 2003 der Güterverkehr für den Großraum Graz hauptsächlich über den Terminal Graz Süd in Werndorf abgewickelt wird, wurden sämtliche Lagerhallen abgerissen und 2009 durch Abstellgleise für Personenwagen (Personenwagenabstellgruppe) und eine große Halle mit Werkstättenräumen (Servicehalle TS) ersetzt. Im Norden führen dann alle Gleise wieder zusammen, um nach der Brücke über die Peter-Tunner-Gasse im Verschiebebahnhof Gösting wieder aufgefächert zu werden.[7]

Es gibt zehn Bahnsteige: neun Durchfahrtsbahnsteige (1-9) und einen Kopfbahnsteig (21). Manche Bahnsteige werden in zwei Teile geteilt (A und B), alle sind barrierefrei erreichbar. Die Anhebung der Bahnsteigkanten auf 55 cm, die Verlängerung der einzelner Bahnsteige auf 420 Meter, sowie die Errichtung von zwei neuen Bahnsteigen werden im Laufe des Bauprojektes Graz Hauptbahnhof 2020 realisiert. Zu jedem Bahnsteig außer 1 und 21, die von der Bahnhofshalle aus erreichbar sind, führen ein Aufzug, eine Treppe und eine oder zwei Rolltreppen.

Hinter dem Bahnsteig 7 befinden sich Abstellgleise, Verwaltungsgebäude und Werkstätten mit einer Schiebebühne und einer Drehscheibe. In diesem Bereich steht außerdem ein Wasserturm an der Waagner-Biro-Straße, der unter Denkmalschutz steht. Im Keller eines Verwaltungsgebäudes ist außerdem der Grazer Eisenbahner-Modelleisenbahnclub (GEMEC) mit seiner H0-Anlage untergebracht.[8]

Am Südende des Bahnhofsgebäudes befinden sich außerdem die denkmalgeschützten Räumlichkeiten des ehemaligen Non-Stop-Kinos. Es wurde 1957 als eines der modernsten Kinos Österreichs eröffnet, ab dem Ende der 1970er Jahre als Erotikkino betrieben und musste im September 2010 geräumt werden, da die ÖBB den Vertrag kündigten.[9] Hinter diesem Gebäude befindet sich die Verladestelle für den Autoreisezug. Daneben führen die Gleise über eine große Brücke über den abgesenkten Eggenberger Gürtel.

Graz Hauptbahnhof 2020[Bearbeiten]

Nahverkehrsdrehscheibe - Dachkonstruktion Europaplatz
Nahverkehrsdrehscheibe - Haltestelle Hauptbahnhof

Seit Anfang 2010 wird an weiteren Ausbauten des Grazer Hauptbahnhofes gearbeitet, um seiner Funktionen als Nah- und Fernverkehrsknoten gerecht zu werden und ihn für die S-Bahn und die Inbetriebnahme der in Bau befindlichen Koralmbahn zu rüsten. Das Gesamtprojekt nennt sich Graz Hauptbahnhof 2020, der neu gestaltete Bus- und Straßenbahnknoten Europaplatz wird als Nahverkehrsdrehscheibe bezeichnet. Das Projekt wurde wie schon zuvor der Umbau der Bahnhofshalle und jener des Personentunnels Süd vom Architektenduo Zechner & Zechner gestaltet.[10]

Unter anderem werden die Bahnsteige verlängert und neu überdacht, sowie die Bahnsteigkanten von 38 cm auf 55 cm angehoben. Weiters wurde ein neuer Bahnsteig (8/9) für die Graz-Köflacher Bahn weiter südwestlich errichtet, der Personentunnel Süd dorthin verlängert und die Kapazität der Gleisanlagen erhöht. Weiters wird der Personentunnel Nord neu errichtet und zum Wasserturm in der Wagner-Biro-Straße verlängert. Hier entsteht ein neuer Ein- und Ausgang, der den Hauptbahnhof mit dem Grazer Westen verbinden soll.[11] Eine Seite der Wand wird ähnlich der Haupthalle von Peter Kogler künstlerisch gestaltet. Der Tunnel wurde am 10. April 2013 eröffnet.[12]

Auch der Bahnhofsvorplatz wurde neu gestaltet, wobei ein ovales Dach den Fahrgästen beim Umsteigen zwischen Stadtbussen und Zügen einen Witterungsschutz bietet. Dieses Rondeau wurde nach einem Leserwettbewerb der Kleinen Zeitung Golden Eye genannt.[13]. Für die Straßenbahn, die ab dem Bereich der Annenstraße nächst dem Möbelhaus Leiner den Europaplatz unterirdisch durchquert, wurde im Bereich der früheren Wendeschleife der Linien 3 und 6 eine Doppelhaltestelle in Tieflage für die Linien 1, 3, 6 und 7 errichtet, von dort aus unterquert die Straßenbahnstrecke nach einer engen Kurve den Hauptbahnhof unter dem ehemaligen Non-Stop-Kino, um südlich der Gleisanlagen wieder aufzutauchen. Zuvor wurde die Wendeschleife in die benachbarte Asperngasse (Endstation Laudongasse) verlegt.[14] Die Inbetriebnahme der Nahverkehrsdrehscheibe Graz erfolgte Ende 2012, die vollständige Fertigstellung ist 2015 bis 2016 vorgesehen.[15] Bei den Bauarbeiten wurden drei Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt. Eine konnte nicht abtransportiert werden und musste am 25. März 2011 zur Explosion gebracht werden, wodurch in der Umgebung erheblicher Sachschaden entstand und unter anderem die historische Bahnhofsuhr (grüne Gasentladungsröhren als leuchtende Stundenstriche und Zeiger) beschädigt wurde.[16]

Im Dezember 2012 wurde mit dem Neubau der Brücke über die Eggenberger Straße begonnen. Für diesen Umbau musste eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen Graz' für ein Jahr gesperrt werden. Der gesamte Autoverkehr zwischen Lend und Eggenberg musste in dieser Zeit über die Bahnunterführungen Don Bosco und Peter-Tunner-Gasse großräumig ausweichen.

Übersicht über die Baustelle Nahverkehrsdrehscheibe am 1. April 2011, vom Bauamt aus aufgenommen.
Die neue unterirdische Straßenbahnstation

Zeitplan[Bearbeiten]

Mai 2014:

  • Fertigstellung des seit August 2013 gesperrten Bahnsteiges 4/5. Dachlückenschluss zwischen den Bahnsteigen 4/5 und 6/7 Feber/März 2014[17]

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ÖBB Graz Hauptbahnhof 2020
  2. a b c Kleine Zeitung Die Eisenbahn kommt nach Graz (abgerufen am 7. Feber 2011)
  3. [emile.uni-graz.at/pub/06S/2006-07-0059.doc Der Grazer Hauptbahnhof] Uni-Arbeit von Katharina Siegel
  4. ÖBB rüstete zentrales Stellwerk in Graz um 40,7 Millionen Euro auf, Kleine Zeitung am 2. Dezember 2008
  5. Am Bahnhof
  6. Die Grazer Hauptpost ist bald Geschichte, Kleine Zeitung am 29. Feber 2008
  7. [1] (PDF; 7,2 MB), Graz Hauptbahnhof und Koralmbahn von Klaus M Schneider
  8. GEMEC
  9. Letzte Screenings im Grazer "NonStop"-Kino, der Standard am 23. September 2010
  10. www.zechner.com – Verkehrsprojekte auf der Homepage der Architekten Zechner und Zechner
  11. Maßnahmen Konjunkturpaket Bahn über ÖBB Rahmenplan 2009-2012
  12. Kleine Zeitung Eine Abkürzung in den Grazer Westen (abgerufen am 15. Mai 2013)
  13. Rondeau vor Hauptbahnhof: „Golden Eye“ gewinnt, Kleine zeitung am 26. September 2012
  14. Nahverkehrsdrehscheibe Graz auf der Homepage der Architekten Zechner & Zechner.
  15. Stadtentwicklung Graz
  16. Schäden nach Sprengung von Fliegerbombe, Kronenzeitung am 27. März 2011
  17. [2]