Grebendorf

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Grebendorf
Gemeinde Meinhard
Koordinaten: 51° 12′ 16″ N, 10° 3′ 52″ O
Höhe: 170 (153–225) m ü. NHN
Fläche: 7,58 km²[1]
Einwohner: 1585 (Sep. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 209 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 37276
Vorwahl: 05651
Das Alte Keudellsche Schloss

Grebendorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Meinhard im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis. Es ist Sitz der Gemeindeverwaltung, die sich im Alten Keudellschen Schloss befindet.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grebendorf liegt nahe der Landesgrenze zu Thüringen an den Südausläufern der Gobert. Es befindet sich im Tal der Werra nördlich des Flusses. Jenseits bzw. südlich davon liegt Eschwege. Im Dorf treffen sich die Kreisstraße 3 und die Landesstraße 3424. Letztere stößt auf die etwa 400 m südlich von Grebendorf vorbeiführende Bundesstraße 249.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde als Grebendorph erstmals im Jahre 1262 erwähnt.[3] Schon vor dieser Zeit, etwa seit dem 8. Jahrhundert, soll es eine Kapelle gegeben haben.

Am 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Grebendorf in die neue Gemeinde Meinhard eingegliedert.[4]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Pfarrkirche

An der Stelle der heutigen evangelischen Pfarrkirche stand ehemals ein kleinerer Vorgängerbau aus dem 14. oder 15. Jahrhundert, dessen Kirchenschiff wegen Baufälligkeit um 1820 abgerissen wurde. Nach den Plänen des kurhessischen Landbaumeisters Johann Friedrich Matthei wurde unmittelbar danach ein rechteckiger querorientierter Saalbau mit vorspringendem Mittelrisalit an den Kirchturm angebaut. Die im klassizistischen Stil errichtete Kirche wurde im November 1821 eingeweiht. Zu den bemerkenswerten Ausstattungsstücken gehören die Kanzel aus dem Jahr 1596 sowie die Glasfenster. Die beiden farbigen Fenster, die die Segnung der Kinder und die Hochzeit zu Kana zeigen, wurden 1906 anlässlich der Silbernen Hochzeit Kaiser Wilhelm II. und seiner Frau von einem ortsansässigen Fabrikantenehepaar gestiftet.

Vom Kirchturm wurde 1843 der morsche hölzerne Teil abgetragen und der mittelalterliche Unterbau um sieben Meter auf die heutige Höhe aufgestockt. Im Turm befinden sich drei unterschiedlich große Glocken aus den Jahren 1450, 1506 und 1520.[5] Wegen ihrer künstlerischen, baulichen und geschichtlichen Bedeutung ist die Kirche ein geschütztes Kulturdenkmal.[6]

Dorfanger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Anger mit der als Naturdenkmal geschützten alten Linde

Der Anger im ehemaligen Dorfkern Grebendorfs ist ein runder Platz, mit einer Ummauerung aus Sandsteinen, auf dem drei Linden stehen. In seiner heutigen Form ist er wahrscheinlich um 1750 angelegt worden. In diese Zeit wird auch die Pflanzung der Bäume datiert. Die alte Linde, die in 1936 als Naturdenkmal ausgewiesen wurde, ist die letzte von damals fünf Bäumen. Die beiden anderen Linden sind Nachpflanzungen aus späteren Jahren. Hinter der Angereinfriedung steht ein Fachwerkhaus, das um 1600 erbaut wurde und als eines der wenigen Häuser der Region den Dreißigjährigen Krieg unbeschadet überstanden hat. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Haus durch einen dreistöckigen Fachwerkbau erweitert. Bis zum Bau der Eisenbahnlinie um 1880, die der Volksmund als Kanonenbahn bezeichnete, dienten die Stallungen im massiven Erdgeschoss der ehemaligen Dorfschänke den Fuhrleuten als Ausspann für ihre Pferde.[5]

Als alte Versammlungs- und Gerichtsstätte ist der Anger aus ortsgeschichtlichen Gründen schützenswertes Kulturdenkmal.[7]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Ort gibt es eine Grundschule, die Meinhard-Schule.
  • Der örtliche Kindergarten hat drei Gruppen (75 Kinder).
  • Am Südostrand des Ortes befindet sich ein 95.000 m² großes Gewerbegebiet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grebendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Grebendorf, Werra-Meißner-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 25. Januar 2016). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Einwohnerzahlen der Ortsteile im Haushaltsplan 2015 der Gemeinde Meinhard (Vorbericht Seite 2), abgerufen im Februar 2016.
  3. Die Ersterwähnungsurkunde Grebendorfs von 1262. In: Arbeitskreis „Geschichte Grebendorf“: 750 Jahre Grebendorf, 1262–2012. Grebendorf 2012, S. 115–116.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/ Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 388.
  5. a b Informationstafeln des Arbeitskreises "Geschichte Grebendorf"
  6. Peer Zietz, Thomas Wiegand: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland - Kulturdenkmäler in Hessen. Werra-Meißner-Kreis I, Altkreis Eschwege. Verlag Vieweg, Braunschweig/ Wiesbaden 1991, ISBN 3-528-06240-1, S. 187 f.
  7. Gerichtsplatz in Grebendorf. Gerichtsstätten in Hessen. (Stand: 15. Januar 2016). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).