Grenz-Echo

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Grenz-Echo
Logo der Tageszeitung GrenzEcho
Beschreibung einzige deutschsprachige Tageszeitung Belgiens
Sprache deutsch
Verlag Grenz-Echo AG
Erstausgabe 4. Juni 1927
Erscheinungsweise täglich außer sonntags
Verkaufte Auflage 11.500 Exemplare
Herausgeber Alfred Küchenberg
Geschäftsführer Olivier Verdin (COO)
Weblink www.grenzecho.net

Das Grenz-Echo (Eigenschreibweise: GrenzEcho) ist eine belgische Tageszeitung der Grenz-Echo AG. Sie ist die einzige deutschsprachige Tageszeitung in Belgien. Das Verlagshaus steht in Eupen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Die Redaktion steht derzeit ohne Chefredakteur dar, nachdem Lutz Bernard das GrenzEcho im Juni 2016 verlassen hat.[1]

Das Verbreitungsgebiet des Grenz-Echos erstreckt sich vor allem auf die Deutschsprachige Gemeinschaft und den Aachener Raum. Die Zeitung ist allerdings auch in zahlreichen Verkaufsstellen im Landesinnern erhältlich sowie überdies in Nord-Luxemburg.[2] Das Grenz-Echo trug zum Zeitpunkt seines 85-jährigen Jubiläums im Jahr 2012 etwa 35 % zum Umsatz des Verlagshauses bei.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlagshaus am Marktplatz in Eupen ab 1950

Als Vorgänger des GrenzEcho wurde 1926 die V.o.E. „Union“ gegründet, eine pro-belgische Vereinigung mit Sitz in Weismes, die sich die Förderung des Nationalbewusstseins der „Neubelgier“ (Einwohner des nach dem Ersten Weltkrieg von Preußen an Belgien abgetretenen Gebiets Eupen-Malmedy) zum Ziel gesetzt hatte.[4]

Am 4. Juni 1927 gründeten Pierre Van Werveke und der aus Eupen stammende Henri Michel die Zeitung als „Christliches Organ zur Förderung der wirtschaftlichen Interessen der neubelgischen Gebiete“ und gaben es einmal wöchentlich heraus. Zwischen 1903 und 1914 hatte es in Welkenraedt bereits eine Zeitung gleichen Namens gegeben, die mit dem neuen Grenz-Echo jedoch nichts gemein hatte. Die Katholische Partei wurde 1929 Eigentümer der Zeitung, von 1932 bis 1985 gehörte die Zeitung dem katholischen Verein „Action Catholique“ in Verviers.

Wegen seiner klaren Positionierung gegen den Nationalsozialismus wurde das Grenz-Echo auf deutschem Reichsgebiet bereits im April 1933 verboten, also sieben Jahre vor dem deutschen Überfall auf Belgien. Der Neustart nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte unter der Regie des vorherigen, aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen entlassenen Chefredakteurs Henri Michel, der den Posten des Chefredakteurs bis zum 1. November 1965 innehatte und von Heinrich Toussaint als Chefredakteur und Direktor beerbt wurde. 1985 schließlich übernahm Heinz Warny das Zepter in der Grenz-Echo-Redaktion. Gleichzeitig wurden Verlagsdirektion und Redaktionsleitung voneinander getrennt. Als Präsident des Verwaltungsrats und Verlagsleiter fungierte von nun an Alfred Küchenberg. Gemeinsam mit Ernst Thommessen war Küchenberg gleichzeitig von nun an verantwortlicher Herausgeber.[4][3]

Von Januar 2005 bis zum 2. Mai 2012[5][6] war Gérard Cremer Chefredakteur des Grenz-Echos, der den in den Ruhestand getretenen Heinz Warny ersetzt hatte. Für die Redaktionsleitung wurde anschließend eine Doppelspitze mit Lutz Bernhardt und Heinz Gensterblum ernannt. Cremer gründete nur wenige Wochen nach seiner Entlassung das Nachrichtenportal Ostbelgien Direkt.[7] Bernard übernahm den Posten wenige Monate später vollständig.

Bis März 2015 verfügte die Grenz-Echo AG über eine eigene Druckerei in Eupen, der Betrieb wurde jedoch im April 2015 eingestellt und der Zeitungsdruck in die Rotationsdruckerei der Rossel-Gruppe in Nivelles ausgelagert.[8]

Im Juni 2016 gab Lutz Bernard seinen Rücktritt bekannt. Die Chemie zwischen Chefredakteur und Redaktion habe schon länger nicht mehr gestimmt, berichtete der Belgische Rundfunk. Eine Neubesetzung des Postens steht bis dato noch aus.[9]

Weitere Aktivitäten der Grenz-Echo AG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aktivitäten der Grenz-Echo AG umfassen neben der Tageszeitung auch den Buchverlag „Grenz-Echo Verlag (GEV)“ und das Internet-Portal grenzecho.net (in Kooperation mit einer Agentur für Mediendesign). Des Weiteren ist das Grenz-Echo auch Verleger des Magazins "votreRégion" das aus den Magazinen "Welkenraedt-Magazine" und dem "Journal d'Aubel" entstand, von "Neu In Belgien" sowie des "Gastro-, Shopping- und EuregioGuides", außerdem hält man 5 % Anteil am privaten Radiosender 100’5 Das Hitradio.

Zum Jahresbeginn 2017 übernahm das Grenz-Echo 51 Prozent des regionalen Radiosenders "Radio Contact - der beste Mix" aus Eupen. Grenz-Echo will dadurch sein Medienangebot aufwerten und von den Vorteilen eines Radiosenders wie Liveübertragung und Reichweite profitieren. Den Vorwurf, das Grenz-Echo habe den Radiosender übernommen, um dem öffentlich-rechtlichen Sender BRF Konkurrenz zu machen, wies Geschäftsführer Olivier Verdin in einem Interview klar zurück: "Wir wollen unterstreichen, dass das mit Konkurrenzdenken nichts zu tun hat. Wir werden auch weiterhin gut mit dem BRF zusammenarbeiten. Es ist kein Angriff auf den BRF."[10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Warny u.a.: Zwei Jahrhunderte deutschsprachige Zeitung in Ostbelgien. Grenz-Echo Verlag, Eupen 2007, ISBN 978-3-86712-016-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Haus Marktplatz 8, Eupen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GrenzEcho sucht neuen Chefredakteur. Abgerufen am 24. Januar 2017.
  2. grenzecho.be: Verkaufsstellen Abgerufen am 22. April 2016.
  3. a b Alfried Schmitz: Tageszeitung für eine Minderheit: Die einzige deutschsprachige Tageszeitung Belgiens, das "Grenz-Echo", feiert 85-jähriges Jubiläum, Bericht in der Sendereihe Markt und Medien des Deutschlandfunks am 2. Juni 2012
  4. a b grenzecho.be: Unternehmensgeschichte. Abgerufen am 31. Januar 2013.
  5. grenzecho.net: In eigener Sache. Abgerufen am 3. Mai 2012.
  6. brf.be: Gérard Cremer verlässt das Grenz-Echo. Abgerufen am 3. Mai 2012.
  7. brf.be: Gerard Cremer gründet Online-Magazin “Ostbelgien direkt” Abgerufen am 6. März 2014.
  8. Grenz-Echo stellt Zeitungsdruck in Eupen ein - Druckaufträge werden ausgegliedert - Ostbelgien Direkt. In: Ostbelgien Direkt. 26. März 2015 (ostbelgiendirekt.be [abgerufen am 24. Januar 2017]).
  9. GrenzEcho sucht neuen Chefredakteur. Abgerufen am 24. Januar 2017.
  10. GrenzEcho übernimmt 51 Prozent von Radio Contact | GrenzEcho. In: GrenzEcho. 7. Januar 2017 (grenzecho.net [abgerufen am 10. Mai 2017]).

Koordinaten: 50° 37′ 51″ N, 6° 1′ 53″ O