Gregor III. Laham

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Seine Seligkeit Gregorios III., Patriarch emeritus von Antiochien
Patriarch Gregorios III coat of arms

Gregor III. Laham BS (غريغوريوس الثالث لحام, bürgerlich: Lutfi Laham; * 15. Dezember 1933 in Darayya) ist ein syrischer Geistlicher. Er ist Patriarch emeritus von Antiochien und dem Ganzen Orient, von Alexandrien und von Jerusalem und war von 2000 bis 2017 das Oberhaupt der melkitischen griechisch-katholischen Kirche, welche mit der römisch-katholischen Kirche uniert ist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gregor wurde unter dem Namen Lutfi Laham geboren. Er gehört dem Orden der Basilianer vom Heiligsten Erlöser an. Er machte sein Bakkalaureat in Libanon, bevor er nach Rom ging. Die Priesterweihe empfing er am 15. Februar 1959. 1961 promovierte er in Orientalischer Theologie am Päpstlichen Orientalischen Institut in Rom. Im Jahre 1981 empfing er die Bischofsweihe.

Von 1974 bis 2000 war er Patriarchalvikar in Jerusalem und von 1981 bis 2000 Titularerzbischof von Tarsus. Seit 2000 ist er Bischof von Damaskus und wurde zum Oberhaupt der melkitisch-katholischen Kirche zum Patriarchen von Antiochien gewählt und nahm Gregorios III. als seinen Amtsnamen an. Die Melkiten, die Königstreuen der Herrscher von Byzanz, sehen sich als die Urkirche des Heiligen Landes und als die direkten spirituellen Nachkommen und Erben der ersten Christengemeinden von Jerusalem und Galiläa.

Gregor III. spricht Arabisch, Englisch, Spanisch, Französisch, Deutsch, Griechisch, Italienisch und Lateinisch. Er reist viel in der Welt herum, um auf die schwierige Situation der Christen in Syrien aufmerksam zu machen. Er plädiert auch für einen Dialog aller beteiligten Parteien in Syrien, um den Bürgerkrieg zu beenden.[1] In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Anfang November 2015 kritisierte er die deutsche Flüchtlingspolitik und zeigte nach Ansicht der Zeitung „große Sympathie für das Assad-Regime“.[2]

Papst Franziskus nahm am 6. Mai 2017[3] seinen Rücktritt als Patriarch an[4]. Jean-Clément Jeanbart ist als dienstältester Bischof Apostolischer Administrator bis zur Wahl eines neuen Patriarchen.

Ritterorden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionsgemäß ist der Patriarch von Antiochien auch der Geistliche Protektor des über 900 Jahre alten Militärischen und Hospitalischen Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem, der den Ordensregeln des heiligen Augustinus von Hippo folgt. Er ist Großmeister des Patriarchalischen Ordens vom Heiligen Kreuz zu Jerusalem. Außerdem ist der Patriarch seit 1990, und somit auch Gregor III. Laham seit 2000 Protektor des Ordo Militiae Christi Templi Hierosolymitani (OMCTH).

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Seligkeit Patriarch Gregorios III. bei einer Investiturfeier des Humanitären Grosspriorates Europa des Lazarus-Ordens in Krefeld-Hüls
  • Die Chrysostomus-Liturgie: eine Hinführung und Erklärung. 2002, ISBN 3-933001-43-9.
  • Einübung in den geistlichen Weg der Chrysostomus-Liturgie. 1999, ISBN 3-933001-36-6.
  • Einführung in das geistliche Leben des Byzantinischen Ritus. 1990, arabisch.
  • Al-Wahada Quarterly (1962–1981) (Einheit im Glauben, die erste ökumenische Zeitschrift in arabischer Sprache)
  • vier Bände liturgische Gebete in arabischer Sprache
  • Die Stimme des Hirten. Arabische Predigten.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gregor III. Laham – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Meier: Es gibt keinen Grund, uns Christen zu hassen. Interview in Der Bund, Bern, 7. Mai 2015, Seite 5.
  2. Ausreisewelle: Syrischer Patriarch kritisiert deutsche Flüchtlingspolitik. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. November 2015, abgerufen am 10. Mai 2017.
  3. Gregorio III Laham: da patriarca greco-melkita a pellegrino di pace e amore. AsiaNews, 8. Mai 2017, abgerufen am 10. Mai 2017 (italienisch).
  4. Rinuncia del Patriarca di Antiochia dei Greco-Melkiti. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 6. Mai 2017; abgerufen am 6. Mai 2017 (italienisch).
  5. Friedenspreis für katholischen Patriarchen im Nahen Osten. kna-Artikel auf domradio.de, 21. Mai 2012, archiviert vom Original am 2. August 2012; abgerufen am 10. Mai 2017.
VorgängerAmtNachfolger
Massimo V Hakim.png
Maximos V. Hakim
Patriarch Gregorios III coat of arms.svg
Patriarch von Antiochien

2000–2017
Joseph I. Absi SMSP