Großer Dreiherrenstein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Große Dreiherrenstein (kurz: Dreiherrnstein) ist ein Kreuzungspunkt mehrerer alter Handelswege am Rennsteig im Thüringer Wald.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dreiherrenstein liegt direkt am Rennsteig in 808 Metern Höhe etwa zehn Kilometer südlich von Ilmenau. Er stellt den Mittelpunkt des Rennsteiges dar. Er liegt außerdem auf einer Wasserscheide; der Süden wird zur Weser hin über die Schleuse entwässert, im Norden quellen die Lengwitz und die Schorte, im Nordosten die Schobse und nach Osten über den Ochsenbach in die Wohlrose. Alle sind Nebenflüsse der Ilm und somit der Elbe.

Nur 500 m südöstlich entfernt ist der nach der Kreuzung benannte, 838 m hohe Berg Großer Dreiherrnstein, der die höchste Erhebung der Umgebung darstellt.

Historisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am großen Dreiherrenstein trafen in seiner über 400-jährigen Geschichte verschiedene Fürstentümer, Herzogtümer und Königreiche aufeinander, er war Pass und Zollstation zugleich. Hier trafen die Frauenwalder Straße (von Ilmenau kommend, weiter über Frauenwald nach Eisfeld, Teil des Handelsweges Lübeck – Nürnberg), der Rennsteig und die Alte Langewiesener Straße aufeinander.

Aktuell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute ist der Dreiherrenstein die Kreuzung der Straßen Ilmenau – Neustadt am Rennsteig und Dreiherrenstein – Frauenwald. Es gibt eine Gaststätte, eine Bushaltestelle und einen Wanderparkplatz. Derzeit berühren sich die Gemarkungen von fünf Gemeinden am Dreiherrenstein, diese sind Langewiesen, Neustadt am Rennsteig, Schleusegrund, Frauenwald und Stützerbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste Erwähnung findet sich in einer Hennebergischen Wälderbeschreibung aus dem Jahre 1587. Dort wird er als „Dreier Herren Stein“ genannt. In den Stein selbst ist die Jahreszahl 1596, als Jahr der Aufstellung, eingehauen. Zunächst trennte der Stein das Fürstentum Schwarzburg-Arnstadt, das Herzogtum Sachsen-Eisenach und die Grafschaft Henneberg. Nach Aussterben der Grafen von Henneberg wurde die Henne zunächst durch das sächsische Wappen ersetzt. Nach dem Wiener Kongress 1815 trafen das Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen, das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach und das Königreich Preußen aufeinander. 1795 stießen die Ämter Eisfeld, Gehren und Schleusingen zusammen, denen damals ein eigener Dreiherrenstein aufgestellt wurde.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thüringer Rennsteigverein e.V. (Hrsg.): 400 Jahre Großer Dreiherrenstein, Druckerei Nötzold, Neustadt am Rennsteig 1996.
  • Ludwig, Otto: Der Rennsteig, Greifenverlag, Rudolstadt 1974/1991, ISBN 3735202233

Koordinaten: 50° 36′ 36″ N, 10° 53′ 38″ O