Großbockenheim

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Großbockenheim
Wappen der ehemaligen Gemeinde Grossbockenheim
Koordinaten: 49° 36′ 14″ N, 8° 10′ 53″ O
Höhe: 160 m ü. NHN
Eingemeindung: 1956
Postleitzahl: 67278
Vorwahl: 06359
Großbockenheim (Rheinland-Pfalz)
Großbockenheim

Lage von Großbockenheim in Rheinland-Pfalz

Großbockenheim am nördlichen Ende der Deutschen Weinstraße im Weinbaugebiet Pfalz war früher ein eigenständiges Winzerdorf und bildet seit 1956 zusammen mit dem zweiten Ortsteil Kleinbockenheim die Ortsgemeinde Bockenheim an der Weinstraße im Landkreis Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großbockenheim erstreckt sich in einer Mulde wenige hundert Meter südlich eines Hügels, auf dem Kleinbockenheim liegt und der zur Region Weinstraße gehört. Mit Kleinbockenheim ist der Ort baulich inzwischen zusammengewachsen, sodass keine räumliche Trennung mehr möglich ist. Zu Großbockenheim gehören unter anderem die Stiegelgasse und der größte Teil der Weinstraße.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1390 gehörte die Gemeinde Simon von Bensheim und Symont Mannes son von Colne; beide besaßen entsprechende Pfandbriefe. 1538 und 1939 wurden im Ort alle Besitztümer, die dem Kloster Hertlingshausen gehört hatten, an die Leininger Grafen Emich X. und Cuno II. verkauft. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Großbockenheim zu Leiningen-Dagsburg.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Grosbockenheim - so die damalige Schreibweise - in den Kanton Grünstadt eingegliedert und besaß eine eigene Mairie. 1815 hatte der Ort insgesamt 600 Einwohner. Von 1818 bis 1862 war „Groß-Bockenheim“ Bestandteil des Landkommissariat Frankenthal, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

1928 hatte der Ort 970 Einwohner, die in 180 Wohngebäuden lebten. Sowohl die Katholiken als auch die Protestanten besaßen seinerzeit eine Pfarrei vor Ort.[1] 1938 wurde der Ort in den Landkreis Frankenthal eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Großbockenheim innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. 1956 wurde Großbockenheim mit der Nachbargemeinde Kleinbockenheim zur neuen Gemeinde Bockenheim an der Weinstraße zusammengelegt. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort in den neu geschaffenenen Landkreis Bad Dürkheim. In der Folgezeit wurde die Lücke zwischen Klein- und Großbockenheim immer kleiner, weil die Gemeinde Bockenheim und die von 1972 bis 2017 existierende Verbandsgemeinde Grünstadt-Land dort unter anderem das Bürgerhaus Emichsburg, den Festplatz und das Haus der Deutschen Weinstraße angelegt haben.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitten durch den Ort verläuft die Deutsche Weinstraße, die in diesem Bereich identisch mit der Bundesstraße 271 ist. Vor Ort befinden sich insgesamt 17 Objekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die westlich des Siedlungsgebiets und von Weinbergen umgebene Heiligenkirche. Am nordöstlichen Ortsrand befindet sich der 1873 eröffnete Bahnhof Bockenheim-Kindenheim an der Pfälzischen Nordbahn, der als gemeinsame Bahnstation mit Kleinbockenheim und Kindenheim ausgelegt war. 1984 wurde der Personenverkehr eingestellt, 1995 jedoch reaktiviert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. daten.digitale-sammlungen.de: Ortschaftenverzeichnis für den Freistaat Bayern. Abgerufen am 20. Januar 2018.