Gregor III. Mammas

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Gregor III. (* unbekannt auf Kreta; † 1459 in Rom; auch Gregor(ios) Melissenos, Beiname he mamme, manchmal auch (wohl unrichtig) ho mammas) war Patriarch von Konstantinopel.

Gregor war in Kindheit und Jugend eng verbunden mit Loukas Notaras. Um 1420 wurde er Priestermönch in Konstantinopel. 1438/39 nahm er als Vertreter des abwesenden Patriarchen von Alexandrien und Ratgeber des Kaisers Johannes VIII. am Konzil von Ferrara–Florenz teil und wurde von jenem in Ferrara zum Groß-Protosynkellos des Ökumenischen Patriarchen Joseph II. († 10. Juni 1439 in Florenz) ernannt. Erst zwei Jahre nach dem Tod von Josephs Nachfolger Metrophanes II. (1440-1443) wurde Gregor 1445 selbst zum Patriarchen von Konstantinopel bestellt.

Als Unterzeichner und Verteidiger der 1439 in Florenz geschlossenen Union mit der Westkirche musste er sich in Konstantinopel dem breiten Widerstand der Unionsgegner entgegenstellen, auch durch Abfassung einschlägiger Schriften. Offenbar ohne Ankündigung verließ er die Stadt im August 1450 und gelangte über die Peloponnes 1452 nach Rom. Im dortigen Exil amtierte er bis zu seinem Tod 1459 als griechischer Patriarch von Konstantinopel, war für Byzanz diplomatisch tätig und nahm weiterhin auch Bischofsweihen vor, so des Metropoliten Neilos von Rhodos (1455) und des Konstantinopler Abtes Gregorios (Grigorij II. Bolgarinowitsch) zum Metropoliten von Kiew und Litauen (1458).

Im osmanisch besetzten Konstantinopel wurde Gregorios III. 1454 durch den Unions-Gegner Georgios Scholarios (als Patriarch: Gennadios II.) ersetzt; in Rom trat Isidor von Kiew als griechisch-katholischer Patriarch von Konstantinopel seine Nachfolge an.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jacques Paul Migne (Hg.): Patrologiae cursus completus / Series Graeca. 167 Bde. Paris 1857-1866. Bd. 160 (1860), 13-248. (CD-ROM 2004 ISBN 2-915937-01-x Online-Ressource (Nationallizenz))
    • Apologia contra Marci Ephesii Confessionem. (PG 160, 13-110);
    • Responsio ad epistolam Marci Ephesii (PG 160, 111-204);
    • Ad Imperatorem Trapezuntinum de additione facta in Symbolo per Latinos (PG 160, 205-248).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carmelo Capizzi: Gregorios III. In: LThK3 Bd. 4, Sp. 1002–1003;
  • Joseph Gill: The Council of Florence. London: Cambridge Univ. Pr. 1959 (Übers.: frz. 1964, ital. 1967);
  • Joseph Gill: Personalities of the Council of Florence and other essays. Oxford: Blackwell 1964;
  • Claudia Sojer: Curricula bio-bibliografici degli autori selezionati da Allacci per la ‚Graecia Orthodoxa‘. In: Bollettino della Badia Greca di Grottferrata III s. 7 (2010) 225f.
  • Jonathan Harris: The Patriarch of Constantinople and the last days of Byzantium. In: Christian Gastgeber [u. a.]: The Patriarchate of Constantinople in Context and Comparison (Veröffentlichungen zur Byzanzforschung 41). VÖAW, Wien 2017, 9-16.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurzbiographie auf der Website des Ökumenischen Patriarchats (griechisch)
VorgängerAmtNachfolger
Metrophanes II.Patriarch von Konstantinopel
1443–1459
Isidor von Kiew; Gennadios Scholarios