Großenohe

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Großenohe
Koordinaten: 49° 40′ 15″ N, 11° 17′ 21″ O
Höhe: 415 m ü. NHN
Einwohner: 74 (Jan. 2019)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 91355
Vorwahl: 09192
Der Hiltpoltsteiner Gemeindeteil Großenohe

Großenohe ist ein im nordwestlichen Teil der Pegnitz-Kuppenalb gelegenes fränkisches Dorf.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftaufnahme von Großenohe

Die Ortschaft ist ein Gemeindeteil des im südwestlichen Teil Oberfrankens gelegenen Marktes Hiltpoltstein.[2] Sie befindet sich etwa zweieinhalb Kilometer nordwestlich von Hiltpoltstein und liegt auf einer Höhe von 415 m ü. NHN.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Mittelalters gelangte Großenohe unter die Landeshoheit des Hochstifts Bamberg. Die Hochgerichtsbarkeit über den Ort hatte dabei seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts das nürnbergische Pflegamt Hiltpoltstein inne, wohingegen das zum Hochstift Bamberg gehörende Vogteiamt Regensberg die Grundherrschaft über alle zehn Anwesen des Dorfes besaß und auch die Dorf- und Gemeindeherrschaft ausübte.[4] 1803 wurde der Ort entsprechend der im Haupt-Landes-Grenz- und Purifikationsvergleich zwischen dem Königreich Preußen und Kurpfalz-Bayern vereinbarten Bedingungen an das preußische Ansbach-Bayreuth übergeben und damit später zum Bestandteil des Eschenauer Straßendistrikts, einer Korridorverbindung mit der die beiden geografisch voneinander getrennten Teile dieses Territoriums über eine Militärstraße miteinander verbunden wurden.[5][6][7] Nach der preußischen Niederlage im Vierten Koalitionskrieg wurde das Dorf zusammen mit dem gesamten Fürstentum Bayreuth 1807 einer vom französischen Kaiserreich eingesetzten Militärverwaltung unterstellt.[8] Mit der im Jahr 1810 durch das Königreich Bayern käuflich erfolgten Erwerbung dieses Fürstentums wurde Großenohe schließlich bayerisch.[9]

Durch die zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Königreich Bayern durchgeführten Verwaltungsreformen wurde Großenohe mit dem zweiten Gemeindeedikt 1818 eine Ruralgemeinde, zu der die beiden Dörfer Kappel und Kemmathen sowie die Einöde Spiesmühle gehörten. 1829 schloss sich die aus Schossaritz und Almos bestehende Landgemeinde Schossaritz auf eigenen Wunsch hin dieser Gemeinde an, woraufhin die vergrößerte Gemeinde von nun an den Namen Kappel führte.[10] Im Zuge der kommunalen Gebietsreform in Bayern wurde Großenohe zusammen mit der gesamten Gemeinde Kappel am 1. Mai 1978 in den Markt Hiltpoltstein eingegliedert.[11] Im Jahr 2019 zählte Großenohe 74 Einwohner.[1]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anbindung an das öffentliche Straßennetz wird durch eine Gemeindeverbindungsstraße hergestellt, die zwischen Kemmathen und Kappel von der Bundesstraße 2 abzweigt und nordwärts nach Großenohe führt, wo sie nach Durchlaufen des Ortes in ostnordöstlicher Richtung nach Schossaritz weiterverläuft.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem 18./19. Jahrhundert stammendes Bauernhaus des Anwesen Großenohe 8

In Großenohe befinden sich zwei denkmalgeschützte Bauwerke, darunter ein aus dem 18./19. Jahrhundert stammender Bauernhof.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Großenohe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Einwohnerzahl von Großenohe, abgerufen am 8. Mai 2019.
  2. Großenohe in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 8. Mai 2019.
  3. Geografische Lage von Großenohe im BayernAtlas, abgerufen am 8. Mai 2019.
  4. Ingomar Bog: Forchheim (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 5). Komm. für Bayerische Landesgeschichte, München 1955, DNB 450540367, S. 57 (Digitalisat).
  5. Max Spindler, Andreas Kraus (Hrsg.): Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts (= Handbuch der bayerischen Geschichte. III, 1). 3. Auflage. C. H. Beck, München 1997, ISBN 3-406-39451-5, S. 523.
  6. Hanns Hubert Hofmann: Zwischen Macht und Recht. Der Eschenauer Straßendistrikt zwischen Preußen, Kurpfalzbayern und der Reichsstadt Nürnberg (1805/1806). In: Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg e.V. (Hrsg.): Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg. Band 53. Selbstverlag des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, Nürnberg 1965, S. 13–59 (digitale-sammlungen.de [abgerufen am 8. Mai 2019]).
  7. Max Spindler, Andreas Kraus (Hrsg.): Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts (= Handbuch der bayerischen Geschichte. III, 1). 3. Auflage. C. H. Beck, München 1997, ISBN 3-406-39451-5, S. 776.
  8. Max Spindler, Andreas Kraus (Hrsg.): Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts (= Handbuch der bayerischen Geschichte. III, 1). 3. Auflage. C. H. Beck, München 1997, ISBN 3-406-39451-5, S. 529.
  9. Max Spindler, Andreas Kraus (Hrsg.): Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts (= Handbuch der bayerischen Geschichte. III, 1). 3. Auflage. C. H. Beck, München 1997, ISBN 3-406-39451-5, S. 530.
  10. Ingomar Bog: Forchheim (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 5). Komm. für Bayerische Landesgeschichte, München 1955, DNB 450540367, S. 117 (Digitalisat).
  11. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 684.