Großenritte

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Großenritte
Stadt Baunatal
Koordinaten: 51° 15′ 6″ N, 9° 24′ 30″ O
Höhe: 207–220 m ü. NHN
Fläche: 13,2 km²[1]
Einwohner: 7826 (31. Dez. 2020)[2]
Bevölkerungsdichte: 593 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1966
Postleitzahl: 34225
Vorwahl: 05601
Ortsmitte von Großenritte
Ortsmitte von Großenritte

Großenritte ist ein Stadtteil von Baunatal im nordhessischen Landkreis Kassel.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großenritte liegt im Westen Baunatals am Südostrand des Naturparks Habichtswald. Durchflossen wird es von der Leisel, einem westlichen Zufluss der Bauna. Nördlich des Stadtteiles verläuft die Landesstraße 3219, westlich die L 3218 und östlich die Kreisstraße 22.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein unverkennbarer Zeuge der vorchristlichen Besiedlung ist der Hünstein in Großenritte, ein 2,50 Meter hoher Menhir aus hier nicht anstehendem Quarzit, das älteste Kulturdenkmal des Baunatals. Er ist vergleichbar mit dem in der Nähe bei Hertingshausen stehenden Menhir. Bis 1911 aufrecht auf einem Acker stehend, wurde er vom Besitzers desselben, aufgrund seiner davor scheuenden Pferde versenkt, 1932 von Wilhelm Jordan wieder ausgegraben und unweit der Fundstelle wieder neu aufgestellt. In unmittelbarer Nähe wurden bei den Grabungen eisenzeitliche Scherben, eine Bernsteinperle und das Bruchstück eines Steinbeils entdeckt.[3]

In einer Urkunde aus der Zeit zwischen 750 und 785 der Reichsabtei Hersfeld wir ein Rittahe erwähnt. es ist jedoch unklar ab damit Großenritte oder Altenritte gemeint ist.[4] im Jahr 1330 belehnt Landgraf Heinrich den Ritter Johann Riedesel mit Gütern zu "Grosin-Ritte" (Großenritte) und in "Wenigen Ritte" (Altenritte).

Fusion mit Baunatal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1966 fusionierten die Gemeinden Baunatal und Großenritte zur erweiterten Gemeinde Baunatal. Die hessische Landesregierung verlieh dieser neu gebildeten Kommune die Stadtrechte. Die Urkunde wurde vom damaligen hessischen Innenminister Heinrich Schneider überbracht. Damit war die Stadt Baunatal geboren. Erster Bürgermeister wurde Horst Werner. Zu diesem Zeitpunkt hatte die „neue“ Stadt Baunatal bereits 11.705 Einwohner. Im VW-Werk arbeiteten zu diesem Zeitpunkt bereits über 13.400 Menschen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Großenritte 7023 Einwohner. Darunter waren 261 (3,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 1206 Einwohner unter 18 Jahren, 2895 waren zwischen 18 und 49, 1416 zwischen 50 und 64 und 1509 Einwohner waren älter.[5] Die Einwohner lebten in 3072 Haushalten. Davon waren 846 Singlehaushalte, 1041 Paare ohne Kinder und 888 Paare mit Kindern, sowie 243 Alleinerziehende und 54 Wohngemeinschaften. In 293 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 2073 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.[5]

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[4]

  • 1585: 24 Haushaltungen
  • 1637: 37 Haushaltungen
  • 1747: 106 Haushaltungen
Großenritte: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2020
Jahr  Einwohner
1834
  
917
1840
  
989
1846
  
1.064
1852
  
1.164
1858
  
1.145
1864
  
1.191
1871
  
1.232
1875
  
1.186
1885
  
1.274
1895
  
1.321
1905
  
1.582
1910
  
1.716
1925
  
2.031
1939
  
2.692
1946
  
3.422
1950
  
3.487
1956
  
3.495
1961
  
3.755
1970
  
4.317
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
7.023
2018
  
7.790
2020
  
7.826
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [4]; Stadt Baunatal[6]; Zensus 2011[5]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• 1885: 1274 evangelische (= 100 %) Einwohner[4]
• 1961: 3299 evangelische (= 88,33 %), 374 katholische (= 10,01 %) Einwohner[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachwerkhäuser in der Prinzenstraße
  • Von den Bewohnern der Umgebung werden die Großenritter Schmandhasen genannt.
  • Die evangelische Kreuzkirche ist eine einschiffige Sandsteinkirche. Sie stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Großenritte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Allgemeine Statistiken. In: Webauftritt. Stadt Baunatal, abgerufen im Februar 2021.
  2. Aktuelle Einwohnerzahlen. In: Webauftritt. Stadt Baunatal, archiviert vom Original; abgerufen im Januar 2021.
  3. Irene Kappel: Der Menhir von Großenritte. Hrsg.: Nordwestdeutscher und West- und Süddeutscher Verband für Altertumsforschung (= Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland. Band 7). Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0368-7, S. 219.
  4. a b c d e Großenritte, Landkreis Kassel. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. Juni 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  5. a b c Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 22 und 81;.
  6. Aktuelle Einwohnerzahlen. In: Webauftritt. Stadt Baunatal, archiviert vom Original; abgerufen im Januar 2021.