Großenehrich

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Großenehrich
Großenehrich
Deutschlandkarte, Position der Stadt Großenehrich hervorgehoben
Koordinaten: 51° 15′ N, 10° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Kyffhäuserkreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Greußen
Höhe: 240 m ü. NHN
Fläche: 63,34 km2
Einwohner: 2406 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner je km2
Postleitzahl: 99718
Vorwahl: 036370
Kfz-Kennzeichen: KYF, ART, SDH
Gemeindeschlüssel: 16 0 65 084
Stadtgliederung: 10 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstr. 13a
99718 Greußen
Webpräsenz: www.vgem-greussen.de
Bürgermeister: Jörg Kunze (CDU)
Lage der Stadt Großenehrich im Kyffhäuserkreis
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Über dieses Bild
Stadtkirche
Rathaus
Am Anger
Altes Portal von 167?

Großenehrich ist eine Landstadt im Thüringer Kyffhäuserkreis.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großenehrich liegt als Einheitsgemeinde geografisch und besiedlungspolitisch in einem interessanten Raum Thüringens. Geografisch liegen die Ortsteile um Großenehrich südlich der Hainleite auf Böden, die meist aus verwittertem Muschelkalk entstanden sind. Auf dem Stadtgebiet fließt zwischen Bliederstedt und Otterstedt die Helbe. Das Ackerhügelland lockerten die Bewohner durch naturbewusstes Handeln, wie Anbau von Alleen, Streuobstwiesen, Hecken und Feldgehölzen auf.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Großenehrich gehören zehn Ortsteile.

Ortsteil Einwohner Ortsteilbürgermeister
Großenehrich 879 Steffi Skor
Wenigenehrich 136 Uta Kunze
Rohnstedt 183 Michael Rosenstiel
Otterstedt 214 Marco Krause
Bliederstedt 78 Dietmar Börold
Niederspier 404 Otto Rosenstiel
Westerengel 375 Gustav Kammerer
Kirchengel 314 Petra Häder
Holzengel 259 Isolde Straube
Feldengel 257 Egon Löser

(Stand: 1. Juli 2009)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besiedlung durch germanische Volksstämme (Angeln und Warnen) sowie die christliche Missionierung waren weitere entscheidende Vorgänge für Mensch und Umwelt. Später spielte die verkehrsmäßige Erschließung eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der Produktion im Raum Großenehrich. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort am 20. Januar 722 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Fulda. Es wird angenommen, dass der Ort „von einem Anführer der Thüringer, welche zu Beginn des 5. Jahrhunderts das Land in Besitz nahmen, gegründet und nach seinem Namen `Erike` genannt“.[2] Der Marktplatz bildete den Kreuzungspunkt zweier Handelswege: SachsenburgMühlhausenKassel und ErfurtBad TennstedtSondershausenMagdeburg. So stellte man beim Grafen von Schwarzburg einen Antrag auf Erteilung des Marktrechtes, welchem 1468 stattgegeben wurde. Zu dieser Zeit hatte der Ort ca. 480 Einwohner. Großenehrich erhielt im Jahre 1521 Stadtrecht, verfügte über Niedere Gerichtsbarkeit, eine eigene Verwaltung und eine Ringmauer mit drei Toren (Niedertor, Kapelltor, Greußener Tor). Später kam ein viertes Tor dazu, das Neutor. Die Siedlung bestand ursprünglich aus zwei Ortskernen, einem um die Kirche und einem um das Rathaus. Die in direkter Nachbarschaft befindlichen Orte Neustadt und Faula wurden aufgegeben – die Menschen siedelten sich zwischen den Ortskernen an, sodass eine geschlossene Stadt entstand. Um 1274 wurden auf Befehl Heinrichs IV. die beiden Schutzburgen zerstört und nicht wieder aufgebaut. Großenehrich blieb stets eine Ackerbürger- und Handwerkerstadt.

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Wenigenehrich eingegliedert.

Seit dem 1. Dezember 2010 gehört der Ort zur Verwaltungsgemeinschaft Greußen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1996: 3045
  • 1997: 3059
  • 1998: 3038
  • 1999: 3042
  • 2000: 3061
  • 2001: 3054
  • 2002: 3002
  • 2003: 2994
  • 2004: 2950
  • 2005: 2890
  • 2006: 2811
  • 2007: 2805
  • 2008: 2738
  • 2009: 2692
  • 2010: 2634
  • 2011: 2549
  • 2012: 2554
  • 2013: 2482
  • 2014: 2446
  • 2015: 2430
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtwappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber ein in Felle gekleideter bärtiger Mann, auf dem linken Arm ein rotes Buch, auf dem ein silbernes Lamm ruht, mit der Rechten auf das Lamm zeigend; zu seinen Füßen ein kleiner blauer Schild, darin ein goldener Löwe.“

Das Wappen entstammt dem ältesten Siegel von 1562 und zeigt Johannes den Täufer, ursprünglich in der Linken ein Lamm mit Doppelkreuz, in der Rechten eine Fahne haltend. Die Umschrift lautete: SIGILLVM OPPIDANORVM IN EHRICH MAIORIS. Johannes war der ursprüngliche Kirchenpatron von Großenehrich, dessen Kirchensiegel in das Wappen übernommen wurde. Der Löwenschild ist der der Grafen von Schwarzburg.[3]

Ortsteilwappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Niederspier
Rohnstedter Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rathaus von Großenehrich
  • Stadtkirche St. Crucis von Großenehrich
  • Nördlich des eingemeindeten Ortes Feldengel, etwa 100 m westlich der Straße nach Holzengel, steht der Menhir von Feldengel. Er soll schon in der Jungsteinzeit oder der älteren Bronzezeit wahrscheinlich für Kulthandlungen aufgerichtet worden sein.[4]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großenehrich gab es einen Haltepunkt der Greußen-Ebeleben-Keulaer Eisenbahn.[5]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Chronistische Nachrichten über Großenehrich, Dr. Magerstedt
  3. Arbeitsgemeinschaft Thüringen e.V. (Hrsg.): Neues Thüringer Wappenbuch. Band 2, 1998, ISBN 3-9804487-2-X, S. 25.
  4. Michael Köhler: Heidnische Heiligtümer. Jenzig-Verlag, 2007, ISBN 978-3-910141-85-8, S. 194.
  5. Vergessene Bahnen. Abgerufen am 9. November 2012.
  6. l. u.: Mosche, Gabriel Christoph Benjamin. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 22, Duncker & Humblot, Leipzig 1885, S. 344 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großenehrich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien