Grigory Gruzman

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Grigory Gruzman (* 1956 in Leningrad) ist ein russischer Pianist.

Lebenslauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den ersten Klavierunterricht bekam Gruzman im Alter von fünf Jahren. Anschließend besuchte er bis zum Abitur 1974 die spezielle Begabtenschule der Leningrader Musikhochschule. Seine Klavier-Hauptfach-Lehrer dort waren Esfir' Steinbock und anschließend Marina Wolf.

Nach dem Verlassen der Sowjetunion setzte er seine Ausbildung an der Musikakademie in Jerusalem fort. Das Pflichtfach „Klavier zu vier Händen“ absolvierte er bei Alexander Tamir. Sein Studium beendete Gruzman mit dem Konzertexamen an der Musikhochschule Freiburg. Während des Studiums besuchte Gruzman mehrere Meisterkurse (u. a. Leon Fleisher, Claude Frank und Alfred Brendel). Noch während des Schulbesuchs trat Gruzman ca. 300 Mal öffentlich auf. Bereits 1964 wurde sein Spiel u. a. mit Klavierwerken von Andrej Gavrilin vom Leningrader Rundfunk aufgenommen.

Nach Verlassen der Sowjetunion entwickelte Gruzman noch während des Studiums eine immer größer werdende internationale Konzerttätigkeit als Solist und als Kammermusiker. 1982 hat Otto Gerdes (Aufnahmeleiter der Deutschen Grammophon) eine Live-Aufnahme Gruzmans mit der Rigoletto-Paraphrase von Franz Liszt Herbert von Karajan zukommen lassen. Der Begeisterung des Maestros folgte eine Einladung Gruzmans nach Salzburg.

1982 und 1984 war Gruzman Preisträger der internationalen Klavierwettbewerbe in Monza und in Vercelli. 1986 gründete er zusammen mit dem Cellisten Misha Katz und dem Violinisten Amiram Ganz das Schostakowitsch-Trio, welches bis 1996 eine weltweite intensive Konzerttätigkeit entfaltete (zeitweise bis zu 80 Auftritte jährlich). Gruzman ist auf den bedeutendsten Bühnen der fünf Kontinente aufgetreten, u. a. Wigmore Hall London, Concertgebouw Amsterdam, Alte Oper Frankfurt, Musikhalle Hamburg, Salle Gaveau Paris, Tschaikowsky-Konservatorium Moskau.

2006 gründete Gruzman mit der Violinistin Irina Grünwald und der Pianistin Ekaterina Kitáeva das Ensemble „Trialogue Musical“ mit acht verschiedenen Darbietungsvarianten und einem teils außergewöhnlichen Repertoire; seit 2012 ist Alina Bercu als Nachfolgerin von Ekaterina Kitáeva im Ensemble tätig.

Nachdem Gruzman 1979–1980 als Lehrbeauftragter an der Freiburger Musikhochschule tätig war, übernahm er 1980 als einer der jüngsten Dozenten Deutschlands die größte Hauptfach-Klavierklasse an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt. 1998 wurde er zum Professor für Klavier an die Hochschule für Musik und Theater Hamburg berufen. 2006 erfolgte die Ernennung zum Professor an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar. Im Rahmen dieser Professur betreut er auch Jugendliche am Hochbegabtenzentrum Musikgymnasium Schloss Belvedere.

Die von ihm geleiteten Meisterkurse in Deutschland, Österreich, Litauen, Frankreich, Schweiz, Mexiko, Russland, Kolumbien, Israel, Kroatien erfreuen sich großer Beliebtheit.

Zu seinen erfolgreichsten Schülern zählen Preisträger und Gewinner zahlreicher Wettbewerbe: Dirk Mommertz (Fauré Quartett), Sarah Tysman, Hélène Tysman, Alina Bercu, Mariam Batsashvili, Nadeschda Singer, Anna Tyshayeva, Julia Pleninger, Lisa Kapanadze, Aljoša Jurinić.

Gruzman ist ständiger Jury-Vorsitzender und künstlerischer Leiter des internationalen Rachmaninov-Wettbewerbes für junge Pianisten in Frankfurt und des internationalen Liszt-Wettbewerbes für junge Pianisten in Weimar. Außerdem wird er oft als Juror zu verschiedenen Wettbewerben im Ausland eingeladen (Vilnius in Litauen, Novgorod und Tschelabinsk in Russland, Merida in Mexiko).

Zahlreiche Einspielungen und Auftritte für SDR, HR, WDR, BR, ZDF sowie für diverse TV-Kanäle und Rundfunkstationen in Lateinamerika, Korea, Australien, Frankreich, Holland, Belgien, Dänemark, England, Russland, Litauen, etc.

Von 2006 bis 2014 war Gruzman als gewählter Präsident der Rachmaninov-Gesellschaft e.V. mit Sitz in Darmstadt tätig. Seit 2013 ist er Institutsleiter „Tasteninstrumente“ an der Musikhochschule Weimar. Er ist seit 1993 GEMA-Mitglied. Die meisten seiner Auftritte gestaltet Gruzman als Gesprächskonzerte, wobei einen weiten Bogen zwischen Information und Unterhaltung. Dies kann er bei Bedarf in sechs Sprachen anbieten: Deutsch, Russisch, Englisch, Spanisch, Französisch und Hebräisch.

Einspielungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • CD organo phon, 1998. Etüden op. 10 und op. 25 von Frédéric Chopin
  • CD organo phon, 2003. Bach – Gershwin – Gulda
  • „CD“ Bilder einer Ausstellung – M. Mussorgski, Arrangement für Klaviertrio
  • „LP“ J. Brahms. Zwei Sonaten für Klarinette und Klavier (Klarinette: Julian Milkis). LP, 1986
  • A.Arensky (Trio d-Moll) und D.Schostakowitsch (Trio Nr. 2), 1989, nicht veröffentlicht
  • S.Rachmaninov (Trio Nr. 1 und Trio Nr. 2), 1994, Sony Classical, nicht veröffentlicht.
  • „CD“ M.Mussorgsky. „Bilder einer Ausstellung“ Bearbeitung für Klaviertrio, Trio-Bearbeitung: Grigory Gruzman. CD, 1996.
  • „CD“ F.Chopin. 24 Etüden (Op. 10 und Op. 25). CD, 1998, organo phon 90 112
  • „CD“ J.S.Bach (5. Französische Suite), F. Gulda („Play Piano Play“), G. Gershwin (Three Preludes), CD 2003, organo phon 90 126

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]