Großbardorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Großbardorf
Großbardorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großbardorf hervorgehoben

Koordinaten: 50° 16′ N, 10° 22′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Rhön-Grabfeld
Verwaltungs­gemeinschaft: Bad Königshofen im Grabfeld
Höhe: 296 m ü. NHN
Fläche: 16,54 km2
Einwohner: 912 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97633
Vorwahl: 09766
Kfz-Kennzeichen: NES, KÖN, MET
Gemeindeschlüssel: 09 6 73 126
Gemeindegliederung: 5 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Josef-Sperl-Str. 3
97631 Bad Königshofen i.Grabfeld
Website: www.grossbardorf.de
Erster Bürgermeister: Josef Demar (CSU)
Lage der Gemeinde Großbardorf im Landkreis Rhön-Grabfeld
FladungenHausen (Rhön)Bundorfer ForstBurgwallbacher ForstForst Schmalwasser-NordForst Schmalwasser-SüdMellrichstadter ForstSteinacher Forst rechts der SaaleSulzfelder ForstWeiglerWillmarsNordheim vor der RhönSondheim vor der RhönStockheim (Unterfranken)MellrichstadtMellrichstadtOstheim vor der RhönOberelsbachBischofsheim in der RhönBischofsheim in der RhönSandbergSchönau an der BrendHohenrothNiederlauerBurglauerStrahlungenSalz (Unterfranken)BastheimOberstreuUnslebenWollbach (Unterfranken)Bad Neustadt an der SaaleHeustreuHendungenHollstadtRödelmaierWülfershausen an der SaaleHöchheimSaal an der SaaleAubstadtHerbstadtTrappstadtGroßeibstadtGroßbardorfSulzfeld (im Grabfeld)Bad Königshofen im GrabfeldBad Königshofen im GrabfeldSulzdorf an der LederheckeThüringenLandkreis HaßbergeLandkreis SchweinfurtHessenLandkreis Bad KissingenKarte
Über dieses Bild

Großbardorf ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Region Main-Rhön. Der Ort Großbardorf liegt 26 Kilometer von Schweinfurt und 120 Kilometer von Nürnberg entfernt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt fünf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Es gibt nur die Gemarkung Großbardorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 789 wurde „Pargthorfum“ (Dorf an der Barget) in der Karolingerzeit in einer Schenkungsurkunde des Klosters Fulda erstmals genannt. 1165 tauschte das Kloster Wechterswinkel den Zehnt in Großeibstadt gegen ein Gut in Großbardorf. 1305 fällt Großbardorf nach dem Aussterben der Grafen von Wildberg zur Hälfte an die Grafen von Henneberg und zur anderen an das Hochstift Würzburg. Großbardorf gehört fortan zum würzburgischen Amt Wildberg.[3] 1586 fällt auch der hennebergische Teil im Rahmen des Schleusinger Vertrags an das Hochstift Würzburg.

Als Teil des Hochstiftes Würzburg, das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, wurde Großbardorf 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, dann im Frieden von Preßburg (1805) Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit welchem es 1814 endgültig an Bayern fiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 0839 Einwohner
  • 1970: 0883 Einwohner
  • 1987: 0876 Einwohner
  • 1991: 0966 Einwohner
  • 1995: 0986 Einwohner
  • 2000: 1004 Einwohner
  • 2005: 1013 Einwohner
  • 2010: 0928 Einwohner
  • 2015: 0894 Einwohner

Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 895 auf 865 um 30 Einwohner bzw. um 3,4 %. 2000 hatte die Gemeinde 1010 Einwohner. Quelle: BayLfStat

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Bad Königshofen im Grabfeld.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 1996 Josef Demar (* 1954)(CSU).[4]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus dem ersten Bürgermeister und den Gemeinderatsmitgliedern. Die acht Gemeinderatsmitglieder werden seit Mai 2020 von folgenden Gruppierungen gestellt:[5]

  • GBL 1: 4 Sitze
  • GBL 2: 4 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Großbardorf
Blasonierung: „Durch eine eingeschweifte rote Spitze, darin ein gestürztes silbernes Deichselkreuz, das in Mauerankern endet, gespalten von Schwarz und Gold; vorne ein silberner Balken, darüber rechts ein sechsstrahliger silberner Stern, hinten ein steigender, Feuer speiender grüner Drache.“[6]

Dieses Wappen wird seit 1988 geführt.

Wappenbegründung: Das Deichselkreuz ist dem Wappen der Grafen von Wildberg entnommen, die im 12. Jahrhundert als Grafen im Grabfeld urkundlich belegt und 1304 ausgestorben sind. Dienstmannen dieses Grafengeschlechts und der Grafen von Henneberg waren die Herren von Bardorf, die seit dem 13. Jahrhundert belegt und in der Mitte des 14. Jahrhunderts ausgestorben sind. Ihr Wappen, in Schwarz ein silberner Balken mit einem sechsstrahligen silbernen Stern im rechten Obereck, erinnert an dieses Adelsgeschlecht. Der Drache ist das Attribut der heiligen Margareta, der die Pfarrkirche in Großbardorf geweiht ist. Die Heilige stand bereits in einem alten Gemeindesiegel des 19. Jahrhunderts. Die Farben Grün und Gold sind dem Wappen der Grafen von Henneberg entnommen, die seit 1305 in Großbardorf belegt sind und die den Ort 1354 an das Hochstift Würzburg verkauften. An die territoriale Zugehörigkeit zum Würzburger Hochstift erinnern die Farben Silber und Rot aus dem Hochstiftswappen.

Kommunale Allianz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied in der Kommunalen Allianz Fränkischer Grabfeldgau.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 56 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 19 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 320. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 15 Betriebe, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 31 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 993 ha, davon waren 889 ha Ackerfläche und 103 ha Dauergrünfläche.

In der Gemarkung Großbardorf befinden sich wertvolle Biotoptypen wie ein Niederwald mit 140 ha Fläche, Streuobst mit 26 ha und Magerrasen mit 20 ha.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2018):

  • Eine Kindertageseinrichtung mit 50 Plätzen und 43 Kindern
  • Irena-Sendler-Schule, Außenstelle des Sonderpädagogischen Förderzentrums Hohenroth

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fußballverein TSV Großbardorf spielte in der Saison 2008/09 in der Fußball-Regionalliga Süd und tritt seit 2009 in der fünftklassigen Bayernliga an.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Nepomuk Endres (* 15. Januar 1730 in Großbardorf; † 4. Mai 1791 in Würzburg), Theologe und Jurist

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernd Homeier: Geschichte des Eichsfeldischen Dorfes Großbartloff 1900–2000. Selbstverlag Großbartloff 2013, 534 Seiten, zahlreiche Schwarz-Weiß- und Farbabbildungen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Großbardorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Großbardorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 8. April 2021.
  3. Großbardorf im Rhönlexikon
  4. Bürgermeister. Gemeinde Großbardorf, abgerufen am 6. August 2020.
  5. Wahl des Gemeinderats (2020)
  6. Eintrag zum Wappen von Großbardorf in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte