Grieben (Tangerhütte)

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Grieben
Wappen von Grieben
Koordinaten: 52° 26′ 10″ N, 11° 57′ 35″ O
Höhe: 34 m ü. NHN
Fläche: 20,35 km²
Einwohner: 759 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Mai 2010
Postleitzahl: 39517
Vorwahl: 039362
Evangelische Kirche
Evangelische Kirche

Grieben ist ein Ortsteil der Stadt Tangerhütte im Süden des Landkreises Stendal in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt nahe dem linken Elbufer zwischen Tangerhütte und Genthin. Die Elbe bildet die Grenze zum Landkreis Jerichower Land. Die Städte Stendal und Tangermünde liegen nördlich von Grieben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Ortes Grieben ist wendischen Ursprungs, für das Jahr 987 ist eine Burg als Vorposten gegen die Wenden belegt.

Im Mittelalter war die Grafschaft Grieben, die sich zwischen Tangermünde und der Ohre erstreckte, nach diesem Ort benannt. Mitte des 12. Jahrhunderts kam die Grafschaft durch den Tod des Grafen Otto I. von Hillersleben über dessen Tochter Berta an Graf Otto, ihren Sohn aus ihrer zweiten Ehe.[1] Aus der Erbschaft dieses Grafen Otto, der seinen Stammsitz in Grieben nahm, gingen einige Güter an der Ohre an den Grafen von Regenstein, den Ottos Tochter Luckarda geheiratet hatte, und wurden später an die umliegenden Klöster verkauft. Der größte Teil der Grafschaft Grieben ging aber an den Grafen Gebhard von Arnstein, den Ottos Witwe in zweiter Ehe geheiratet hatte.[2] Dieser Graf verkaufte die Grafschaft Grieben an Markgraf Albrecht II..

Schloss Grieben um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Ab dem 14. Jahrhundert gehörte Grieben als Rittergut zum Besitz der Familie von Itzemplitz, deren altes Schloss nach den Zerstörungen im Freiheitskrieg Anfang des 19. Jahrhunderts neu aufgebaut wurde. Seit dem 28. Mai 1887 gehört das Schloss der Familie Klewitz. Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Grieben mit der Landgemeinde Grieben vereinigt.[3]

Das Schloss der Familie Klewitz bildete zusammen mit dem Gutshaus und dem Beamtenhaus ein Ensemble, zu dem auch ein Park, der nach Sanssouci-Vorbild angelegt wurde, gehörte. Nach 1945 wurde das Schloss als Schule genutzt und später in ein Mehrfamilienhaus umgebaut.

1954 öffnete in Grieben das erste Landambulatorium in der DDR.

Am 31. Mai 2010 schloss sich Grieben mit den übrigen Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Tangerhütte-Land zur neuen Stadt Tangerhütte zusammen.[4]

Im Rahmen der Dorferneuerung wurden in den letzten Jahren Straßen, Wege und die Straßenbeleuchtung erneuert.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeisterin ist Rita Platte.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 2. Juli 2009 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „Von Rot und Silber schräg geteilt; belegt mit einem oberseits silbern bordierten schrägen blauen Wellenbalken, oben einer goldenen Getreidegarbe und unten einer ausgerissenen schwarzen Eiche mit grünem Laub und Eicheln.“[5]

Bockwindmühle in Grieben
Die Elbfähre am Griebener Ufer

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Um 1200 entstand die Griebener Kirche. Bei Umbauten wurden 1882 Windfänge vor die Kirchentüren gemauert. Auf der Kirchenglocke befindet sich ein Pilgerzeichen aus Nikolausberg sowie Symbole der Heiligen Drei Könige und der heiligen Ursula.[6]
  • ehemaliger Schlosspark am alten Elbarm
  • restaurierte Bockwindmühle mit Backhaus im Ortskern

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den aktiven Vereinen in Grieben gehören die Freiwillige Feuerwehr, Sportvereine, Männergesangsverein, Karnevalsverein, Frauenchor und Seniorentanzgruppe.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Grieben sind einige Landwirtschafts- und Handwerksbetriebe ansässig. Grieben ist heute Schulstandort auch für die umliegenden Orte, es gibt einen Kindergarten, eine Arzt- und Zahnarztpraxis, eine Verkaufsstelle und einen Bäcker.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Grieben kreuzt die Elbuferstraße (Tangermünde–Kehnert) die Landstraße von Tangerhütte nach Genthin – letztere führt über die Fähre Ferchland–Grieben zum rechten Elbufer nach Ferchland. Der Betrieb der Griebener Elbfähre wurde 1998 aufgenommen. Es ist die einzige Elbquerung auf dem 42 Kilometer langen Flussabschnitt zwischen der Tangermünder Brücke und der Rogätzer Fähre. Es verkehren Linienbusse und Rufbusse der Regionalverkehr Westsachsen (RVW) unter dem Markennamen stendalbus. Im zwölf Kilometer entfernten Tangerhütte bestehen Bahnanschlüsse nach Magdeburg und Stendal.

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Grieben (Elbe) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verein für Geschichte der Mark Brandenburg (Hrg.): Märkische Forschungen, Band 8, 1863, S. 42
  2. Leopold von Ledebur (Hrg.): Allgemeines Archiv für die Geschichtskunde des Preussischen Staates, Band 1, 1830, S. 22
  3. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 208.
  4. Amtsblatt für den Landkreis Stendal vom 30. Mai 2010 (PDF; 2,0 MB)
  5. Amtsblatt des Landkreises Nr. 14/2009 Seite 145 (PDF; 230 kB)
  6. Jiří Fajt, Wilfried Franzen, Peter Knüvener: Die Altmark 1300–1600, 2011, S. 263