Großenseebach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Großenseebach
Großenseebach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großenseebach hervorgehoben

Koordinaten: 49° 38′ N, 10° 53′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Erlangen-Höchstadt
Verwaltungs­gemeinschaft: Heßdorf
Höhe: 296 m ü. NHN
Fläche: 7,2 km2
Einwohner: 2450 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 340 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91091
Vorwahl: 09135
Kfz-Kennzeichen: ERH, HÖS
Gemeindeschlüssel: 09 5 72 127
Gemeindegliederung: 1 Gemeindeteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Hirtenberg 1
91091 Großenseebach
Website: www.grossenseebach.de
Bürgermeister: Bernhard Seeberger (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Großenseebach im Landkreis Erlangen-Höchstadt
Birkach (gemeindefreies Gebiet)Neunhofer ForstMark (gemeindefreies Gebiet)Kraftshofer ForstKalchreuther ForstGeschaidtForst TennenloheErlenstegener ForstBuckenhofer ForstNürnbergNürnbergLandkreis Nürnberger LandFürthLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis FürthErlangenLandkreis AnsbachLandkreis BambergLandkreis BambergLandkreis ForchheimBuckenhofAurachtalEckentalHeroldsbergKalchreuthLonnerstadtMöhrendorfMühlhausen (Mittelfranken)Oberreichenbach (Mittelfranken)SpardorfUttenreuthVestenbergsgreuthWeisendorfWachenrothRöttenbach (bei Erlangen)MarloffsteinHöchstadt an der AischHeßdorfHerzogenaurachHemhofenGroßenseebachGremsdorfBubenreuthBaiersdorfAdelsdorfDormitzer ForstKarte
Über dieses Bild

Großenseebach ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Heßdorf.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Topographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großenseebach liegt zentral im Städtedreieck Erlangen, Herzogenaurach und Höchstadt. Durch das Kirchdorf fließt der Seebach, der etwa 7 km weiter östlich bei Kleinseebach in den Main-Donau-Kanal (vor dessen Fertigstellung in die Regnitz) mündet. Südöstlich des Ortes grenzt das Waldgebiet Große Au an. Ansonsten ist der Ort unmittelbar von Acker- und Grünland umgeben. Im Westen wird die Flur Vogelherd genannt, im Nordosten Espach. Ca. 0,75 km südwestlich gibt es eine Weiherplatte (Kling-, Wölfleins- und Reuthweiher). Dort befindet sich die Hubertuskapelle. Südlich an den Weihern schließt der Reuther Wald an.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht nur aus der Gemarkung und dem Gemeindeteil Großenseebach.[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind:

Weisendorf Nachbargemeinden Heßdorf
Herzogenaurach

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Codex Eberhardi, das im 12. Jahrhundert entstanden ist, gibt es ein Regest einer Urkunde des 9. Jahrhunderts, in der der Ort als „Sebach“ erwähnt wurde. Das zehn Kilometer weiter nördlich gelegene Kleinseebach wurde 1007 als „Seuuaha“ erstmals urkundlich erwähnt. Beide Ortsnamen leiten sich vom gleichlautenden Gewässernamen ab.[4] Die Entstehung der Siedlung scheint vom Königshof Büchenbach erfolgt zu sein. Dafür spricht auch, dass der Gemeinde drei Schöffensitze dem Ehgericht Büchenbach zustanden. Lehnsherr war das Hochstift Bamberg. Lehensträger war die bambergische Dompropstei. 1441 wurden in der „Nürnberger Ordnung auf dem Lande“ der Reichsstadt Nürnberg zehn Nürnberger Hintersassen in Großenseebach als Lehensträger aufgeführt. Laut dem Urbar des Bamberg Domkapitels von 1468 bestand die Gemarkung Großenseebach aus 15 Huf, die auf 22 meist nürnbergische Besitzer verteilt waren. Im 16. Jahrhundert gehörten die Güter dann wieder überwiegend der Dompropstei und deren Propsteiamt Büchenbach. 1580 bestand die Gemarkung aus 35 Anwesen auf 20 Huf Land. Hinzu kam noch eine Schmiede, ein Hirtenhaus, ein Forsthaus und umfangreiche Waldungen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Großenseebach zerstört. 1730 gab es wieder 22 Güter mit rund 16 Hufen.[5]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Großenseebach 26 Haushalte (4 Huben, 4 Höfe, 2 Halbhuben, 5 Halbhöfe, 1 Zweidrittelhof, 2 Drittelhöfe, 4 Viertelhöfe, 1 Viertelhube, 3 Häuslein). Das Hochgericht übte das bambergische Dompropsteiamt Büchenbach im begrenzten Umfang aus. Es hatte ggf. an das bambergische Centamt Herzogenaurach auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Dompropsteiamt Büchenbach inne, das auch alleiniger Grundherr über alle Anwesen war.[6]

Im Reichsdeputationshauptschluss 1803 fiel der Ort an Preußen und kam nach französischer Besatzung 1810 an Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Hannberg zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde Großenseebach gebildet.[7] Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herzogenaurach und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen. Am 1. Oktober 1847 wurde die Finanzverwaltung vom Rentamt Herzogenaurach übernommen.[8] Ab 1862 wurde Großenseebach vom Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1938 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin vom Rentamt Herzogenaurach (1920–1929: Finanzamt Herzogenaurach, ab 1929: Finanzamt Erlangen) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Herzogenaurach, 1880–1959 Amtsgericht Herzogenaurach, ab 1959 Amtsgericht Erlangen.

1857 erwarben 27 Bauern aus Großenseebach mit zehn Bauern aus Reinersdorf vom bayerischen Staat eine Waldfläche von 222 ha für 3000 fl. und schlossen sich zur Waldkooperation Großenseebach-Reinersdorf zusammen.[5]

Seit 1980 bilden die Gemeinden Großenseebach und Heßdorf die Verwaltungsgemeinschaft Heßdorf.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1818 1840 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2008 2013 2017
Einwohner 189 264 247 251 243 256 250 253 263 246 256 256 267 280 264 275 294 287 433 408 410 529 1849 2383 2383 2440
Häuser[9] 27 41 45 44 43 52 63 492 762
Quelle [10] [11] [11] [12] [11] [13] [11] [11] [14] [11] [11] [15] [11] [11] [11] [16] [11] [11] [11] [17] [18] [19] [20] [21] [21] [21]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Bernhard Seeberger von den Freien Wählern, zweiter Bürgermeister ist Werner Schorr von der CSU.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Großenseebach hat 14 Mitglieder, dazu kommt noch der nebenamtliche Bürgermeister. Seit Mai 2014 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:

CSU / WGB SPD Freie Wähler Gesamt
2014 4 4 6 14 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Über silbernem Schildfuß, darin ein schräger blauer Wellenbalken, gespalten von Gold und Rot; vorne ein linksgewendeter rotbewehrter schwarzer Löwe, der von einer silbernen Schräglinksleiste überdeckt ist, hinten eine silberne Föhre.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang September findet in Großenseebach die Kirchweih statt. Sie zählt zu den größten und traditionsreichsten im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Des Weiteren findet am ersten November-Wochenende das große Herbstkonzert der Jugendkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Großenseebach statt, das gut besucht wird. Das Programm ist auf alle Altersgruppen abgestimmt. Dieses Herbstkonzert bildet traditionell den Abschluss der seit dem Jahr 2000 stattfindenden Kulturreihe „Großenseebacher Herbst“.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort war bis Anfang des 20. Jh. ganz überwiegend katholisch und ist seit 1574 nach Geburt Mariens (Hannberg) gepfarrt. Seit 1997 gibt es im Ort die katholische Filialkirche St. Michael. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Kilian (Kairlindach) gepfarrt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsstraße 2259 verläuft westlich an Reinersdorf vorbei nach Weisendorf bzw. östlich zur Staatsstraße 2240 bei Heßdorf. Die St 2240 führt einen Kilometer weiter östlich zur Anschlussstelle 81 der Bundesautobahn 3. Die Kreisstraße ERH 26 verläuft nordöstlich nach Hannberg zur St 2240. Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nordwestlich nach Neuenbürg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großenseebach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Großenseebach im BayernAtlas
  3. Gemeinde Großenseebach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 27. September 2019. Dort noch fälschlicherweise vom Ortstyp als Dorf klassifiziert.
  4. W.-A. v. Reitzenstein, S. 88.
  5. a b F. Krug (Hrsg.), S. 107. = G. Daßler (Hrsg.), S. 71.
  6. H. H. Hofmann, S. 65.
  7. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 49 (Digitalisat).
  8. H. H. Hofmann, S. 142.
  9. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 2017 als Wohngebäude.
  10. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 32 (Digitalisat).
  11. a b c d e f g h i j k l m Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 145, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  12. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 876, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  13. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1049, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  14. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 993 (Digitalisat).
  15. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1043 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1076 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 923 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 679 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 173 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 334 (Digitalisat).
  21. a b c LfStat: Großenseebach: Amtliche Statistik. In: statistik.bayern.de. S. 6 und 12, abgerufen am 9. Oktober 2019.