Großenried

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Großenried
Markt Bechhofen
Koordinaten: 49° 11′ 15″ N, 10° 34′ 48″ O
Höhe: 427 (418–430) m ü. NHN
Einwohner: 615 (30. Jun. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 91572
Vorwahl: 09822
Großenried, Luftaufnahme (2016)
Großenried, Luftaufnahme (2016)

Großenried ist ein Ortsteil des Marktes Bechhofen im Landkreis Ansbach in Mittelfranken. Das Pfarrdorf liegt an der Altmühl.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1188 war Großenried im Besitz der Hohenstaufer. In der Folgezeit gehörte der Ort zum Hochstift Eichstätt.

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde Großenried zur politisch selbstständigen Gemeinde, zu der die Orte Aub, Kleinried und Weidendorf gehörten. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 8,085 km².[2] Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Juli 1971 nach Bechhofen eingemeindet.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Großenried

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 390 519 488 484 487 459 457 453 484 488 493 491 460 486 493 534 518 515 511 826 783 719 648 679
Häuser[4] 99 97 96 99 100 100 111 122
Quelle [5] [6] [7] [7] [8] [7] [9] [7] [7] [10] [7] [7] [11] [7] [7] [7] [12] [7] [7] [7] [13] [7] [2] [14]

Ortsteil Großenried

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002011 002017
Einwohner 259 355 334 312 325 334 353 492 436 470 467 636 615
Häuser[4] 68 66 68 71 69 73 84 114
Quelle [5] [6] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [2] [14] [15] [1]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche Sankt Laurentius
  • Katholische Pfarrkirche St. Laurentius: Saalkirche, neuromanischer Bau von 1886/88, Turmuntergeschoss im Kern spätmittelalterlich, Sakristei ehem. Chor des späten 14. Jahrhunderts, teilweise ziegelsichtiger Bau mit Zier- und Gliederungselementen in Naturstein, westlich flankierender Turm mit Rhombendach; die Wandfresken sind von Josef Wittmann aus 1930 und haben Themen aus dem Leben des hl. Laurentius und die Trinität. Ausstattung; erhaltene Teile der Ummauerung des aufgelassenen alten Friedhofs mit Mauerresten des abgerissenen Pfarrhauses, 18./19. Jahrhundert
  • Nähe Kirchenallee: Neuer Friedhof, ummauerte Anlage nordwestlich der Kirche, mit gusseisernem Kruzifixus auf Sandsteinsockel von 1882; Grabsteine, spätes 19. und frühes 20. Jahrhundert
  • Goethestraße 3 und 5: Wohngebäude, zweigeschossiger giebelständiger Satteldachbau, massiv, mit rustizierten Ecklisenen, Putzgliederungen und profilierten Rahmungen, 1779 und 1788.
  • Goethestraße 13: Ehemaliges Wohngebäude im Charakter eines herrschaftlichen Amtshofs, jetzt Gasthaus, zweigeschossiger Satteldachbau in Ecklage, mit Eckquaderungen, im Kern 16. Jahrhundert, rückseitig Fachwerkgiebel 17./18. Jahrhundert; reicher Innenausbau, spätes 18. Jahrhundert; Hofeinfahrt mit Kugelpfeilern und erhaltene Teile der Grundstücksummauerung, wohl 18. Jahrhundert
  • In der Triebgasse: Wegkreuz, Gusseisenkruzifixus auf Hausteinsockel, Mitte 19. Jahrhundert; ca. 300 m außerhalb des Ortes, jenseits Kleinried an der Straße nach Irrebach.
  • Kirchenallee: Steinkreuz, mittelalterlich; daneben Sockel eines verlorenen Bildstocks; südlich der Hauptstraße in der Nähe der Kirche.
  • Kirchenallee: Kriegerdenkmal mit Sandsteinkruzifixus, 1914/18; bei der Kirche.
  • Kirchenallee 1: Gasthaus, zweigeschossiger massiver Satteldachbau in Ecklage, Ecklisenen in Naturstein, 2. Hälfte 18. Jahrhundert
  • Kirchenallee 9: Wohnhaus, zweigeschossiges Gebäude mit Frackdach, verputzt, 1. Hälfte 19. Jh., mit Steinkruzifix, 16./17. Jahrhundert, an der Giebelwand.
  • Prof.-Sand-Straße. Wegkreuz, Gusseisenkruzifixus auf Sandsteinsockel, 2. Hälfte 19. Jahrhundert; am Ortsausgang nach Mörlach
  • Brücke über die Altmühl, dreibogiger Hausteinquaderbau, 18. Jahrhundert, moderner Betonaufsatz, mit Brückenfigur des hl. Laurentius, Mitte 18. Jahrhundert, renoviert 1800.
  • Am Gothendorfer Weg: Wegkreuz, Gusseisenkruzifixus auf Hausteinsockel, 2. Hälfte 19. Jahrhundert, bei der Straße nach Bechhofen, ca. 200 m außerhalb des Ortes an einem Feldweg zur Kirche.[16]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Laurentius (Großenried) gepfarrt, die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession gehören zur Pfarrkirche (Sommersdorf).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsstraße 2220 führt nach Kleinried bzw. nach Bechhofen. Die Kreisstraße AN 55 führt nach Weidendorf bzw. nach Mörlach. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Liebersdorf. Bis in die 1970er Jahre hatte Großenried einen eigenen Bahnhof an der mittlerweile stillgelegten Bahnstrecke Leutershausen-Wiedersbach–Bechhofen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kaspar Bundschuh: Großenried. In: Geographisches, statistisch-topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 403–405 (Digitalisat).
  • Hans Karlmann Ramisch: Landkreis Feuchtwangen (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 21). Deutscher Kunstverlag, München 1964, DNB 453909426, S. 62–64.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großenried – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Halbjahresstatistik auf der Website markt-bechhofen.de
  2. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 775 (Digitalisat).
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 461.
  4. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  5. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 32 (Digitalisat). Für die Gemeinde Großenried zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Aub (S. 6), Kleinried (S. 48) und Weidendorf (S. 100).
  6. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 157–158 (Digitalisat). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 509 Einwohner.
  7. a b c d e f g h i j k l m n Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 171, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  8. a b Joseph Heyberger (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabethischem Ortslexikon. Literar.-artist. Anst. der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1023–1024, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  9. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt, Sp. 1189, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  10. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1120 (Digitalisat).
  11. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1187–1188 (Digitalisat).
  12. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1225 (Digitalisat).
  13. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1055 (Digitalisat).
  14. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 167–168 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 324 (Digitalisat).
  16. Baudenkmäler in Bechhofen (PDF; 145 kB)