Großer Chinesischer Maulwurf

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Großer Chinesischer Maulwurf
Systematik
Ordnung: Insektenfresser (Eulipotyphla)
Familie: Maulwürfe (Talpidae)
Unterfamilie: Altweltmaulwürfe (Talpinae)
Tribus: Eigentliche Maulwürfe (Talpini)
Gattung: Südostasiatische Maulwürfe (Euroscaptor)
Art: Großer Chinesischer Maulwurf
Wissenschaftlicher Name
Euroscaptor grandis
Miller, 1940

Der Große Chinesische Maulwurf (Euroscaptor grandis) ist eine der Arten der Südostasiatischen Maulwürfe innerhalb der Maulwürfe (Talpidae). Er ist endemisch in der Volksrepublik China und lebt in Teilen der Provinzen Sichuan und Yunnan.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Große Chinesische Maulwurf erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 15,0 Zentimeter und eine Schwanzlänge von 1,0 Zentimeter. Er ist damit deutlich größer als andere Arten der Gattung, vor allem als der sympatrisch lebende Langnasen-Maulwurf (Euroscaptor longirostris). Das Fell ist zudem dunkelbraun, nicht schwarz wie beim Langnasen-Maulwurf. Der spärlich behaarte Schwanz ist kurz und am Ende verdickt. Die Vorderfüße sind 2,3 Zentimeter lang und 1,5 Zentimeter breit, die entsprechenden Maße der Hinterfüße lauten 1,8 Zentimeter und 0,7 Zentimeter. Die Schädellänge beträgt 3,7 Zentimeter, die größte Breite am Hirnschädel 1,7 Zentimeter.[1][2]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbreitungsgebiet des Großen Chinesischen Maulwurfs

Der Große Chinesische Maulwurf ist endemisch in der Volksrepublik China und lebt im Zentrum der Provinz Sichuan und im Westen Yunnans.[2] Vorkommen in Myanmar sind möglich, wurden jedoch wissenschaftlich nicht bestätigt.[2] Nachgewiesene Vorkommen im Norden Vietnams wurden als Langnasen-Maulwurf identifiziert.[3]

Die Höhenverbreitung liegt zwischen 1000 und 3000 Meter.[3]

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Lebensweise des Großen Chinesischen Maulwurfs liegen nur sehr wenige Informationen vor, sie dürfte aber mit der der anderen Maulwürfe übereinstimmen. Demnach leben sie größtenteils unter der Erde, wo sie Gangsysteme errichten. Ihre Nahrung besteht aus Regenwürmern, Insekten und anderen Kleintieren.

Die Art kommt vor allem an hohen Berghängen mit lockerem Boden in der Nähe von Flüssen sowie umliegenden Waldgebieten vor.[3]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Große Chinesische Maulwurf wird als eine von sechs bis acht Arten den Südostasiatischen Maulwürfen (Euroscaptor) innerhalb der Maulwürfe (Talpidae) zugeordnet. Die Südostasiatischen Maulwürfe bilden außerdem ein Mitglied der Tribus der Eigentlichen Maulwürfe (Talpini), welche die zumeist grabenden Vertreter der Maulwürfe vereinen. Andere Mitglieder der Familie leben dagegen nur teilweise unterirdisch, bewegen sich oberirdisch fort oder sind an eine semi-aquatische Lebensweise angepasst. Es lassen sich innerhalb der Gattung molekulargenetischen Untersuchungen zufolge zwei Verwandtschaftsgruppen unterscheiden, die westliche longirostris-Gruppe um den Langnasen-Maulwurf (Euroscaptor longirostris) und die östliche parvidens-Gruppe um den Pakho-Maulwurf (Euroscaptor parvidens).[4][5] Die genaue Stellung des Großen Chinesischen Maulwurfs ist unklar. Im Jahr 2016 ergaben genetische Analysen eines Individuums von der Typuslokalität der Art keine Unterschiede zum Langnasen-Maulwurf, was auch mit den morphometrischen Werten des untersuchten Tiers übereinstimmt. Die Autoren der Studie geben an, dass der Große Chinesische Maulwurf entweder identisch mit dem Langnasen-Maulwurf ist oder aber eine Verwechslung des Fundortes vorliegt, da sie nicht davon ausgehen, dass die Vertreter der Gattung Euroscaptor sympatrisch vorkommen.[5] Die Art war 1940 von Gerrit S. Miller wissenschaftlich erstbeschrieben und von ihm vor allem aufgrund der Größe, sekundär auch der Schwanzform wegen, von anderen Vertretern der Südostasiatischen Maulwürfe unterschieden worden. Das dafür verwendete Holotyp-Exemplar, ein ausgewachsenes Weibchen, hatte D. C. Graham 1930 bei Leshan in der chinesischen Provinz Sichuan gesammelt. Graham selbst gab den Fundort mit dem Berg Emei Shan und einer Höhenlage um 1525 Meter an.[1] Unterarten sind nicht beschrieben.[6]

Gefährdung und Schutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art wird aufgrund des großen Verbreitungsgebietes und der angenommenen großen Bestandszahlen von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) als nicht gefährdet (least concern) gelistet. Zudem wird sie als vergleichsweise tolerant gegenüber Lebensraumveränderungen eingeschätzt und konkrete Bedrohungen der Art sind nicht bekannt.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Euroscaptor grandis – Sammlung von Bildern

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gerrit S. Miller: Notes on Some Moles from Southeastern Asia. Journal of Mammalogy 21 (4), 1940, S. 442–444.
  2. a b c Robert S. Hoffmann, Darrin P. Lunde: Greater Chinese Mole. In: Andrew T. Smith, Yan Xie (Hrsg.): A Guide to the Mammals of China. Princeton University Press, Princeton NJ u. a. 2008, ISBN 978-0-691-09984-2, S. 322.
  3. a b c d Euroscaptor grandis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2012.2. Eingestellt von: D. Lunde, L. Ruedas, Andrew T. Smith, 2008. Abgerufen im 24. Februar 2013
  4. Kai He, Akio Shinohara, Kristofer M. Helgen, Mark S. Springer, Xue-Long Jiang und Kevin L. Campbell: Talpid Mole Phylogeny Unites Shrew Moles and Illuminates Overlooked Cryptic Species Diversity. Molecular Biology and Evolution 34 (1), 2016, S. 78–87.
  5. a b E. D. Zemlemerova, A. A. Bannikova, V. S. Lebedev, V. V. Rozhnov und A. V. Abramov: Secrets of the underground Vietnam: an underestimated species diversity of Asian moles (Lipotyphla: Talpidae: Euroscaptor). Proceedings of the Zoological Institute RAS 320 (2), 2016, S. 193–220.
  6. Euroscaptor grandis. In: Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 2 Bände. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.