Groß-Zimmern

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Groß-Zimmern
Groß-Zimmern
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Groß-Zimmern hervorgehoben
Koordinaten: 49° 52′ N, 8° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Darmstadt-Dieburg
Höhe: 151 m ü. NHN
Fläche: 21,26 km2
Einwohner: 14.388 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 677 Einwohner je km2
Postleitzahl: 64846
Vorwahl: 06071
Kfz-Kennzeichen: DA, DI
Gemeindeschlüssel: 06 4 32 011
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
64846 Groß-Zimmern
Webpräsenz: www.gross-zimmern.de
Bürgermeister: Achim Grimm (CDU)
Lage der Gemeinde Groß-Zimmern im Landkreis Darmstadt-Dieburg
ErzhausenWeiterstadtGriesheimPfungstadtBickenbach (Bergstraße)Alsbach-HähnleinSeeheim-JugenheimModautalMühltalOber-RamstadtMesselEppertshausenMünster (Hessen)DieburgRoßdorf (bei Darmstadt)FischbachtalGroß-BieberauReinheimGroß-ZimmernOtzbergGroß-UmstadtSchaafheimBabenhausen (Hessen)DarmstadtBayernOdenwaldkreisKreis BergstraßeKreis Groß-GerauLandkreis OffenbachKarte
Über dieses Bild

Groß-Zimmern (mundartlich: Klaa Paris)[2] ist eine Gemeinde im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß-Zimmern liegt etwa 15 km östlich von Darmstadt.

Naturräumlich gehört Groß-Zimmern zum Dieburger Becken, das sich nördlich des Odenwaldes zum Main hin öffnet. Groß-Zimmern wird von dem kleinen Fluss Gersprenz durchzogen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß-Zimmern grenzt im Norden an die Gemeinde Messel und die Stadt Dieburg, im Osten an die Stadt Groß-Umstadt, im Südosten an die Gemeinde Otzberg, im Süden an die Stadt Reinheim sowie im Westen an die Gemeinde Roßdorf und die kreisfreie Stadt Darmstadt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß-Zimmern besteht aus den beiden Ortsteilen Groß-Zimmern und Klein-Zimmern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird angenommen, dass Groß-Zimmern eine Gründung der Abtei Fulda gewesen ist. Erstmals erwähnt wird der Ort im Jahre 1250 als Cymmere in einer Katzenelnbogener Urkunde, als Fulda das Lehen des verstorbenen Georg von Zimmern an die Grafen Diether und Eberhard von Katzenelnbogen gab. Groß-Zimmern gehörte mit der hessischen Herrschaft bis 1820 zum Kondominat Umstadt, das ab 1816 zur Provinz Starkenburg des Großherzogtums Hessen gehörte. 1821 wurden im Großherzogtum Landratsbezirke eingeführt und Groß-Zimmern wurde dem Landratsbezirk Dieburg zugeteilt. 1832 wurden die Einheiten ein weiteres Mal vergrößert und es wurden Kreise geschaffen. Dadurch gelangte Groß-Zimmern in den Kreis Dieburg. Die Provinzen, die Kreise und die Landratsbezirke des Großherzogtums wurden am 31. Juli 1848 abgeschafft und durch Regierungsbezirke ersetzt, was jedoch bereits am 12. Mai 1852 wieder rückgängig gemacht wurde. Dadurch gehörte Groß-Zimmern zwischen 1848 und 1852 zum Regierungsbezirk Dieburg, bevor wieder der Kreis Dieburg für die übergeordnete Verwaltung zuständig war. Dieser war bis zum 1. November 1938 ein Landkreis des Großherzogtum Hessen und nach dem Ersten Weltkrieg des Volksstaat Hessen. Aus ihm ging im Zuge der Verwaltungsreformen 1938 der Landkreis Dieburg hervor. Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde 1977 der Landkreis Dieburg mit dem Landkreis Darmstadt fusioniert und bildet den heutigen Landkreis Darmstadt-Dieburg.[3]

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde am 1. Januar 1977 die bis dahin eigenständige Gemeinde Klein-Zimmern (2004: 1600 Einwohner) per Gesetz nach Groß-Zimmern eingemeindet, mit Ausnahme der Anteile an der Gemarkung Zeilharder Wald, die an Messel ging.[4] Für den Stadtteil Klein-Zimmern wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In historischen Dokumenten ist der Ort unter folgenden Ortsnamen belegt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[3]

Cymmere (1250) Zymmirin (1313) Zymmern (1323)
Cymmern superior (1333) Obernzimmern (1370) Zummern (1372)
Zymern (1373) Zymmern (1376) Czymmern (1394)
Großen Zymern, Zymern dorff (1403) Oberzimmern (1444) Zimmern (1518)

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[3]

  • 1961: 3483 evangelische (= 52,49 %), 2998 katholische (= 45,18 %) Einwohner
Groß-Zimmern: Einwohnerzahlen von 1633 bis 2015
Jahr  Einwohner
1633
  
524
1829
  
1.408
1834
  
2.816
1840
  
3.143
1846
  
2.684
1852
  
3.078
1858
  
2.970
1864
  
2.809
1871
  
2.662
1875
  
2.740
1885
  
2.869
1895
  
3.180
1905
  
3.689
1910
  
3.743
1925
  
4.348
1939
  
4.817
1946
  
5.807
1950
  
6.191
1956
  
6.423
1961
  
6.635
1967
  
8.112
1970
  
8.751
1972
  
9.163
1976
  
10.758
1984
  
10.306
1992
  
11.484
2000
  
13.500
2010
  
13.880
2015
  
14.100
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [3]; 1972:[5]; 1976:[6]; 1984:[7]; 1992:[8]; 2000, 2015:[9]; 2010:[10]
Ab 1976 einschließlich der im Zuge der Gebietsreform in Hessen eingegliederten Orte.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[11] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
     
Insgesamt 31 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 43,1 13 46,6 17 49,9 18 37,1 14
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 30,0 9 33,0 12 34,4 13 44,7 16
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 12,2 4 12,9 5 7,3 3 7,8 3
FDP Freie Demokratische Partei 6,2 2 2,5 1 4,4 2 4,3 2
ZiLi Zimmerner Liste 8,5 3
FWG Freie Wähler Groß-Zimmern 2,8 1 3,9 1 6,1 2
AUF Partei für Arbeit, Umwelt und Familie 2,2 1
gesamt 100,0 31 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 47,3 55,6 47,1 52,0
Rathaus

Die Gemeindevertretung bildet drei Ausschüsse, die die Entscheidungen der Gemeindevertretung fachbezogen vorbereiten. Diese sind der Haupt- und Finanzausschuss, der Planungs- und Umweltausschuss sowie der Sozial-, Sport- und Kulturausschuss.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1982 bestehen partnerschaftliche Beziehungen zu Saint-Fargeau-Ponthierry in Frankreich. Eine Partnerschaft mit Rignano sull’Arno in Italien besteht seit Juli 2009.

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banner Groß-Zimmern.svg

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Groß-Zimmern
Blasonierung:In blauem Schild ein aufwärts gerichteter silberner Gänsefuß mit roten Krallen.[12]

Das Gemeindewappen von Groß-Zimmern wurde in seiner heutigen Form von Heinz Ritt gestaltet und am 21. Januar 1965 vom Hessischen Innenministerium genehmigt. der Gänsefuß ist jedoch schon seit dem 16. Jahrhundert als Gerichtssiegel bekannt. Er deutet auf die früher in Groß-Zimmern weitverbreitete Gänsezucht hin.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindeflagge wurde am 27. April 1982 genehmigt und wird wie folgt beschrieben: „Auf verbreiterter weißen Mittelbahn mit blauen, von je einem roten Faden belegten Randstreifen, in der oberen Hälfte aufgelegt das Gemeindewappen.“ [13]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturzentrum Glöckelchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturzentrum Glöckelchen

Das Kulturzentrum „Glöckelchen“ befindet sich in einem ehemaligen Schulgebäude in der Angelstraße 18. Nachdem die Schule umgezogen ist, befand sich dort zeitweise die Gemeindeverwaltung und ein Jugendzentrum. Zwischen 1994 und 1997 wurde es saniert und beherbergt seitdem die Gemeindebücherei, das Trauzimmer der Gemeinde, einen Saal und mehrere Gruppenräume sowie den Gewölbekeller des Kerbverein Groß-Zimmern e. V.

Ein kulturelles Programm wird jedes Jahr vom Glöckelchen e. V. Groß-Zimmern, Verein für Kultur und Heimatgeschichte, herausgegeben.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß-Zimmern ist durch seine zentrale Lage im Landkreis gut an die meisten Gemeinden angeschlossen. Die Bahnstrecke Darmstadt Ost–Groß-Zimmern und die Bahnstrecke Dieburg–Reinheim (Odenw) sind stillgelegt und abgebaut. Man überlegt, wieder eine Bahnlinie zu bauen.[17]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit Groß-Zimmern verbunden sind[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roland Lortz (1937–2007), Gewichtheber, Olympiateilnehmer 1960 Rom (Platz 8); starb in Groß-Zimmern
  • Werner Schraut (1951–2018), Gewichtheber, Olympiateilnehmer 1972 und 1976, Europameisterschafts-Dritter 1977; startete für Groß-Zimmern
  • Manfred Pentz (* 1980), Politiker (CDU), Abgeordneter des Hessischen Landtags seit 1. Oktober 2010; wohnt in Groß-Zimmern

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Groß-Zimmern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2017 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Darmstädter Echo, Samstag, 16. August 2014, S. 25
  3. a b c d Groß-Zimmern, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 24. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 8. Juni 2018.
  4. Der Hessische Minister des Inneren: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt (GVBl. II 330–334) vom 26. Juli 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 318, § 11 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,5 MB]).
  5. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1972; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 4. August 1972. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 33, S. 1424, Punkt 1025 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,9 MB]).
  6. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1977; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 15. Dezember 1976. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1976 Nr. 52, S. 2283, Punkt 1668 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 10,3 MB]).
  7. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1985; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 30. Oktober 1984. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1984 Nr. 46, S. 2175, Punkt 1104 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,5 MB]).
  8. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1993; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 21. Oktober 1992. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1992 Nr. 44, S. 2766, Punkt 935 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,1 MB]).
  9. Gemeindedatenblatt: Groß-Zimmern. In: Hessisches Gemeindelexikon. HA Hessen Agentur GmbH; (PDF; 222 kB).
  10. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 30. Juni 2010. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 11, archiviert vom Original am 7. Februar 2018; abgerufen am 20. März 2018 (PDF; 552 kB).
  11. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  12. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Groß-Zimmern, Landkreis Darmstadt vom 21. Januar 1965. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1965 Nr. 6, S. 175, Punkt 142 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,4 MB]).
  13. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung einer Flagge der Gemeinde Groß-Zimmern, Landkreis Darmstadt-Dieburg vom 27. April 1982. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1982 Nr. 20, S. 947, Punkt 536 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,4 MB]).
  14. Darmstädter Echo, Freitag, 28. August 2015, S. 19
  15. Darmstädter Echo, Dienstag, 11. Oktober 2016, S. 24
  16. Darmstädter Echo, Donnerstag, 26. November 2015, S. 20
  17. Artikel "Rechnet sich die Tram nach Gross-Zimmern?" im Darmstädter Echo vom 23. März 2012, abgerufen am 4. März 2013 (Memento vom 24. März 2012 im Internet Archive)