Greifswalder Straße

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B2 Greifswalder Straße
Wappen
Straße in Berlin
Greifswalder Straße
Wohnbauten der Grünen Stadt
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Prenzlauer Berg
Angelegt im Mittelalter als Handelsweg zwischen Alt-Berlin und einigen Hansestädten
Hist. Namen Bernauische Straße,
Straße nach Bernau,
Straße nach Werneuchen,[1]
Chaussee nach Weißensee,
Vor dem Königs-Thore
Anschluss­straßen Otto-Braun-Straße
Berliner Allee
Querstraßen (Auswahl)
Danziger Straße
Grellstraße/ Storkower Straße
Ostseestraße/ Michelangelostraße
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Technische Daten
Straßenlänge 2700 Meter

Die Greifswalder Straße in Berlin ist eine der Hauptverkehrsstraßen im Ortsteil Prenzlauer Berg. Die 2,7 Kilometer lange Ausfallstraße ist Teil der Bundesstraße 2 und nach der Universitätsstadt Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern benannt.

In Verlängerung des vom Alexanderplatz kommenden Straßenzugs Alexanderstraße/Otto-Braun-Straße beginnt sie am Königstor an der Grenze zum Bezirk Mitte, verläuft in nordöstlicher Richtung durch den Ortsteil Prenzlauer Berg des Bezirks Pankow und geht an der Grenze zum Ortsteil Weißensee in die Berliner Allee über.

Verlauf und Lage im Stadtraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ecke Greifswalder/Danziger Straße; Menschenkette im Dezember 1989

Neben der Prenzlauer Allee gehört die Greifswalder Straße zu den Hauptverkehrsachsen, die aus dem historischen Stadtzentrum in Richtung Nordost führen. Sie beginnt unweit des Volksparks Friedrichshain am früheren Königstor. Nach einem Kilometer wird die Danziger Straße gekreuzt. 600 Meter weiter unterquert sie die Ringbahn am Bahnhof Greifswalder Straße. Der weitere Verlauf kreuzt den Straßenring (C) an der Ostseestraße/Michelangelostraße, schließlich beginnt an der Kreuzung Gürtel-/Lehderstraße die Berliner Allee, die über Malchow zum Autobahndreieck Barnim führt.

Die Greifswalder Straße ist eine der sieben nach Norden und Osten führenden radialen Ausfallstraßen, die im Hobrecht-Plan im 19. Jahrhundert angelegt wurden. Dazu gehören – mit Beginn aus dem Zentrum heraus von Norden bis Südosten – im Uhrzeigersinn:

In ihrem südlichen Abschnitt bildet die Greifswalder Straße die Grenze zwischen den Sanierungsgebieten Bötzowviertel und Winsviertel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Greifswalder Straße um 1913
Feierabend im Werk Fortschritt II in der Greifswalder Straße 212/213, 1950

Die Straße folgt einer eiszeitlichen Rinne und ist seit Alters her bekannt. Sie wurde bereits im Mittelalter als Fernhandelsweg genutzt. Da sie im weiteren Verlauf die märkische Kleinstadt Bernau passierte, war sie zunächst als Bernauische Landstraße (vor dem Bernauischen Thore) bekannt. Im Verzeichnis der Heer- und Handelsstraßen des Jahres 1700 ist sie als Haupt- und Poststraße nach Berlin und Stettin aufgeführt, beidseitig wurden Straßenbäume gepflanzt.[1] Ab 1800 wurde die Straße befestigt und zu einer Chaussee ausgebaut. Später wurde sie in Chaussee nach Weißensee (1803) und 1850 Vor dem Königs-Thore umbenannt (das als Tor der Akzisemauer am Ende des Straßenzugs KönigstraßeNeue Königstraße lag). Um 1840 gab es sieben Mühlen vor dem Königstor. Als 1862 viele Grundstücke der ehemaligen Berliner Hufen separiert wurden, musste die Nummerierung erweitert werden, bevor die Straße am 12. Oktober 1868 ihren heutigen Namen erhielt. Die Greifswalder Straße verlief zunächst vom Königstor bis zum Communikationsweg, der heutigen Danziger Straße, und wurde 1892 bis zur Ostseestraße verlängert (erneute Erweiterung der Nummerierung). Um 1910 kamen nördlich der Ringbahn viele Mietskasernen hinzu, weshalb die hufeisenförmige Nummerierung letztmals angepasst wurde. Beginnend an der Kreuzung Prenzlauer Berg/Am Friedrichshain liegen die Hausnummern 1–125 auf der östlichen Seite und die Nummern 229–126 auf der Westseite.

Bauwerke und Anlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Denkmalliste des Senats für Stadtentwicklung weist für die Greifswalder Straße neun Baudenkmale aus. Direkt hinter dem Königstor links dehnt sich das Gelände des 1814 angelegten Friedhofs der St.-Georgen-Gemeinde mit seinen alten Grabstätten aus.

Greifswalder Straße (Höhe Marienburger / Hufelandstraße)

Stadtauswärts rechts (Hausnummer 4) befindet sich das Haus der Demokratie und Menschenrechte, dem links der (eingestellte) Knaack-Klub (Hausnummer 224) schräg gegenüberlag. Etwas weiter auf der rechten Seite stadtauswärts (Hausnummer 25) steht die 1914 gebaute Gemeindeschule nach Plänen des Stadtbaurates Ludwig Hoffmann. Sie diente im 20. Jahrhundert verschiedenen Lehranstalten wie dem Heinrich-Schliemann-Gymnasium. Seit einigen Jahren gehört es zur Kurt-Schwitters-Schule. Gegenüber entstanden auf dem Doppelgrundstück 212/213 zwischen 1914 und 1927 die Gebäude der ehemaligen Zigarettenfabrik Problem. In dem 1985 für den VEB Treffmodelle (später: VEB Modische Herrenanzüge) errichteten Vorderhaus (Hausnummer 5) residierte bis 2010 der Magnet-Club. Einen Straßenblock weiter links finden sich die ältesten erhaltenen Gebäude an der Greifswalder Straße (Hausnummern 15/19 und 200) von 1860. Hinter dieser Häusergruppe (Durchgang von Hausnummer 18) befindet sich das katholische St. Katharinenstift, zwischen 1892 und 1902 nach Plänen von August Menken errichtet.[1][2] Auf dem Gelände des Ernst-Thälmann-Parks waren um 1871 die Gebäude der städtischen Gasanstalt mit ihren erst 1985 gesprengten runden gemauerten Gasometern entstanden. Gegenüber auf der rechten Seite entstand Mitte der 1930er Jahre eine Wohnsiedlung mit kargen Kleinwohnungen, genannt „die Grüne Stadt“. Unmittelbar hinter dem S-Bahnhof Greifswalder Straße befindet sich die 1993 gegründete Schaubude, Spielstätte des Berliner Puppentheaters und Experimentiertheater in den bis 1971 genutzten Räumen des Kinos „Atlas“. Links gegenüber befinden sich die sanierten Siedlungsbauten von Bruno Taut, die sich an der Grellstraße und Wichertstraße bis zur Prenzlauer Allee hinziehen. Weitere 1920er Bauten stehen links bis zur Ostseestraße, an der rechten Seite folgt die Mühlenbergsiedlung. Vor der Grenze zu Weißensee stehen auf der linken Seite zur Lehderstraße die Wohnhäuser an der Cohnstraße und nach rechts gesehen zur Gürtelstraße die zwei QP-Plattenbauten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geräuschkulisse an der Greifswalder Straße vor dem Bahnhof
Bahnsteig des S-Bahnhofs

Die Straße wird in ihrem gesamten Verlauf von der Straßenbahnlinie M4 befahren. Die Strecke ist die am meisten genutzte im gesamten Berliner Straßenbahnnetz, sie wird tagsüber im 5-Minuten-Takt befahren, im Berufsverkehr sogar im 3/3/4-Minuten-Takt und dies teilweise mit Fahrzeugen, die bis zu 300 Personen transportieren können. Die Linie M4 wird von der Linie M10 im Zuge der Danziger Straße gekreuzt.

Bereits in den 1930er Jahren war vorgesehen, unter der Greifswalder Straße eine U-Bahn-Linie nach Weißensee zu errichten. Dafür wurden beim Bau der heutigen U-Bahn-Linie 5 auf den Bahnsteigen des U-Bahnhofs Alexanderplatz die äußeren Gleise angelegt. Die Linie erhielt den Planungsnamen Linie F. Geldmangel verhinderte bislang die Umsetzung, und zwischenzeitlich haben sich die Planungsstrukturen geändert.

Etwa auf der mittleren Höhe der Straße befindet sich der S-Bahnhof Greifswalder Straße, dessen Zugangsgebäude ein Baudenkmal ist. Hier verkehren die Ringbahnlinien S41 und S42 sowie die S-Bahn-Linien S8 und S85.

Die Radwege sollen 2019 auf einer Länge von rund 2100 Metern im Auftrag der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und durch das landeseigene Unternehmen Infravelo als Bauherr und Projektsteuerer im Frühjahr 2019 mit grüner Farbe gekennzeichnet werden.[3]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Theaterstück Auf der Greifswalder Straße von Roland Schimmelpfennig, das 2006 im Deutschen Theater seine Uraufführung hatte, wird das Leben in der Straße am Anfang des dritten Jahrtausends künstlerisch verarbeitet.

Die Greifswalder Straße erhält im Zuge des Straßenumbaus zwischen Moll- und Danziger Straße seit 2006 Radwege, Pkw-Parkstreifen und eine neue Straßenbeleuchtung.

Eine knapp 1,3 Kilometer lange Straße gleichen Namens befindet sich in einem ruhigen Wohngebiet im Ortsteil Mahlsdorf am östlichen Stadtrand Berlins.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Institut für Denkmalpflege (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmale der DDR. Hauptstadt Berlin-I. Henschelverlag, Berlin 1984, S. 416 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Greifswalder Straße – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Bau- und Kunstdenkmale, I, S. 416/417
  2. St. Katharinenstift auf Kauperts.de
  3. Grünbeschichtung - Greifswalderstraße. Abgerufen am 25. April 2019.

Koordinaten: 52° 32′ 25″ N, 13° 26′ 16″ O