Großbernsau (Overath)

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Großbernsau
Stadt Overath
Koordinaten: 50° 56′ 22″ N, 7° 17′ 34″ O
Höhe: 98 m ü. NN
Großbernsau (Overath)
Großbernsau

Lage von Großbernsau in Overath

Bild von Großbernsau

Großbernsau ist ein Ortsteil von Overath im Rheinisch-Bergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Der Wohnplatz steht nicht historisch im Zusammenhang mit der Burgruine Großbernsau, befindet sich aber in deren Nahbereich wenige hundert Meter östlich von dieser.

Lage und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wohnplatz Großbernsau stellt sich heute vor allem als kleines Gewerbegebiet an der Bundesstraße 55 dar, die hier Kölner Straße heißt. Er ist nicht zu verwechseln mit dem landwirtschaftlich geprägten Gut Bernsau, von dem er durch ein Geflecht von Verkehrswegen getrennt ist.

Bergweiher

In Großbernsau befinden sich zwei Stauteiche, von denen einer Bergweiher genannt wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort entstand erst um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert und erscheint auf den Messtischblättern der topografischen Karte 1:25.000 kartografisch erstmals auf der Ausgabe 1906 und ist dort und in den beiden Folgeausgaben auch regelmäßig mit Großbernsau beschriftet. Ab der Ausgabe 1949 sind die Gebäude des Ortes ohne Beschriftung verzeichnet. Für 1905 werden im Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland ein Wohnhaus und drei Einwohner angegeben.[1]

Villa Großbernsau, 1932

1904 verkaufte Heinrich Reichsgraf von Schaesberg-Thannheim seine Besitzungen in Overath, darunter Großbernsau, an Johann Dün(n) aus Köln, der mehrere Bücher schrieb.[2] 1909 baute dieser sich eine Villa am Bergweiher.[3] Bei einem Bombenangriff vom 3. Februar 1945 wurde das Haus schwer beschädigt, drei Menschen kamen ums Leben, darunter zwei Töchter von Hans Dünn junior.[4]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus wieder bewohnt und ein Anbau anstelle des zerbombten Hausteils errichtet. Anfang des 21. Jahrhunderts wurden an der Zufahrtsstraße Großbernsau eine gleichnamige Seitenstraße in nordöstlicher Richtung eingerichtet und in den Zwischenraum zur Bundesstraße Gewerbebetriebe angesiedelt, die sich übergangslos an das Gewerbegebiet Hammermühle anschließen. Dies führte dazu, dass die Villa Großbernsau, die mit Antrag der Stadt Overath eigentlich unter Denkmalschutz gestellt werden sollte, was aber vom Landesdenkmalamt abgelehnt wurde, zunehmend zerfiel und jetzt nicht mehr existiert.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1909.
  2. Johann Dün: Urkundenbuch der Familien von Dune (Daun), Druck Franz Mermet, Cöln 1909. Johann Dünn: Geschichte der ehemaligen Herrlichkeit Junkersdorf bei Köln, Heft 1 der Geschichte der Gemeinde Lövenich, Druck von Klöckner & Mansberg, Köln 1896.
  3. Siehe die Bauakte im Bauamt Overath.
  4. Franz Becher: 900 Jahre Overath. Hrsg. Bergischer Geschichtsverein Overath e. V., Nachdruck der Ausgabe von 1964, S. 49, Bücken und Sulzer Verlag, Overath 2005, ISBN 3-936405-28-X

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großbernsau (Overath) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien