Grimaldi Lines

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ConRo-Frachter Grande Cameroon und Grande Congo auf der Elbe am 19. Okt. 2012

Die Grimaldi Lines ist eine italienische Reederei, die zur Grimaldi Group gehört. Sie operiert in mehreren Ländern, wobei sowohl Fracht als auch Passagiere befördert werden. Schwerpunktmäßig wird jedoch auf den Frachtverkehr gesetzt. Bedient werden hauptsächlich verschiedene Routen von Europa nach Afrika und Südamerika. Die Grimaldi Lines hat Hauptsitze in Neapel und London. Geschäftsführer der Grimaldi Lines sind Präsident Gianluca Grimaldi sowie Emanuele Grimaldi und Diego Pacella.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die frühesten Verbindungen der Familie Grimaldi mit dem Meer und der Schifffahrt reichen zurück bis in das Jahr 1348. Nach den bis jetzt bekannten Dokumenten wurde es den Brüdern Rajinerio, Richerio und Perino de Grimaldis durch ein Geschenk der Königin Johanna I. ermöglicht, ein Schiff zu mieten. Die eigentliche Gründung der Firma geht jedoch nur auf das 19. Jahrhundert zurück. Gioacchino Lauro hatte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Dampfergesellschaft gegründet. Er hatte zwei Kinder, Achilles und Amelia. Der Sohn Achilles stieg zum wichtigsten Reeder Europas auf, während Amelia Giovanni Grimaldi heiratete, einen Grundbesitzer und Advokat. Amelia schickte ihren Sohn Guido zur Ausbildung zu seinem Onkel Achilles.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete Guido zusammen mit den Brüdern Luigi, Mario, Aldo und Ugo Grimaldi 1947 eine Schifffahrtsgesellschaft, die Sicula Oceanica S.A.. Ihr erstes Schiff war ein Liberty-Frachter, den die US-Amerikaner während des Krieges eingesetzt hatten.

Grimaldi-Lines-Autofähre nach Genua im Hafen von Palermo (2000)

Die Schifffahrtsgesellschaft der Grimaldi spezialisierte auf die Route Mittelmeer - Südamerika. Wegen steigender Ansprüche der Passagiere musste die Flotte durch den Kauf von zwei neuen und modernen Linienschiffen modernisiert werden. In den 1960er Jahren drängte die Grimaldi-Linie verstärkt in den Frachtmarkt, expandierte und konnte ihre Geschäftsbeziehungen mit zahlreichen Firmen, hauptsächlich Automobilherstellern, ausbauen. Die neue Grimaldigroup, zu der die Grimaldi Lines gehört, baute ihre Routen über den Atlantik weiter aus.

In den Jahren 1983 bis 1996 war die Grimaldi-Gruppe unter dem Namen Ausonia Cruise mit dem Schiff Ausonia, das man der Italia Crociere Internationale abgekauft hatte, in der Kreuzschifffahrt aktiv. Seit 2000 wird unter dem Namen Grimaldi Lines auch Passagierschifffahrt auf dem Mittelmeer angeboten. Dazu wurden neue RoPax-Schiffe, darunter die Cruise Roma, bei der Fincantieri bestellt.

Fährverbindungen (Linienfahrten)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cruise Roma
Italien
  1. BrindisiRavenna
  2. BrindisiCatania
Spanien
  1. CivitavecchiaBarcelona
  2. LivornoBarcelona
  3. Porto TorresBarcelona
Marokko
  1. LivornoTanger
  2. BarcelonaTanger
Sardinien
  1. Porto TorresCivitavecchia
  2. Livorno - Olbia
Tunesien
  1. CivitavecchiaTunis
  2. PalermoTunis
  3. SalernoTunis
  4. TrapaniTunis
Sizilien
  1. CivitavecchiaTrapani
  2. SalernoPalermo
Griechenland
  1. BrindisiKorfu
  2. BrindisiIgoumenitsa
  3. Brindisi - Patras

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fährschiff-Flotte besteht aus zehn Schiffen: Cruise Roma, Cruise Barcelona, Catania, Florencia, Zeus Palace, Ikarus Palace, Europalink und Euroferry Brindisi sowie den im Jahr 2012 übernommenen RoRo-Fähren Eurocargo Brindisi und Eurocargo Catania.[1]

Hinzu kommen 19 ConRo-Frachter für den Frachtlinienverkehr von Europa nach Afrika und Südamerika.

Unfall der Europalink am 21. September 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 21. September 2014 streifte das Fährschiff Europalink auf dem Weg von Patras nach Ancona frühmorgens einen Felsen der Kleininsel Peristeres[2] vor der Insel Korfu.[3][4][5][6] Die Fähre schlug leck und schaffte es laut Medienberichten „mit letzter Kraft“ in den Hafen von Korfu. Dort konnten die ungefähr 700 Passagiere unverletzt die Fähre verlassen.[7] Bei der Entladung habe das Schiff „Schlagseite bekommen“. Mit zwei bzw. drei anderen Schiffen habe man den manövrierunfähigen Riesen gestützt und umgedreht.[8][9] Das Schiff war zum Unglückszeitpunkt für die ebenfalls zur Grimaldi Group gehörende Minoan Lines unterwegs.

Brand auf der Sorrento am 28. April 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Sorrento (Schiff)

Am 28. April 2015 brach 17 Meilen von Palma de Mallorca entfernt ein Brand auf Deck vier an Bord der Sorrento aus. Da der Brand nicht von der Besatzung gelöscht werden konnte wurde beschlossen, das Schiff zu evakuieren. Die Sorrento konnte später gelöscht und in den Hafen von Sagunto geschleppt werden, war jedoch ein Totalverlust. Im März 2016 traf das Schiff zum Verschrotten im türkischen Aliağa ein.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Grimaldi Lines: GRIMALDI LAUNCHES A NEW MOTORWAY OF THE SEA BETWEEN RAVENNA, BRINDISI AND CATANIA, abgerufen am 15. März 2014
  2. Der Leuchtturm auf der Insel Peristeres, Seite auf: hoeckmann.de, abgerufen am 22. September 2014.
  3. Touristenfähre schlug vor Griechenland leck, Seite auf: orf.at, abgerufen am 22. September 2014.
  4. Touristen-Fähre schlug vor Griechenland leck, Kleine Zeitung, abgerufen am 22. September 2014.
  5. Είχε προσκρούσει σε νησίδα πλησίον της Κέρκυρας, griechische Seite auf: newsbeast.gr, abgerufen am 22. September 2014.
  6. İTALYAN FERİBOTU PERİSTERES ADASINA ÇARPTI!, türkische Seite mit Bild der Fähre im Hafen von Korfu auf: denizhaber.com, abgerufen am 22. September 2014.
  7. Ö3-Nachrichten um 17 Uhr, 22. September 2014.
  8. Glück im Unglück: Einige Passagiere sind schon kollabiert, Kleine Zeitung, abgerufen am 22. September 2014.
  9. Fähre leck: Kärntnerin kritisiert Crew, Seite auf: heute.at, abgerufen am 22. September 2014.

Quellen und andere Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grimaldi Group – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien