Grebenhain (Ortsteil)

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Grebenhain
Gemeinde Grebenhain
Koordinaten: 50° 29′ 24″ N, 9° 20′ 16″ O
Höhe: 431 m
Fläche: 15,77 km²
Einwohner: 1022 (31. Dez. 2011)
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36355
Vorwahl: 06644

Grebenhain ist Sitz der Verwaltung der gleichnamigen Großgemeinde Grebenhain im Vogelsbergkreis, Hessen und ihr zweitgrößter Ortsteil. Der Ortsteil Grebenhain besteht aus dem Dorf Grebenhain und der rund 1 km westlich gelegenen und erst nach 1946 entstandenen Siedlung Oberwald mit dem Industriegebiet Oberwald, sowie aus einem benachbarten Wohnsiedlungsbereich, der sich aus drei Wassermühlen und einem Wochenendgebiet entwickelte, die Ahlmühle.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Höllerich auf Grebenhain

Grebenhain (431 m ü. NN) liegt im Hohen Vogelsberg, einer der größten Schildvulkane Europas. Das Dorf liegt vier km östlich der Herchenhainer Höhe (733 m ü. NN) und dem Grebenhainer Berg (729 m ü. NN) und südlich des Klöshorst (550 m ü. NN) als höchsten Punkt eines Höhenzugs in östlicher Richtung. Tiefster Punkt liegt mit 425 m ü. NN in der Wagbachaue. Die Gemarkung von Grebenhain hat eine Fläche von 1477 ha. Das größte Fließgewässer des Gebietes ist der aus dem westlich gelegenen Oberwald kommende und bis vor einigen Jahrzehnten von bis zu fünf Mühlen (Ahlmühlen) genutzte und entsprechend wasserbaulich angepasste Wagbach. Nach der Gewässergütekarte von Hessen wird der Wagbach (lokal Waaggraben genannt) nach dem Zusammenfluss mit dem nordöstlichen Maulsbach als Schwarza bezeichnet, die in die Lüder mündet. Abweichend davon wird in einem ökologischen Gutachten von 1986 der Wagbach direkt ab Grebenhain als Schwarza bezeichnet. Ein in den 1970er Jahren auf etwa 1,7 ha Wasserfläche erweiterter Angelteich, der Katzenteich, liegt westlich zwischen Grebenhain und der Ahlmühle. Geografisch gehört Grebenhain zum Wassereinzugsgebiet der Weser.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstanden ist Grebenhain, wie die meisten seiner Nachbardörfer, vermutlich um 1000 im Zusammenhang mit der zunehmenden Rodung und dem Landesausbau im Vogelsberggebiet während des hohen Mittelalters. Es gehörte zum Besitz des Klosters Fulda in der Wetterau, der im Hochmittelalter von den Grafen von Nidda als dessen Vögten verwaltet wurde. Nach dem Erlöschen des Niddaer Grafenhauses 1206 kam die Ortschaft an die Grafen von Ziegenhain und noch vor deren Aussterben 1434 an die Landgrafen von Hessen. Gemeinsam mit Bermuthshain, Crainfeld und Ilbeshausen gehörte Grebenhain in althessischer Zeit stets zum Amt Nidda und zum Gericht Crainfeld. Nach den verschiedenen hessischen Landesteilungen im 16. Jahrhundert gehörte es ab 1604 zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt.

Eine Mainzer Urkunde von 1067, in welcher der neugegründeten Pfarrei Breungeshain unter anderem Zehntrechte in einem Ort namens Giesenhachon zugewiesen wurden, wurde lange Zeit als erste Erwähnung von Grebenhain interpretiert und war auch Grundlage der 925-Jahr-Feier im Jahr 1992. Diese Deutung ist nach heutigem Wissensstand jedoch nicht gesichert. Die älteste eindeutige Erwähnung des Ortes findet sich in zwei riedeselischen Verpfändungsurkunden vom 23. November und 15. Dezember 1338 als Grebenheyn bzw. Greffenheyn.

Alte Postkarte von Grebenhain

Durch Aufstauung der Schwarza entstand im Mittelalter an der Westseite des Dorfes ein großer Fischteich, der im Jahr 1429 als sehe zu Grebenhayn erstmals urkundlich erwähnt wird. Von seiner Größe her entsprach er in etwa dem heutigen Nieder-Mooser Teich. Die Fischgerechtigkeit stand bis 1559 jeweils zur Hälfte den Landgrafen von Hessen und den Riedeseln zu. Nach einem mehrjährigen Rechtsstreit verzichteten die Riedesel schließlich 1569 auf ihre Rechte am Grebenhainer Teich und erhielten dafür von Hessen das Quellgebiet des Moosbachs zur Anlage der heutigen Mooser Teiche zugesprochen. Der Teich wurde schließlich im Jahr 1789 trockengelegt und das Gelände landwirtschaftlichen Zwecken zugeführt. Teile des Damms sind noch sichtbar erhalten, vor allem vor dem örtlichen Kindergarten und vor dem Sportgelände.

Noch bis ins Spätmittelalter hinein wurde in der Umgebung von Grebenhain auch Eisenerz abgebaut und verhüttet, woran noch heute der Flurname Am Eisenberg und der Eisenbergsweg erinnern. Im 15. Jahrhundert wurden beim Einsturz eines Bergwerks dreizehn Männer aus Grebenhain getötet. Noch vor 1500 wurde der inzwischen nicht mehr lohnende Bergbau eingestellt. Während der spätmittelalterlichen Agrarkrise wurde außerdem das rund zweieinhalb Kilometer westlich von Grebenhain am Rand des Oberwaldes gelegene Dorf Schershain (erstmals 1399 erwähnt) von seinen Bewohnern verlassen und zur Wüstung. Die unterhalb von Schershain gelegenen Ahlmühlen (Getreidemühlen mit Wasserräder) blieben bestehen.

Beginn der Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1580 bis 1590 wurde erstmals eine Schule im benachbarten Hauptort Crainfeld eingerichtet, die zunächst auch die Kinder aus Grebenhain besuchten. Nachdem zunächst in den anderen Filialorten der Pfarrei Crainfeld Schulen eingerichtet wurden, erhielt dann die Gemeinde Grebenhain auf ihr Ersuchen beim Crainfelder Pfarrer Keyser hin im Jahr 1679 ebenfalls eine eigene Schule im Ort.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Grebenhain durch die Anlage von Wassergräben und Erdwällen befestigt, um der Bevölkerung der umliegenden Ortschaften Schutz bieten zu können. Gespeist wurden die Wassergräben aus dem benachbarten Teich. Trotz dieser Befestigungen wurde der Ort im Jahr 1646 durch schwedische Soldaten erstürmt, geplündert und in Brand gesteckt. 42 von 45 Hofreiten und die Kirche wurden ein Raub der Flammen. An die Befestigungen erinnern heute noch örtliche Hausnamen wie Wendeschanze und Schanzehennerjes.

Ebenfalls von einem Großbrand heimgesucht, diesmal durch den Leichtsinn mehrerer junger Burschen verursacht, wurde Grebenhain im Jahr 1748. Betroffen waren 15 Wohnhäuser nebst Scheunen. Während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) lagerten abwechselnd französische und alliierte Truppen im Gericht Crainfeld und erzwangen umfangreiche "Fouragierungen". Im Sommer 1762 fand bei Crainfeld und Grebenhain ein größeres Gefecht statt, bei dem die Franzosen vernichtend geschlagen werden.

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Inkrafttreten der neuen hessischen Gemeindeordnung 1821 wurde die aus dem Mittelalter überkommene Gerichtsorganisation abgeschafft und das bisherige Gericht Crainfeld aufgelöst. An die Stelle des bisherigen Schultheißen trat ein gewählter Bürgermeister. Grebenhain gehörte zunächst zum Landratsbezirk Schotten, bevor es 1832 in den Kreis Nidda eingegliedert wurde. 1848 wurde das Dorf Teil des kurzlebigen Regierungsbezirks Nidda und kam nach dessen Auflösung 1852 zum Landkreis Lauterbach.

Parzellhandriss von 1832

Einen nachhaltigen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Gemeinde Grebenhain hatte die Entscheidung der großherzoglichen Regierung, die zwischen 1831 und 1857 gebaute Chaussee von Lauterbach nach Gedern nicht über den bisherigen Straßenknotenpunkt Crainfeld, sondern über Grebenhain zu führen. Bereits 1857 wurde in Grebenhain eine Postexpedition errichtet, verbunden mit der Einrichtung einer regelmäßigen Postkutschenverbindung nach Steinau an der Straße und eines Netzes von Landbriefträgern. In der Folgezeit begann Grebenhain allmählich das benachbarte Crainfeld in seiner Funktion als lokaler Mittelpunkt von Verkehr, Handel und Gewerbe zu verdrängen.

20. Jahrhundert bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Entwicklung beschleunigte sich mit dem Bau der Vogelsbergbahn zwischen Lauterbach und Gedern. Bereits 1901 erhielt Grebenhain einen gemeinsamen Bahnhof mit Crainfeld, der zunächst Endpunkt der Strecke von Lauterbach aus war, bevor diese dann 1906 bis Gedern vollendet wurde. Die Straße zwischen dem Ort und dem Bahnhof wurde zur Bahnhofstraße, entlang der in den folgenden Jahren und Jahrzehnten neben zwei Wohnhäusern für Bahnbeamte auch viele private Anwesen von Landwirten, Handwerkern und Gewerbetreibenden entstanden. Grebenhain erhielt auf diese Weise den Charakter eines Straßendorfes, obwohl es historisch gesehen ein Haufendorf darstellt.

Durch den stetigen Einwohnerzuwachs bedingt, ließ 1905 die Gemeinde Grebenhain das 1895 erbaute Schulhaus in der Hauptstraße 12 um ein Stockwerk vergrößern, heute in Privatbesitz. Später erfolgte in der Bahnhofsstraße 1 der Bau eines weiteren Schulgebäudes, heute ebenfalls in Privatbesitz. 1907 erhielt Grebenhain eine Wasserleitung und wurde 1921 an das elektrische Stromnetz des Überlandwerks Oberhessen angeschlossen. Zwischen 1928 und 1934 fand in der Gemarkung Grebenhain die erste Flurbereinigung statt.

Durch die Initiative des seit 1927 in Grebenhain ansässigen, nationalistischen Tierarztes Otto Lang begann vor Ort relativ frühzeitig die Etablierung nationalistischer, politischer Strukturen. Am 1. März 1929 wurde dadurch in Grebenhain die erste NSDAP-Ortsgruppe im damaligen Kreis Lauterbach gegründet.

In der Zeit des Nationalsozialismus begann im April 1936 der Bau einer Kaserne und einer Munitionsfabrik (Munitionsanstalt, kurz: Muna) der deutschen Luftwaffe im Oberwald oberhalb der drei Ahlmühlen. Diese im Wald getarnte Luftwaffeneinrichtung wurde offiziell Luftmunitionsanstalt Hartmannshain genannt, obwohl sie in der Gemarkung Grebenhain lag. Ein Teil der lokalen Bevölkerung begrüßte diese Waffenfabrik als Arbeitsstelle in dem strukturschwachen Gebiet. Zusätzlich mussten zahlreiche weibliche und männliche Zwangsarbeiter darin die Produktion aufrechterhalten.

Die erhaltenen Gebäude der Muna bildeten nach dem Zweiten Weltkrieg den Grundstein für die Ansiedlung von zivilen Industriebetrieben, die vor allem durch Heimatvertriebene aus den deutschen Ostgebieten und dem Sudetenland gegründet wurden. Auf diese Weise wandelte sich das bis dahin vorwiegend landwirtschaftlich geprägte Grebenhain in den 1950er Jahren zu einer Industriegemeinde. Aus dem straßennahen Kasernenteil ging die Siedlung Oberwald hervor. Zwischen 1982 und 1991 existierte die sogenannte Forward Storage/Transportation Site Grebenhain, ein von der US Army betriebenes NATO-Munitions- und Treibstoffdepot auf einem Teil der ehemaligen Luftwaffen-Munitionsfabrik des Naziregimes. Neben dem Industriegebiet auf dem ehemaligen Muna-Gelände entstand ab Mitte der 1960er Jahre weitere Industriegebiete, am östlichen Ortsausgang in Richtung Vaitshain.

Altes Backhaus am Tanzplatz

1954 erfolgten der jeweils zweistöckige Neubau eines modernen Dorfgemeinschaftshauses und eines Schulgebäudes am westlichen Ortsausgang in Richtung Hartmannshain. Im Rahmen der Einführung der Mittelpunktschulen in Hessen wurde Grebenhain bereits frühzeitig als Standort einer solchen Schule festgelegt und 1964 ein Schulverband der damals noch selbstständigen Gemeinden Bermuthshain, Crainfeld, Grebenhain, Hartmannshain, Herchenhain, Nösberts-Weidmoos, Vaitshain und Volkartshain gegründet. In diesen Ortsteilen wurden die historischen Schulgebäude in Dorfgemeinschaftshäuser umgewandelt. Im Jahr 1970 wurde schließlich der Gebäudekomplex der heutigen Oberwaldschule fertiggestellt, wodurch Grebenhain zum Schulzentrum für einen großen Teil des südöstlichen Vogelsberges wurde.

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde Grebenhain aufgrund seiner bereits entwickelten zentralörtlichen Funktionen als Sitz einer der neu zu gründenden Großgemeinden festgelegt. Am 31. Dezember 1971 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Bannerod, Bermuthshain, Crainfeld, Grebenhain, Hartmannshain, Heisters, Herchenhain, Ilbeshausen, Metzlos, Nösberts-Weidmoos, Vaitshain, und Volkartshain zur neuen Gemeinde Grebenhain zusammen. Zum 1. August 1972 erfolgte dann die Eingliederung der bis dahin noch selbstständigen Gemeinden Metzlos-Gehaag und Steigertal (Heisters, Wünschen-Moos, Zahmen).[2] Seit diesem Tag gehört Grebenhain zum Vogelsbergkreis, der aus dem Zusammenschluss der bisherigen Kreise Alsfeld und Lauterbach unter Einbeziehung der Stadt Schotten entstand.

Der Sitz der Gemeindeverwaltung war zunächst das alte Gemeindehaus neben der ganz alten Schule an der Hauptstraße. 1987 wurde das bisherige Dorfgemeinschaftshaus zum neuen Rathaus umgebaut und daneben ein zentrales Bürgerhaus für die Großgemeinde Grebenhain errichtet.

1975 wurde nach dem vorausgegangenen Bau einer Ortskanalisation eine gemeinsame Kläranlage für Grebenhain und Vaitshain in Betrieb genommen, die 1986 erweitert wurde.

Von 1990 bis 1999 wurde Grebenhain als Kernortsteil der Gemeinde durch das Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen gefördert.

Das Forstamt Grebenhain wurde 2003 aufgrund der massiven Sparmaßnahmen durch die Operation Sichere Zukunft der hessischen Landesregierung (Kabinett Koch II) geschlossen und dem benachbarten Forstamt Schotten zugeschlagen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr/Datum Einwohner
3. Dezember 1834 560
3. Dezember 1840 551
3. Dezember 1846 562
3. Dezember 1852 519
3. Dezember 1858 550
3. Dezember 1864 563
1. Dezember 1871 555
1. Dezember 1875 552
1. Dezember 1885 564
2. Dezember 1895 547
1. Dezember 1905 701
Datum Einwohner
1. Dezember 1910 710
16. Juni 1925 653
16. Juni 1933 746
17. Mai 1939 463
29. Oktober 1946 1179
13. September 1950 1214
25. September 1956 1086
6. Juni 1961 1007
30. Juni 1967 914
27. Mai 1970 943
31. Dezember 2011 1022

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Oberwaldschule in Grebenhain ist eine kooperative Gesamtschule des Vogelsbergkreises mit gegenwärtig (Stand: 2012) etwa 700 Schülern und Schülerinnen.[3] Das Einzugsgebiet erstreckt sich für die Grundschule auf die Großgemeinde Grebenhain, für die Sekundarstufe I darüber hinaus noch auf die Großgemeinden Freiensteinau und Lautertal sowie auf die Stadt Herbstein.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher des Ortsteils Grebenhain ist Heinrich Kauck (Stand 2016).

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Grebenhain bestehen heute folgende Vereine und Vereinigungen (Gründungsjahr in Klammern):

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grebenhain erfüllt die Funktion des Unterzentrums für das Gebiet der gleichnamigen Großgemeinde. Durch die ansässigen Gewerbe- und Industriebetriebe ist es Einpendlerort für die übrigen Ortsteile der Gemeinde und für benachbarte Gemeinden.

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die größeren Betriebe konzentrieren sich in den beiden Gewerbegebieten im Oberwald und in der Vaitshainer Straße. Wichtigster überlokaler Arbeitgeber ist die STI Grebenhain Display+Verpackung GmbH, ein Zweigwerk der STI Group mit rund 330 Mitarbeitern.[4] Die Firma siedelte einen ihrer Betriebe 1966 auf dem ehemaligen Muna-Gelände im Oberwald an und ist nach eigenen Angaben der größte Hersteller von Displays in Europa.

Klink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebenfalls im Oberwald, im Randbereich der früheren Wohnsiedlung der Munitionsanstalt, befindet sich die HELIOS Klinik Oberwald, die zur Helios Kliniken Gruppe (ursprünglich Dr. Helmig GmbH) gehört und seit 1973 besteht. Die Klinik ist ein Fachkrankenhaus für Angiopathie und Enddarmerkrankungen und beschäftigt etwa 140 Mitarbeiter.[5]

Windenergie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entlang der Gemarkungsgrenze zu Ilbeshausen wurden im Vorentwurf für den Teilregionalplan Energie Mittelhessen zunächst zwei mögliche Vorranggebiete für Windenergie ausgewiesen.[6] Geplant war die Errichtung eines Windparks mit drei Windkraftanlagen des Typs Enercon E-101 (Nennleistung je Anlage 3 MW) auf dem Klöshorst nahe der Gemarkungsgrenze zu Ilbeshausen. Der Windpark sollte durch die hessenEnergie GmbH als Tochterfirma der Oberhessischen Versorgungsbetriebe (OVAG) betrieben und bis Ende 2014 fertiggestellt werden. Die Fläche wurde jedoch aufgrund möglicher Konflikte mit einem bestehenden Vogelschutzgebiet letztendlich nicht als Vorranggebiet ausgewiesen.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Grebenhain führt die Bundesstraße 275 in ost-westlicher Richtung. Grebenhain ist Standort einer Straßenmeisterei von Hessen Mobil (bis 2012 Hessische Straßen- und Verkehrsverwaltung). Sie ist für die Instandhaltung und Schneeräumung der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im südöstlichen Vogelsberg mit insgesamt 338 km Länge zuständig. Im Jahr 2000 wurde auf der Trasse der ehemaligen Vogelsbergbahn der Vulkanradweg eröffnet, mit dem Bahnradweg Hessen vernetzt ist.

Sanitäts- und Feuerwehrstützpunkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sanitäts- und Feuerwehrstützpunkt ist am westlichen Ortsausganges gelegen.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche Maria Himmelfahrt

Von Beginn an gehörte Grebenhain zu dem 1011 gegründeten Kirchspiel Crainfeld, in dem 1527 die Reformation eingeführt wurde. Bis 1945 war Grebenhain, mit Ausnahme einiger gelegentlich ansässiger Katholiken und bis zu drei jüdischer Familien, nahezu rein evangelisch. 1946 kamen zahlreiche katholische Heimatvertriebene aus dem Sudetenland in das Dorf. Sie gründeten eine eigene katholische Pfarrei Maria Himmelfahrt, zu deren Gebiet heute neben der Großgemeinde Grebenhain auch Freiensteinau gehört.

Bereits seit dem Mittelalter verfügt Grebenhain über ein eigenes Gotteshaus, das zur evangelischen Pfarrei im benachbarten Crainfeld gehört. Die neu gegründete katholische Pfarrgemeinde "Maria Himmelfahrt" errichtete zunächst eine Notkirche in der von Vertriebenenfamilien gebauten Siedlung Eisenbergsweg, die 1950 geweiht werden konnte. 1967 wurde sie durch die heutige Kirche ersetzt.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Evangelische Kirche (Grebenhain)

Die Grebenhainer ev. Kirche

Trotz der unmittelbaren Nachbarschaft zum Mutterort Crainfeld wurde in Grebenhain bereits im Mittelalter eine eigene Steinkirche im Stil der Spätgotik erbaut. Das Gotteshaus brannte im Jahr 1646 völlig aus, wurde aber anschließend wiederhergestellt. Im Jahr 1784 wurde das Kirchenschiff neu gebaut, während der gedrungene Turm aus dem Mittelalter erhalten blieb und somit heute das älteste Gebäude im Ort ist.

Tanzplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unmittelbar vor der Kirche liegt der historische Tanzplatz, der außen von einer etwa hüfthohen Sandsteinmauer eingefaßt ist und im Inneren ein Rondell enthält, das ursprünglich eine gedielte Tanzbühne trug. Der Tanzplatz ist durch eine Jahreszahl auf das Jahr 1756 datiert. Auf ihm wurde bis Ende des 19. Jahrhunderts die örtliche Kirmes abgehalten. Die Deutung als vorchristlicher Gerichtsplatz ist irreführend, da Grebenhain, zumindest in der Neuzeit, nicht Sitz eines eigenen Gerichts war, sondern zum Gericht Nidda oder Crainfeld gehörte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Backgemeinschaft Grebenhain (Hg.): Grebenhain in alten Bildern. 925 Jahre Grebenhain, Grebenhain 1992
  • Berthold Pletsch: Der Einfluß der Staatsstraße und der Vogelsbergbahn auf die bauliche Entwicklung des Dorfes Grebenhain im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, Lauterbach 1992
  • Arbeitskreis Dorfgeschichte Grebenhain (Hg.): Grebenhain. Geschichte und Gegenwart der Dörfer im südöstlichen Vogelsberg, Grebenhain 1995

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grebenhain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ökologisches Gutachten zum Flurbereinigungsverfahren Grebenhain, Breunig & Buttler, Offenbach, 1994, S. 12.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 368.
  3. Oberwaldschule Grebenhain, Schülerinnen und Schüler. Abgerufen am 28. Oktober 2012.
  4. STI Group, Werk Grebenhain. Abgerufen am 7. Februar 2016.
  5. HELIOS Klinik Oberwald Grebenhain. Abgerufen am 28. Oktober 2012.
  6. a b Regierungspräsidium Gießen (Hrsg.): Teilregionalplan Energie Mittelhessen – Entwurf 2012. Windenergiekonzeption: Mögliche VRG zur Nutzung der Windenergie. Karte 16, Gießen 2012.