Greasemonkey

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Greasemonkey
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Entwickler Anthony Lieuallen, Aaron Boodman, Johan Sundström
Erscheinungsjahr 2005
Aktuelle Version 2.0[1]
(17. Juni 2014)
Programmier­sprache JavaScript, XUL, CSS
Kategorie Add-on
Lizenz MIT-Lizenz
Deutschsprachig Ja
www.greasespot.net

Greasemonkey (von englisch grease monkey für „(Kfz-)Mechaniker“,[2] wörtlich „Schmieraffe“, im Deutschen umgangssprachlich auch „Schmiermaxe“) heißt eine Erweiterung zum Webbrowser Mozilla Firefox, welche die Implementierung des Konzeptes Active Browsing ermöglicht. Greasemonkey erlaubt dem Nutzer, eigene JavaScript-Dateien im Browser auszuführen. Diese Skripte individualisieren das Erscheinungsbild und Verhalten der angezeigten Webseite, ohne einen Zugriff auf die eigentliche Webseite vornehmen zu müssen. Dadurch erweitert Greasemonkey beispielsweise Webseiten um Funktionen, behebt Fehler in der Darstellung, bindet Inhalte anderer Webseiten ein und erledigt wiederkehrende Aufgaben automatisch.

Technische Details[Bearbeiten]

Greasemonkey wurde in JavaScript und XUL geschrieben. Die Erweiterung ermöglicht dem Benutzer die Ausführung von JavaScript-Dateien im Browser, die die angezeigte Webseite mittels DOM-Schnittstelle manipulieren können. Diese JavaScript-Dateien bezeichnet man als Greasemonkey-Skripte; sie sind ohne die Erweiterung nicht direkt lauffähig. Da Greasemonkey aber nur eine Vereinfachung zur Erstellung und Einbindung dieser Skripte bereitstellt, gibt es von vielen Greasemonkey-Skripten auch eine allein lauffähige Firefox-Erweiterung oder Bookmarklets.

Für jedes Skript kann mittels eines oder mehrerer regulärer Ausdrücke festgelegt werden, für welchen URL es eingebunden werden soll. Wird dieser URL dann aufgerufen, bindet Greasemonkey das Skript in die Seite ein, so dass sich dieses so verhält, als wäre es von der Seite selbst eingebunden worden, und die Seite folglich beliebig verändern kann.

Greasemonkey-Skripte haben die Dateiendung .user.js, sodass sie von Greasemonkey automatisch als Skripte erkannt werden und dem Benutzer zur Installation angeboten werden. Zusätzlich zum eigentlichen JavaScript-Quelltext enthalten die Dateien noch einige Metadaten über Autor, Arbeitsweise und Vorschläge für zu verwendende reguläre Ausdrücke.

Auch wenn Greasemonkey die Erstellung von Erweiterungen vereinfacht, ist doch Grundwissen über JavaScript und DOM vonnöten. Allerdings ermöglicht es eine „Erweiterung zur Erweiterung“ namens Platypus,[3] auch im WYSIWYG-Verfahren einfache Skripte zu erstellen und zu speichern, die beispielsweise Teile einer Webseite ausblenden oder verschieben und diese Änderungen wiederherstellen, wenn man erneut die Seite besucht.

Typische Anwendungsbereiche[Bearbeiten]

Anwender haben die unterschiedlichsten Skripte erstellt, welche beispielsweise

Ähnliche Funktionen für andere Browser[Bearbeiten]

Greasemonkey ist für Mozilla Firefox, Epiphany, Flock und für SeaMonkey verfügbar.

In QupZilla ist Greasemonkey ebenfalls verfügbar.

Opera hat ab Version 8 eine ähnliche Software direkt implementiert, wodurch Greasemonkey-Skripte zumeist auch in Opera ohne (große) Änderungen lauffähig sind. Zudem existieren zwei Erweiterungen namens Violent Monkey[4], was ein Pendant zu Greasemonkey ist, und UserScript Converter[5], was versucht, Opera-Erweiterungen aus Greasemonkey-Skripten zu generieren.

Für den Internet Explorer wurde versucht diese Funktionalität durch GreasemonkIE[6] (inzwischen eingestellt), Trixie[7] und Turnabout bereitzustellen, wobei nur letzteres als Open-Source-Software unter der BSD-Lizenz entwickelt wird. Ein ähnliches Konzept verfolgt auch iMacros,[8] allerdings konzentriert sich diese Software auf die Automatisierung von Abläufen im Browser. Veränderungen der Webseite sind nicht vorgesehen.

Für Safari gibt es mit GreaseKit[9] (ehemals Creammonkey) und PithHelmet (Shareware) ähnliche Tools für die Mac OS-Version des Browsers.

Google Chrome unterstützt Greasemonkey-Skripte seit der Anfang 2010 veröffentlichten Version 4.[10] Die Skripte werden aber nicht nativ als ECMA-Scripte ausgeführt, sondern bei der Installation eines Skriptes in ein Plugin überführt, das sich dann wie alle anderen Erweiterungen des Browsers verwalten lässt. Auf Grund der technischen Unterschiede zwischen Mozilla Firefox und Google Chrome geht Google jedoch davon aus, dass nur etwa 85 bis 90 % der Skripte fehlerfrei in Google Chrome laufen.[11] Mit Tampermonkey existiert zudem eine Chrome-Extension, die angibt, voll kompatibel zu Greasemonkey zu sein.[12]

Fast alle Browser gestatten es, durch Bookmarklets JavaScript im Browser auszuführen, allerdings nur durch manuellen Aufruf und nicht automatisch beim Laden der Seite.

Ähnliche Software[Bearbeiten]

Sehr ähnlich, allerdings mit Cascading Style Sheets, arbeitet die Erweiterung Stylish[13] für Mozilla- und Chrome-Browser.

Viele lokale Proxyserver erlauben es, unabhängig vom verwendeten Browser, die angeforderte Webseite vor dem Anzeigen durch den Webbrowser zu ändern, beispielsweise Proxomitron und Privoxy.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Greasemonkey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Greasemonkey 2.0 Release auf greasespot.net.
  2. grease monkey ist ein englischer Slang-Ausdruck für „(Auto-)Mechaniker“, kann abwertend/beleidigend gemeint sein und bis mindestens 1928 zurückverfolgt werden, vergleiche dictionary.com (englisch). Zur mutmaßlichen früheren Wortherkunft siehe Grease monkey in der englischsprachigen Wikipedia.
  3. platypus.mozdev.org
  4. addons.opera.com
  5. addons.opera.com
  6. daishar.com
  7. bhelpuri.net
  8. addons.mozilla.org
  9. 8-p.info
  10. blog.chromium.org
  11. heise.de
  12. chrome.google.com
  13. userstyles.org