Gregor Strasser

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Gregor Strasser (1928), Aufnahme aus dem Bundesarchiv

Gregor Strasser, andere Schreibweise auch Straßer, (* 31. Mai 1892 in Geisenfeld; † 30. Juni 1934 in Berlin) war ein deutscher Politiker (NSDAP). Als nationalistisch gesinnter Kriegsveteran und Paramilitär trat er 1921 in die Partei ein, beteiligte sich 1923 aktiv am missglückten Hitlerputsch und stieg bei der Neugründung der Partei 1925 zu einem führenden Politiker der Bewegung auf. Trotz sich früh abzeichnender ideologischer und realpolitischer Differenzen mit Adolf Hitler wurde er von diesem erst zum Reichspropagandaleiter und 1928 zum Reichsorganisationsleiter ernannt. In dieser Position, die der Aufgabe eines Generalsekretärs entsprach, erlangte er eine für Hitler bedrohliche Machtposition. Der Konflikt eskalierte 1932 in der Strasser-Krise, in der Strasser den Machtkampf gegen Joseph Goebbels verlor. Trotz seines freiwilligen Rückzugs und der Versicherung, sich politisch nicht mehr betätigen zu wollen, wurde er 1934 beim sogenannten „Röhm-Putsch“ im Zuge der Ausschaltung vermeintlicher oder tatsächlicher Gegenspieler Hitlers ermordet.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft, Ausbildung und Militär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gregor Strasser wurde 1892 als ältestes von fünf Kindern des bayerischen Juristen und Staatsbeamten Peter Strasser (1855–1928) und seiner Ehefrau Pauline Strobel (1873–1943) geboren. Zu Gregors Geschwistern zählten der Benediktinermönch Bernhard Strasser (eigentlich Paul, 1895–1981) sowie der Publizist und Zeitungsverleger Otto Strasser (1897–1974), der die politische Laufbahn seines Bruders einige Jahre lang begleitete. Strassers Schwester Olga (* 1899) und der jüngste Bruder Anton „Toni“ (1906–1943), der Notar wurde und im Zweiten Weltkrieg in Russland umkam, spielten dagegen politisch keine Rolle.

Seine Kindheit verbrachte Strasser in der oberbayerischen Marktgemeinde Geisenfeld und im mittelfränkischen Windsheim. Nach seinem Abitur, das er 1908 in Burghausen ablegte, machte er von 1910 bis 1914 in der Marien-Apotheke in Frontenhausen eine Lehre zum Drogisten. 1914 begann er an der Ludwig-Maximilians-Universität München ein Studium der Pharmazie.

Nach dem Beginn des Ersten Weltkrieges im Sommer 1914 unterbrach Strasser sein Studium und meldete sich als Kriegsfreiwilliger zur Bayerischen Armee. Er wurde dem 1. Fußartillerie-Regiment „vakant Bothmer“ zu geteilt, mit dem er bis 1918 durchgehend an der Westfront zum Einsatz kam (u. a. in Verdun). Bei Kriegsende wurde er im Rang eines Oberleutnants der Reserve, ausgezeichnet mit dem bayerischen Militärverdienstordens sowie beiden Klassen des Eisernen Kreuzes, aus der Armee entlassen.

Nach seiner Rückkehr in die Heimat zum Jahresende 1918 nahm Strasser sein kriegsbedingt unterbrochenes Studium an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen wieder auf. Im Januar 1919 bestand er dort die pharmazeutische Staatsprüfung mit dem Prädikat „sehr gut“. Es folgte ein zweijähriges Praktikum als Apothekengehilfe in Simbach am Inn und Traunstein. Im Januar 1921 übernahm er schließlich eine Medizinaldrogerie in Landshut.

Ebenfalls 1920 heiratete Strasser Else Vollmuth (1893–1982), die Tochter des wohlhabenden Holzwarenfabrikanten Lorenz Vollmuth. Aus der Ehe gingen die am 7. Dezember 1920 geborenen Zwillinge Günter und Helmut hervor, die am 30. Juli 1941 bzw. am 27. Mai 1942 in Russland starben. Die später häufig in der Literatur auftauchende Behauptung, Adolf Hitler sei der Taufpate der Jungen gewesen, wurde von dem Strasser-Biographen Heinrich Egner als eine von Strassers Bruder Otto in die Welt gesetzte Legende entlarvt (tatsächliche Taufpaten waren die beiden Großväter der Jungen).[1]

Strasser selbst behauptete später, er habe 1919 dem Freikorps Epp angehört und sich mit diesem an der Niederschlagung der Münchner Räterepublik beteiligt. Außerdem will er 1920 am Kapp-Putsch mitgewirkt habe. Auch sein fünf Jahre jüngerer Bruder Otto Strasser soll dem Freikorps angehört haben, war allerdings während des Kapp-Putsches nachweislich Führer einer regierungstreuen Arbeitermiliz. Armin Nolzen hat 2013 in seinem NDB-Artikel über Gregor Strasser darauf hingewiesen, dass es für die Mitgliedschaft der Brüder in dem Freikorps über ihre späteren Selbstdarstellungen hinaus keine belastbaren Nachweise gibt.[2] Bis Mitte 1922 ist auch eine direkte politische Betätigung Strassers nicht zu belegen.

Belegt ist demgegenüber, dass Strasser als Veteran im Januar 1921 der Landshuter Ortsgruppe des Deutschen Offiziersbunds beitrat und bald darauf die Führung des paramilitärischen Verbands nationalgesinnter Soldaten (VNS) übernahm. Aus diesem Verband, der andernorts kaum Bedeutung erlangte, entstand in Landshut das von Strasser geführte „Sturmbataillon Niederbayern“. Dem Bataillon gehörten zeitweilig bis zu 2.000 Mann an, darunter auch der junge Heinrich Himmler, der zeitweise als Adjutant Strassers fungierte.

Karriere in der frühen NSDAP[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1921 stieß Strasser mit seinem „völkischen Wehrverband“ zu der im Jahr zuvor in München gegründeten NSDAP. Er schrieb für den Völkischen Beobachter, trat im September 1922 der SA und der NSDAP bei und wurde im November stellvertretender Ortsgruppenleiter der Partei in Landshut. Im Januar 1923 übernahm er zusätzlich die Leitung der dortigen SA, im März wurde sein Wehrverband zum SA-Bataillon Niederbayern umorganisiert. Im November 1923 beteiligte er sich mit seinem SA-Bataillon am missglückten Hitlerputsch, spielte dabei allerdings nur eine marginale Rolle. Im Januar 1924 nahm er an der Gründung des „Völkischen Blocks“ teil, einer Ersatzorganisationen für die damals verbotene NSDAP, und wurde wegen der Putschbeteiligung und Verstoßes gegen das Betätigungsverbot für die NSDAP am 2. Februar 1924 verhaftet.[2] In einem Sonderverfahren zum Hochverratsprozess gegen Adolf Hitler wurde er vom Volksgericht München I im April 1924 zu anderthalb Jahren Festungshaft in der Justizvollzugsanstalt Landsberg verurteilt. Bereits nach wenigen Wochen wurde Strasser jedoch wieder aus der Haft entlassen, da er am 4. Mai 1924 für den „Völkischen Block“ in den bayerischen Landtag gewählt worden war und dadurch Immunität genoss. Am 7. Dezember 1924 errang er für die Listenverbindung „Deutschvölkische Freiheitspartei/Nationalsozialistische Freiheitsbewegung“ auch ein Mandat im dritten Reichstag. Strasser behielt diesen Abgeordnetensitz bis kurz nach seinem Sturz im Dezember 1932.

Nach der Wiedergründung der NSDAP durch Hitler am 26. Februar 1925 im Münchner Bürgerbräukeller schloss sich Strasser als eines der ersten Mitglieder der neuen NSDAP an (Mitgliedsnr. 9) und wurde erster Gauleiter von Niederbayern/Oberpfalz, nach Teilung des Gaus ab 1. Oktober 1928 bis 1929 des selbstständigen Gaus Niederbayern. Gemeinsam mit seinem Bruder Otto entwickelte er ein eigenständiges ideologisches Profil gegenüber dem völkisch-nationalen Münchener Parteiflügel. Die Brüder verfochten – zunächst noch gemeinsam mit Joseph Goebbels – einen „linken“, d. h. antikapitalistischen, sozialrevolutionären Kurs der NSDAP, mit dem die Arbeiterschaft für die Partei gewonnen werden sollte. Strasser unterstützte daher teilweise auch Streiks der sozialdemokratischen Gewerkschaften, forderte die Verstaatlichung von Industrie und Banken und trat trotz Festhaltens am strikten Antibolschewismus für eine Zusammenarbeit Deutschlands mit der Sowjetunion ein. Ein Streitpunkt mit der Parteiführung war die Unterstützung eines Antrags von SPD und KPD für ein Volksbegehren zur entschädigungslosen Enteignung der Fürstenhäuser im Januar 1925. Während Strassers Flügel dieses Ansinnen unterstützte, plädierte Hitler für eine Entschädigung der Fürsten. Bei diesem Streit stand Goebbels noch auf Strassers Seite und soll späteren Äußerungen Otto Strassers zufolge sogar den Ausschluss Hitlers aus der Partei gefordert haben. Zu einem ähnlichen Streit mit Strasseranhängern kam es im Mai 1929 nach der Landtagswahl in Sachsen über die Frage, ob die NSDAP eine Koalition mit den Arbeiterparteien SPD und KPD anstreben oder sich mit den bürgerlichen rechten Parteien zusammentun sollte.[3] Nach diesem Vorfall verschärfte die Parteiführung unter Hitler und nun auch Goebbels den Flügelkampf und 1930 wurden zahlreiche Anhänger des antibürgerlichen Lagers entmachtet oder aus der Partei entfernt.

Strassers Parteiflügel war vor allem um Berlin und in Nordwestdeutschland stark aufgestellt und auf die Zielgruppe der städtischen Arbeiterschaft ausgerichtet. Mit der im September 1925 gegründeten „Arbeitsgemeinschaft Nordwest“, einem Zusammenschluss der nord- und westdeutschen Gauleiter der NSDAP unter seiner Leitung (Geschäftsführer war Goebbels), schuf sich Strasser ein Instrument, das er zur Durchsetzung der sozial- und wirtschaftspolitischen Vorstellungen des „linken“ NSDAP-Flügels nutzen wollte.

Auf einer Führertagung der NSDAP in Bamberg am 14. Februar 1926 setzte sich Hitler gegen Dominanzbestrebungen des „nationalbolschewistischen“ Flügels durch und beanspruchte die uneingeschränkte Führerschaft innerhalb der NSDAP für sich. Für die Dynamik der persönlichen Beziehungen innerhalb der Führungsgruppe der NSDAP war die Bamberger Tagung von erheblicher Bedeutung; hier begann der Prozess der allmählichen Entfremdung zwischen Gregor Strasser und seinem bisher sehr engen Gefolgsmann Joseph Goebbels, der im Rheinland und in Westfalen für ihn tätig war. Nach dem Urteil des Goebbels-Biographen Ralf Georg Reuth gelang Hitler in Bamberg ein wichtiger Erfolg in seinem Bemühen, Goebbels, den „ideologischen Kopf“ und „brillanten Propagandisten“ des Strasser-Lagers, „aus der Strasser-Phalanx herauszubrechen“, um den sozialrevolutionären Parteiflügel auf diese Weise zu spalten und zu schwächen. Daraus entstand in den folgenden Jahren eine immer stärkere Rivalität zwischen Goebbels und Strasser, die sich zu einer „unüberbrückbaren Feindschaft“ (Hans Mommsen) auswuchs.

Am 1. Juli 1926 wurde per Richtlinie aus München die Auflösung der „Arbeitsgemeinschaft Nordwest“ angeordnet, der ideologische Richtungsstreit mit eher bürgerlichen Nationalsozialisten wie z. B. Alfred Rosenberg ging aber weiter. Um den Gegensatz zu relativieren, betonte Strasser in einem Artikel für den Völkischen Beobachter vom 15. Februar 1927, Antisemitismus und Sozialismus seien im Grunde zwei Seiten derselben Medaille:

„Beide, ich halte das für notwendig nochmals zu betonen, sind unter sich weder gegensätzlich noch decken sie einzeln den Begriff des Nationalsozialismus, den ich im Gegenteil als den alle diese Komplexe umfassenden und einschließenden empfinde. Wir sind deshalb, genau gesprochen, nicht nur ‚nationale Sozialisten‘, sondern auch ‚Antisemiten‘, mit einem Wort: ‚Nationalsozialisten‘!“[4]

Auf pragmatisch-politischer Ebene wurden die Differenzen durch unterschiedliche Vorstellungen zur Programmatik und Zielsetzung der NSDAP sowie bezüglich der Taktiken und Methoden des politischen Kampfes unterfüttert. Im Hintergrund stand auch die scharfe Konkurrenz, einen möglichst großen Anteil an der Pressearbeit und Propaganda der Partei zu kontrollieren. Mit seinem Bruder Otto hatte Gregor Strasser im März 1926 den Berliner „Kampfverlag“ gegründet, der als publizistisches Sprachrohr für seine Schriften und Zeitungen (darunter das von 1926 bis 1930 herausgegebene Wochenblatt Der Nationale Sozialist) eine wichtige Rolle spielte und Strasser an der Parteibasis Bekanntheit und Beliebtheit verschaffte. Da sich der Verlag zu einem Konkurrenzunternehmen des NSDAP-Parteiverlags Franz-Eher-Verlag entwickelte und von der Parteipresse unabhängig blieb, zog er den Missmut des Eher-Verlagschefs Max Amann auf sich und vertiefte die Spannungen mit Goebbels, der als Berliner Gauleiter die völlige Kontrolle über Parteiveröffentlichungen in seinem Zuständigkeitsbereich beanspruchte. Die Ernennung Goebbels’ zum Gauleiter von Berlin im November 1926 gilt als ein wichtiger Wendepunkt im innerparteilichen Machtkampf, da Strassers Einfluss in der Reichshauptstadt von da an kontinuierlich abnahm.[3]

In der persönlichen Aversion zwischen Strasser und Goebbels, die Anfang der 1930er Jahre für Strassers ansonsten starke Stellung in der Partei immer bedrohlicher wurde, bestimmten starke Gefühle der Enttäuschung und Erbitterung die Sicht beider Männer aufeinander, ausgehend von der Auffassung, vom jeweils anderen in übler Weise verraten und betrogen worden zu sein.[5] So war Strasser 1932 zu der Auffassung gelangt, dass Goebbels ein „Satan in Menschengestalt“ sei, während Goebbels’ Hass auf Strasser seine Tagebücher der Jahre 1928 bis 1933 – nach den Worten des Schriftstellers René Schickele – „wie ein roter Faden“ durchzieht.[6] Goebbels spielte 1930 eine maßgebliche Rolle dabei, Hitler davon zu überzeugen, Gregor Strasser dazu zu zwingen, sein eigenes Presseimperium aufzugeben, was zum erzwungenen Austritt seines Bruders Otto Strasser aus der NSDAP führte.

Strassers Organisationsreformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz des in Bamberg erstmals offen ausgebrochenen Konflikts setzte Hitler den von ihm weiterhin hoch geschätzten Strasser am 30. Juni 1926 als Reichspropagandaleiter der NSDAP ein, ein Amt, das er bis Anfang 1928 bekleidete. Im Anschluss übernahm Strasser den Posten eines Reichsorganisationsleiters der NSDAP, den er bis zu seinem Sturz im Dezember 1932 innehatte.

Strasser reorganisierte in den folgenden Jahren die gesamte innere Struktur der Partei. Es gelang ihm, die Organisationsstruktur zu vereinheitlichen, indem er 1928 die Zusammenfassung der Ortsgruppen in Gaue durchsetzte, die sich an den Reichswahlkreisen orientierten. 1929 gründete er die „Organisationsabteilung II“ unter seinem Vertrauten Konstantin Hierl, die programmatische Fragen für eine spätere Regierungsübernahme vorbereitete. Damit hatte er sich ein Instrument zur Verfolgung seiner programmatischen Ziele geschaffen und konnte auf die durch den Wahlerfolg der NSDAP bei der Reichstagswahl 1930 veränderte Konstellation reagieren.[7] Dietrich Orlow schreibt in seiner Studie zur Geschichte der NSDAP dem „organisatorischen Genie/Scharfsinn“ (organizational genius/organizational acumen) Strassers einen wesentlichen Anteil für den großen Wahlsieg zu, den die Partei bei der Wahl vom Sommer 1932 davontrug. Orlow argumentiert, dass die Partei ohne das von Strasser entwickelte, ausgefeilte System zur Führung des Wahlkampfes mit drei völlig unterschiedlichen Mitteln (auf politischer Ebene mit politischen Kadern; auf der Straße durch den Einsatz paramilitärischer Terrorverbände; im gewerblichen Raum durch Einbindung zahlreicher berufsständischer Organisationen) nicht zur größten Partei im Land hätte werden können.[8]

Die Zahl der Parteimitglieder wuchs von ca. 27.000 (1925) auf über 800.000 (1931) an. Strasser gelang es insbesondere, die NSDAP in Nord- und Westdeutschland zu einer starken politischen Kraft zu entwickeln, die schließlich sogar über eine größere Mitgliederbasis verfügte als Hitlers Parteisektion im Süden.

Im Sommer 1932 richtete Strasser schließlich Reichs- und Landesinspektionen in der Partei ein. Die Reichsinspekteure I für Norddeutschland und II für Süddeutschland verfügten über weitreichende, auch personelle Machtbefugnisse. Damit stellte Strasser eine vertikale Lenkungs- und Befehlsstruktur her.[9] Die Reichsorganisationsleitung verfügte wiederum über Wochen- und Monatsblätter wie die Nationalsozialistische Landpost, Das Arbeitertum oder die NS-Frauenwarte, die von Strasser herausgegeben wurden und ihn an der Basis populär machten. Mit diesen Mitteln gelang es Strasser 1932, sein wirtschaftliches Sofortprogramm zu verbreiten und in der Partei durchzusetzen.[10]

1932 erreichte Strasser den Höhepunkt seiner innerparteilichen Machtstellung. Gregor Strasser galt zu diesem Zeitpunkt als der nach Hitler mächtigste Mann in der Partei und als beliebtestes und fähigstes Mitglied des Führungszirkels der NSDAP. Als Reichsorganisationsleiter besaß er faktisch die Stellung eines Generalsekretärs der NSDAP.

Vor der Reichspräsidentenwahl 1932 ging man allgemein davon aus, Hitler werde als etwaiger Wahlsieger Strasser zu seinem Reichskanzler berufen. Erst nach der Wiederwahl Hindenburgs fasste Hitler den Entschluss, selbst die Kanzlerschaft anzustreben. Koalitionen lehnte er dabei als hinderlich ab und forderte im August 1932 von Hindenburg vergeblich seine Ernennung zum Reichskanzler.[11] Strasser hingegen sah den Weg zur Macht eher in Koalitionen, die parlamentarische Mehrheiten ermöglichen sollten. Er befürchtete, dass man sich mit der Bildung eines Minderheitenkabinetts zu sehr vom Reichspräsidenten und seiner Kamarilla abhängig machen würde.[12]

Zu den wichtigsten Mitarbeitern Strassers in der Reichsorganisationsleitung zählten die Reichsinspekteure I und II – Paul Schulz (Strassers Stellvertreter) und Robert Ley – sowie der Reichsorganisationsleiter II und spätere Reichsarbeitsführer Konstantin Hierl, mit dem er seit 1925 über den Tannenbergbund Kontakt hatte. Bedeutend waren auch der Schlesier Kurt Daluege, der auf Strassers Veranlassung im März 1926 die Gründung der Berliner SA organisiert hatte, und der Rechtsanwalt Alexander Glaser, der 1931 Strassers Stabschef wurde. Hinzu kamen der Zahnarzt Hellmuth Elbrechter und der ehemalige Generalstäbler Hermann Cordemann, die als Strassers Mittelsmänner zu wichtigen Regierungspolitikern wie Heinrich Brüning und Kurt von Schleicher dienten.

Kontakte zu Industriellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz seiner Reputation als Vertreter der Linken innerhalb der NSDAP verfügte Strasser seit Anfang der dreißiger Jahre über gute Kontakte zu Unternehmerkreisen, deren Vorstellungen von einer Zähmung der NSDAP durch Einbindung in die Regierungsverantwortung er entgegenkam. Die Deutschen Führerbriefe, eine unter dem Einfluss des Industriellen Paul Silverberg stehende Privatkorrespondenz, lobten Strasser im Mai 1932, weil er für einen „Übergang der N.S.D.A.P. von der Opposition zur gouvernementalen Position“ stehe. Um die Regierungsfähigkeit seiner Partei zu beweisen, verkündete Strasser am 20. Oktober 1932 im Berliner Sportpalast das neue „wirtschaftliche Aufbauprogramm“ der NSDAP. Darin wurden die schrillen antikapitalistischen Töne und die Forderungen nach einer Autarkie Deutschlands deutlich zurückgenommen, wie sie unter anderem in seinem eigenen „wirtschaftlichen Sofortprogramm“ vom Juli 1932 noch laut geworden waren. Statt Steuererhöhungen für Reiche forderte er jetzt Steuersenkungen, statt mit Preiskontrollen wollte er die Deflation nun mit einer Freigabe der Preise bekämpfen. Zwar redete er weiterhin einem Agrarprotektionismus und einem Vorrang für deutsche Produkte das Wort, betonte aber gleichzeitig, dass dadurch die Exporte nicht behindert werden dürften. Zur Überwindung der Massenarbeitslosigkeit schlug er vor, die Bindung der Reichsmark an das Gold aufzugeben, die Banken zu verstaatlichen und durch eine massive Kreditaufnahme der öffentlichen Hand öffentliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zu ermöglichen.[13] Im selben Jahr äußerte er sich in einem Interview mit dem amerikanischen Journalisten Hubert Renfro Knickerbocker ausgesprochen wirtschaftsfreundlich:

„Wir erkennen das Privateigentum an. Wir erkennen die private Initiative an. Wir erkennen unsere Schulden an und unsere Verpflichtung, sie zu zahlen. Wir sind gegen die Verstaatlichung der Industrie. Wir sind gegen die Verstaatlichung des Handels. Wir sind gegen Planwirtschaft im Sowjetsinne.“[14]

Strasser erhielt von verschiedenen Industriellen finanzielle Zuwendungen. Der Lobbyist August Heinrichsbauer organisierte im Frühjahr 1931 eine monatliche Zahlung von Unternehmern des Ruhrbergbaus an ihn in Höhe von 10.000 Reichsmark.[15] Auch von dem Kölner Eisenindustriellen Otto Wolff, der den Nationalsozialisten an sich ablehnend gegenüberstand, soll Strasser auf Bitten des Reichskanzlers Kurt von Schleicher Spenden erhalten haben. Diese Zuwendungen werden gewöhnlich als Beleg für die verbreitete Ansicht angeführt, wonach die Großindustrie durch ihre Spenden zum Aufstieg der NSDAP beigetragen habe.[16] Der britische Historiker Peter Stachura vertritt die These, Strasser sei es zu dieser Zeit nicht um die Durchsetzung „linker“ Positionen innerhalb der NSDAP gegangen; vielmehr sei er ein realpolitisch denkender Opportunist gewesen, der der NSDAP möglichst breite, neue Rekrutierungsfelder erschließen und damit sich selbst eine Hausmacht sichern wollte.[17]

Konflikt mit Hitler und Ausscheiden aus der Parteiführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Strasser-Krise

Die programmatische und persönliche Rivalität mit Adolf Hitler verschärfte sich dramatisch, als Hitler sich durch sein bedingungsloses Beharren auf seiner Kanzlerschaft vorübergehend in eine politische Sackgasse manövriert hatte und Reichskanzler Kurt von Schleicher Gregor Strasser im Dezember 1932 die Vizekanzlerschaft und das Amt des preußischen Ministerpräsidenten anbot. Er hoffte, mit Strasser die NSDAP zu spalten und ihren linken Flügel auf seine Seite ziehen zu können. Spätere Schätzungen von Zeitzeugen sprachen davon, dass von den 196 nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten ungefähr 60 bis 100 bei einem offenen Bruch zwischen Strasser und Hitler mit Strasser gegangen wären.[18]

Das Vorhaben misslang, weil Strasser sich nicht zu einem solchen Bruch mit dem angeschlagenen Hitler durchringen und Letzterer die führenden Köpfe der Partei bei einer Führertagung im Dezember 1932 noch einmal auf sich einschwören konnte. Besonders Hermann Göring und Joseph Goebbels bedrängten Hitler, an seiner Linie festzuhalten und sich nicht auf Kompromisse zugunsten Strassers einzulassen. Am 8. Dezember 1932 trat Strasser in Erkenntnis seiner Niederlage überraschend von allen Parteiämtern zurück, blieb jedoch Parteimitglied. Aus Angst vor einer Spaltung war Hitler peinlich darauf bedacht, den Eindruck eines offenen Machtkampfes zu vermeiden, und bedauerte öffentlich Strassers Rückzug. Sein Reichstagsmandat behielt Strasser vorerst ebenfalls, weil seine parlamentarische Immunität die Vollstreckung mehrerer Gerichtsurteile im Zusammenhang mit Beleidigungsprozessen verhinderte. Eine Erholungsreise nach Italien in der kritischen Phase des Dezembers 1932, die für den Historiker Hans-Ulrich Wehler den „durchschlagenden Beweis seiner politischen Mediokrität“ darstellt,[19] schwächte Strassers Position in der Partei weiter. Trotzdem wurde Strasser noch im Januar 1933 von Schleicher heimlich bei Reichspräsident von Hindenburg als potenzieller Vizekanzler vorgestellt, wobei das Staatsoberhaupt einen günstigen Eindruck von Strasser gewann. Nach der Landtagswahl in Lippe am 15. Januar, die einen Wahlerfolg für die NSDAP brachte und den Hitler-Kurs zu bestätigen schien, wurde er jedoch endgültig an den Rand gedrängt. Nach der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ zog Strasser sich aus der Politik ins Privatleben zurück.

Mit Hitlers Genehmigung übernahm Strasser im Mai 1933 auf Vermittlung von Albert Pietzsch und Hans Reupke eine Direktionsstelle bei der Firma Schering Kahlbaum in Berlin, nachdem er schriftlich versichert hatte, sich zukünftig jeglicher politischer Tätigkeit zu enthalten. Im Juni 1933 wurde er in den Vorstand von Schering aufgenommen. Gleichzeitig leitete er seit dieser Zeit den Verband der Heilmittelindustrie. 1934 wurde er zudem Erster Vorsitzender der Reichsfachschaft der Pharmazeutischen Industrie.[20]

Ermordung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der ersten Jahreshälfte 1934 schien es zunächst, als ob sich eine Wiederaufnahme Strassers in die Gunst Hitlers anbahnte. Am 1. Februar 1934, erhielt Strasser das Goldene Parteiabzeichen der NSDAP.[20] Bei einem persönlichen Treffen mit Strasser am 13. Juni 1934 bot Hitler ihm sogar das Amt des Wirtschaftsministers als Nachfolger des wenig erfolgreich agierenden Kurt Schmitt an. Strasser machte eine Zusage jedoch von der Bedingung abhängig, dass Göring und Goebbels aus dem Reichskabinett entfernt würden. Dazu war Hitler nicht bereit.[21] Nach dem Urteil Stachuras war Strasser seinen Zielen zu nahegekommen, als dass seine politischen Gegner sich zurücklehnen konnten. Sie hätten sich nun entschieden, „drastische präventive Maßnahmen“ zu ergreifen (drastic preventive action).[21]

Bereits im Frühjahr 1934 hatten Hermann Göring und Joseph Goebbels in ihren damals neu erschienenen Büchern Aufbau einer Nation (Göring) und Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei (Goebbels) die öffentliche Stimmung gegen Strasser angefacht und scharfe publizistische Angriffe gegen ihren alten Rivalen gerichtet, den sie als „Verräter“ an Hitler und der NS-Bewegung darstellten. Göring hatte Strasser bereits 1933, als dieser eine Reise ins Ausland plante, mitteilen lassen, dass er ihn in diesem Falle an der Grenze verhaften lassen würde.[22]

Am Mittag des 30. Juni 1934 wurde Strasser von Beamten der Geheimen Staatspolizei in seinem Berliner Haus verhaftet. Er wurde zunächst zu einem Büro in der Zentrale des Schering-Kahlbaumkonzerns gebracht und dort einem SS-Kommando übergeben, das ihn in das Geheime Staatspolizeiamt in der Prinz-Albrecht-Straße eskortierte. Die Verhaftung erfolgte im Rahmen des sogenannten Röhm-Putsches, einer politischen Säuberungsaktion, in deren Verlauf Hitler und andere nationalsozialistische Führer ihre tatsächlichen oder angeblichen Rivalen in den eigenen Reihen sowie weitere unliebsame Personen verhaften und zum Teil ermorden ließen.[23] Für Strasser war die Verhaftung eine Überraschung – im ersten Augenblick glaubte er, Hitler lasse ihn holen, um ihn in die Parteiführung zurückzurufen. Im Gegensatz dazu steht allerdings eine Erklärung von Strassers ehemaligem Mitarbeiter Paul Schulz aus dem Jahr 1951, in der dieser angibt, Strasser habe ihm nach dem Januar 1933 häufig gesagt: „Hitler wird uns umbringen lassen, wir werden keines natürlichen Todes sterben.“[24]

Im Gestapo-Hauptquartier wurde Strasser zunächst in das Hausgefängnis der Gestapo gebracht, wo er anfangs mit zahlreichen anderen Gefangenen in einem großen Sammelraum verblieb. Im weiteren Verlauf des Nachmittages wurde er dann in eine Einzelzelle (Zelle 16) des an den Sammelraum angrenzenden Zellentraktes verlegt. Hier suchten ihn schließlich, noch etwas später, mehrere SS-Angehörige auf und erschossen ihn. Nach übereinstimmenden Quellenberichten soll SS-Brigadeführer Theodor Eicke, Kommandant des KZ Dachau, Strasser durch das Schiebefenster der Zellentür erschossen haben, als er sich am 30. Juni 1934 zeitweise im Geheimen Staatspolizeiamt aufhielt.[25] Strassers Leiche wurde zunächst ins Institut für Rechtsmedizin der Charité in der Hannoversch'en Straße überführt und dort in einer Zelle unter Verschluss gehalten, wobei eine Sektion oder Besichtigung des Toten durch die Ärzte des Leichenschauhauses ausdrücklich verboten wurde. Am 3. Juli 1934 wurde sie ins Krematorium Wedding verbracht, wo sie eingeäschert wurde.[26]

Ob Hitler persönlich Strassers Ermordung anordnete, ist nicht bekannt.[27] Für Göring und Himmler war die Liquidierung der SA-Führung nach dem 30. Juni 1934 jedenfalls eine gute Gelegenheit, um ihren früheren Rivalen Strasser endgültig loszuwerden.[28] Udo Kissenkoetter zufolge wurde Strasser „als immer noch mögliche Konkurrenz zu Hitler von der Gestapo umgebracht.“[29] In seiner Reichstagsrede vom 13. Juli 1934, in der er Stellung zu den Ereignissen vom 30. Juni 1934 bezog, ging Hitler auf Strasser lediglich kurz ein, indem er erklärte, dieser sei von anderen in eine Verschwörung gegen den Staat verwickelt worden. Öffentliches Bedauern über seinen Tod bekundete er weder bei dieser noch bei anderen Gelegenheiten.[30]

Im Juli 1934 erhielt Strassers Witwe eine Urne mit der Asche ihres Mann von der Geheimen Staatspolizei zugestellt. Die Auszahlung seiner Lebensversicherung – die die Versicherungsgesellschaft erst mit der Begründung verweigerte, dass Strasser ja nach offiziellen Angaben durch Selbstmord gestorben sei – erfolgte erst durch Intervention von Innenminister Wilhelm Frick. Ab dem 1. Mai 1936 erhielt Strassers Witwe zudem auf Veranlassung Himmlers für sich und ihre Söhne eine monatliche Rente von 500 Reichsmark.[31]

Langzeitwirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes des Landes Thüringen üben die „nationalrevolutionären“ politischen Theorien Strassers und seines jüngeren Bruders Otto ähnlich wie die Ideen von Ernst Röhm erheblichen Einfluss auf das Gedankengut nicht weniger zeitgenössischer Neonationalsozialisten (Neonazis) aus.[32] In der NPD gibt es seit langem eine starke strasseristische Strömung, deren vordergründige Sozialkritik und sozialistische Rhetorik nach dem Vorbild der Strasser-Brüder vor allem im Osten Deutschlands auf Resonanz stößt. Auch für „Freie Kameradschaften“ und „Autonome Nationalisten“ spielen sowohl die theoretischen Ansichten Gregor und Otto Strassers über den „revolutionären Nationalsozialismus“ als auch die Ästhetik der Selbstinszenierung besonders Otto Strassers eine große Rolle.[3]

Archivalien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Hitler-Büchlein. Ein Abriß vom Leben und Wirken des Führers der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung Adolf Hitler. Kampf-Verlag, Berlin 1928.
  • Ausgewählte Reden und Schriften eines Nationalsozialisten. 2 Bände. Kampf-Verlag, Berlin 1928;
    • Band 1: Freiheit und Brot.
    • Band 2: Hammer und Schwert.
  • 58 Jahre Young-Plan! Eine quellenmäßige Betrachtung über Inhalt, Wesen und Folgen des Young-Planes. Kampf-Verlag, Berlin 1929.
  • mit Gottfried Feder: Reden im Reichstag Oktober 1930 nach dem amtlichen Stenogramm (= Die nationalsozialistische Reichstagsfraktion. Reden, Anträge und Interpellationen in Einzelheften. H 1, ZDB-ID 572093-x). Lützow-Verlag, Berlin 1930.
  • Der Kampf um die Freiheit. Reichstagsrede vom 17. Oktober 1930. Eher, München 1931.
  • Der letzte Abwehrkampf des Systems. 3 aktuelle Aufsätze. Eher, München 1931.
  • Arbeit und Brot! Reichstagsrede am 10. Mai 1932 (= Kampfschrift. Broschürenreihe der Reichspropaganda-Leitung der NSDAP. 12, ZDB-ID 2468560-4). Eher, München 1932.
  • Die Staatsidee des Nationalsozialismus. Rundfunkrede. Eher, München 1932.
  • Das wirtschaftliche Aufbauprogramm der NSDAP, Berlin 1932.
  • Kampf um Deutschland. Reden und Aufsätze eines Nationalsozialisten. Eher, München 1932.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sekundärliteratur (Lexikonartikel):

Sekundärliteratur (Monographien):

  • Udo Kissenkoetter: Gregor Straßer und die NSDAP (= Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Bd. 37). Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1978, ISBN 3-421-01881-2 (Zugleich: Düsseldorf, Universität, Dissertation, 1975).
  • Peter D. Stachura: Gregor Strasser and the Rise of Nazism. Allen & Unwin, London u. a. 1983, ISBN 0-04-943027-0.

Sekundärliteratur (Aufsätze):

  • Udo Kissenkoetter: Gregor Straßer – NS-Parteiorganisator oder Weimarer Politiker? In: Ronald Smelser, Rainer Zitelmann (Hrsg.): Die braune Elite. 22 biographische Skizzen (= WB-Forum. 37). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, ISBN 3-534-80036-2, S. 273–285.
  • Reinhard Kühnl: Zur Programmatik der nationalsozialistischen Linken. Das Strasser-Programm von 1925/26, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 14 (1966), S. 317–333 (online).
  • Peter D. Stachura: „Der Fall Strasser“: Gregor Strasser, Hitler and National Socialism 1930–1932. In: Peter D. Stachura (Hrsg.): The shaping of the Nazi state. Croom Helm u. a., London u. a. 1978, ISBN 0-85664-471-4, S. 88–130.
  • Robert Wistrich: Straßer, Georg (1892–1934). In: Robert Wistrich: Wer war wer im Dritten Reich. Anhänger, Mitläufer, Gegner aus Politik, Wirtschaft, Militär, Kunst und Wissenschaft. Überarbeitete, erweiterte und illustrierte deutsche Ausgabe. Harnack, München 1983, ISBN 3-88966-004-5, S. 262 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinrich Egner: „Aus der Apotheke wurde notgedrungen eine Drogerie. Auf einer Gremeß wurde Gregor Strasser von der Geburt seiner Zwillinge überrascht“, in: Landshuter Zeitung vom 21. Oktober 2004.
  2. a b Armin NolzenStraßer, Gregor. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 25, Duncker & Humblot, Berlin 2013, ISBN 978-3-428-11206-7, S. 478 f. (Digitalisat).
  3. a b c Dietmar Gottfried: Nazis gegen Hitler. In: Telepolis, 23. September 2012; Abruf vom 13. April 2017.
  4. Albrecht Tyrell (Hrsg.): Führer befiehl … Selbstzeugnisse aus der ‚Kampfzeit‘ der NSDAP. Dokumentation und Analyse. Droste, Düsseldorf 1969, S. 281.
  5. Ralf Georg Reuth: Goebbels: Eine Biographie, 2012, S. 107; Hans Mommsen: Die verspielte Freiheit, 1989, S. 350.
  6. Jochen von Lang: Die Partei: mit Hitler an die Macht und in den Untergang, 1989, S. 162.
  7. Udo Kissenkoetter: Gregor Straßer – NS-Parteiorganisator oder Weimarer Politiker. In: Ronald Smelser u. Rainer Zitelmann (Hrsg.): Die Braune Elite. 22 biographische Skizzen. WBG, Darmstadt 1989, S. 277 f..
  8. Dietrich Orlow: The Nazi Party 1919-1945. A Complete History. Digitalisat.
  9. Udo Kissenkoetter: Gregor Straßer – NS-Parteiorganisator oder Weimarer Politiker. In: Ronald Smelser u. Rainer Zitelmann (Hrsg.): Die Braune Elite. 22 biographische Skizzen. WBG, Darmstadt 1989, S. 279.
  10. Udo Kissenkoetter: Gregor Straßer – NS-Parteiorganisator oder Weimarer Politiker. In: Ronald Smelser u. Rainer Zitelmann (Hrsg.): Die Braune Elite. 22 biographische Skizzen. WBG, Darmstadt 1989, S. 280.
  11. Udo Kissenkoetter: Gregor Strasser und die NSDAP. Stuttgart 1978, S. 142 f..
  12. Udo Kissenkoetter: Gregor Straßer – NS-Parteiorganisator oder Weimarer Politiker. In: Ronald Smelser u. Rainer Zitelmann (Hrsg.): Die Braune Elite. 22 biographische Skizzen. WBG, Darmstadt 1989, S. 282.
  13. Avraham Barkai: Das Wirtschaftssystem des Nationalsozialismus. Ideologie, Theorie, Politik. 1933–1945 (= Fischer 4401). Erweiterte Neuausgabe. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-596-24401-3, S. 41 ff.
  14. Reinhard Neebe: Großindustrie, Staat und NSDAP 1930–1933. Paul Silverberg und der Reichsverband der Deutschen Industrie in der Krise der Weimarer Republik (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft, Band 45). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1981, ISBN 3-525-35703-6 (Zugleich: Marburg, Universität, Dissertation, 1980), Digitalisat (PDF; 6.56 MB).
  15. August Heinrichsbauer: Schwerindustrie und Politik. West-Verlag, Essen/Kettwig 1948, S. 40.
  16. Henry Ashby Turner, jr.: Die Großunternehmer und der Aufstieg Hitlers. Siedler, Berlin 1985, ISBN 3-88680-143-8, S. 316 f.
  17. Peter D. Stachura: „Der Fall Strasser“: Gregor Strasser, Hitler and National Socialism 1930–1932. In: Peter D. Stachura (Hrsg.): The shaping of the Nazi state. 1978, S. 88–130, hier S. 89, 99, 105 ff.
  18. Udo Kissenkoetter: Gregor Strasser und die NSDAP. DVA, Stuttgart 1978, S. 174. In Anlehnung an Schätzungen in Memoirenwerken von Otto Strasser: Exil. Selbstverlag, München 1958, S. 65 und Franz von Papen: Der Wahrheit eine Gasse. List, München 1952, S. 244. Nach einer Mitteilung des Gauleiters Kaufmann an Kissenkoetter war am 7./8. Dezember 1932 zudem die Mehrheit der Gauleiter bereit, eine Namensliste zugunsten Strassers zu unterzeichnen, um dessen Stellung gegenüber Hitler zu stärken.
  19. Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Band 4: Vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten 1914–1949. C. H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-32264-6, S. 534.
  20. a b Udo Kissenkoetter: Gregor Strasser und die NSDAP. DVA, Stuttgart 1978, S. 192 f.
  21. a b Peter Stachura: Gregor Strasser and the Rise of Nazism. Allen & Unwin, London 1983, S. 123.
  22. Armin Nolzen: "Gregor Strasser", in: Neue Deutsche Biographie, S. 479; Heinrich Egner: "Himmler übergibt eine Urne mit der Nummer 16. Abschied für immer: Gestapo-Männer führen Gregor Strasser aus dem Haus", in: Landshuter Zeitung vom 16. Februar 2006.
  23. Udo Kissenkoetter: Gregor Straßer und die NSDAP (= Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Bd. 37), DVA, Stuttgart 1978, S. 194f.
  24. Eidesstattliche Erklärung Paul Schulz vom 21. Juli 1951, abgedruckt bei Udo Kissenkoetter: Gregor Strasser und die NSDAP. 1978, S. 204.
  25. Rainer Orth: "Der Amtssitz der Opposition"?. Politik und Staatsumbaupläne im Büro des Stellvertreters des Reichskanzlers in den Jahren 1933–1934, Köln u.a. 2016, S. 932 unter Berufung auf Zeugnisse von anderen damaligen Insassen des Hausgefängnisses und damaligen Mitarbeitern der Geheimen Staatspolizei sowie eines Häftlings des KZ Lichtenburg, demgegenüber sich Eicke dieses Mordes gerühmt haben soll. Ders.: Der Fall Gregor Strasser. In: Rainer Orth: Der SD-Mann Johannes Schmidt. Der Mörder des Reichskanzlers Kurt von Schleicher? Tectum Verlag, Marburg 2012, S. 95 ff; außerdem Udo Kissenkoetter: Gregor Straßer und die NSDAP (= Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Bd. 37), Stuttgart 1978, S. 194f.; Stachura: Gregor Strasser and the Rise of Nazism, S. 123.
  26. Karin Mahlich: „Das Krematorium Wedding, Gerichtsstraße 37“, in: Helmut Engel (Hrsg.): Wedding, (= Geschichtslandschaft Berlin, Bd. 3), Berlin 1990, S. 181; Gunther Geserick/ Ingo Wirth/ Klaus Vendura: "Die Nacht der langen Messer", in: Dies.: Zeitzeuge Tod: Spektakuläre Fälle der Gerichtsmedizin, Leipzig 2001, insb. Abb. 37 mit einem Faksimile von Strassers Einlieferungseintrag im Zugangsregister des Leichenschauhauses.
  27. Peter Stachura: Gregor Strasser and the Rise of Nazism. Allen & Unwin, London 1983, S. 123.
  28. Hans Mommsen: Aufstieg und Untergang der Republik von Weimar. 1918–1933, 3.Aufl., Ullstein, München 2001, S. 514.
  29. Udo Kissenkoetter: Gregor Straßer – NS-Parteiorganisator oder Weimarer Politiker. In: Ronald Smelser u. Rainer Zitelmann (Hrsg.): Die Braune Elite. 22 biographische Skizzen. WBG, Darmstadt 1989, S. 283.
  30. Peter Stachura: Gregor Strasser and the Rise of Nazism. Allen & Unwin, London 1983, S. 123.
  31. Udo Kissenkoetter: Gregor Straßer und die NSDAP (= Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Bd. 37), Stuttgart 1978, S. 194 f..
  32. Verfassungsschutzbericht 2003 des Freistaates Thüringen (II. Rechtsextremismus), S. 21.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gregor Strasser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien