Große Tränke

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Große Tränke

Die Große Tränke ist ein Stauwehr in Fürstenwalde/Spree, das 1890 in Betrieb genommen und 1997 durch einen Neubau ersetzt wurde.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südwestlich des Stadtzentrums von Fürstenwalde/Spree verläuft die Fürstenwalder Spree in westlicher Richtung. Nach Nordwesten zweigt die Müggelspree ab, während der Oder-Spree-Kanal in westlicher Richtung verläuft. An diesem Abzweig befindet sich das Bauwerk.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schleuse und Wehr vor 2004

Am 1. Oktober 1886 wurde auf dem Gelände der Königlichen Wasserbau-Inspektion Fürstenwalde ein Baubüro eröffnet.[1] Von dort aus wurden die weiteren Baumaßnahmen koordiniert. Das Ziel war, bei Bau des Seitenkanals von der Müggelspree zum Seddinsee die Wasserhaltung und Erhaltung der Schiffbarkeit sicherzustellen.[2] Am 18. Oktober 1887 erfolgte die Grundsteinlegung für den Kanalbau, der 1891 eröffnet wurde. In dieser Zeit errichteten Handwerker im Jahr 1890 die Große Tränke. Die Schleuse wies eine nutzbare Kammerlänge von 55,00 m bei einer Breite von 8,60 m in den Häuptern sowie 9,60 m in den Kammern auf. Die Wassertiefe betrug 2,50 m über dem Drempel. Um Fischen das Aufsteigen gegen das Wehr zu ermöglichen, errichteten Handwerker weiterhin eine Fischtreppe. Da die Schleusenanlage bereits nach wenigen Jahren ihre Kapazität erreicht hatte, wurde eine Verbreiterung des Kanalbetts sowie eine Verlängerung der Schleusenkammern erforderlich. Zwischen 1910 und 1912 errichteten Handwerker daher am nördlichen Ufer eine zweite Schleusenkammer. Durch diese Kapazitätserweiterung mussten sowohl der Kanal wie auch die Schleusen nochmals ausgebaut werden. Um einen Neubau in Fürstenwalde zu vermeiden, entschieden sich die Ingenieure dazu, die im Unterhaupt der Südkammer vorhandenen Stemmtore durch ein Hubtor zu ersetzen. Damit wurde eine Länge von 67,50 m bei einer Breite von 9,60 m realisiert. Um bei Niedrigwasser der Spree die Schleusen dennoch betreiben zu können, entstand eine Stauanlage. In der Praxis zeigte es sich, dass der Wasserstand zunehmend ausgeglichen war; Hochwasser trat kaum noch auf. Die Schleusentore standen daher über weite Zeiträume im Jahr offen und wurden in den 1950er Jahren außer Betrieb genommen. Das Wasser- und Schifffahrtsamt entschloss sich daher zu einem Abriss der Schleusenanlage. In den Jahren 2004 und 2005 wurde das Hubtor entfernt, die Schleusenkammern abgerissen und die Brücke demontiert. Das Wehr wurde 1997 durch eine neue Anlage mit drei Wehrfeldern ersetzt. Diese wurde am 18. Dezember 1997 eröffnet und 2007 um eine Fischtreppe erweitert.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Neubau besteht aus drei Wehrfeldern. Im westlichen Feld reguliert eine Fischbauchklappe den Oberwasserspiegel. In den beiden anderen Feldern kommen Tafeln zum Einsatz. Unterhalb des Wehrs brachten die Ingenieure ein Sturzbett an. Es ist mit Spundwänden aus Stahl eingefasst, in die Steine aus Granit in Beton eingegossen wurden. Damit wird das überströmende Wasser gebrochen. Eine Bootsschleppe ermöglicht Sportbooten den Durchgang von der Fürstenwalder Spree zur Müggelspree.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Große Tränke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Informationstafel Große Tränke, Spree-Oder-Wasserstraße (SOW) km 68,75, am Wehr, August 2018.
  2. Wehr Große Tränke, Webseite des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Berlin, abgerufen am 8. August 2018.

Koordinaten: 52° 22′ 3,5″ N, 13° 59′ 33,6″ O