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Großer Preis von Belgien 1982

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 Großer Preis von Belgien 1982
Renndaten
5. von 16 Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1982
Streckenprofil
Name: XL Grote Prijs van België
Datum: 9. Mai 1982
Ort: Zolder-Terlaemen
Kurs: Circuit Zolder
Länge: 298,34 km in 70 Runden à 4,262 km
Wetter: sonnig
Zuschauer: ~ 60.000
Pole-Position
Fahrer: Frankreich Alain Prost Frankreich Renault
Zeit: 1:15,701 min
Schnellste Runde
Fahrer: Vereinigtes Konigreich John Watson Vereinigtes Konigreich McLaren
Zeit: 1:20,214 min (Runde 67)
Podium
Erster: Vereinigtes Konigreich John Watson Vereinigtes Konigreich McLaren
Zweiter: Finnland Keke Rosberg Vereinigtes Konigreich Williams
Dritter: Vereinigte Staaten Eddie Cheever Frankreich Ligier

Der Große Preis von Belgien 1982 (offiziell XL Grote Prijs van België) fand am 9. Mai auf dem Circuit Zolder in Zolder-Terlaemen statt und war das fünfte Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1982.

Um zu verhindern, dass die FOCA-Teams nach dem Großen Preis von San Marino noch ein weiteres Rennen boykottierten, handelte die FISA mit den Teamverantwortlichen bei einem Treffen in Casablanca einen Kompromiss aus.

Innerhalb des Ferrari-Teams gab es Streit über die Stallorder. Insbesondere Gilles Villeneuve war verärgert über seinen Teamkollegen Didier Pironi, da dieser ihn auf den letzten Metern in Imola überholt hatte. Er weigerte sich, mit seinem ehemals guten Freund zu sprechen.

Emilio de Villota kehrte nach vierjähriger Unterbrechung am Steuer eines dritten Werks-March 821 in die Formel 1 zurück. Der Einsatz seines LBT Team March genannten Projekts wurde von Onyx Racing organisiert, erfolgte aber aus formalen Gründen durch RAM Racing, das in diesem Jahr unter der Bezeichnung March Grand Prix an den Start ging. Mit Marc Surer und Jan Lammers gab es zudem zwei weitere Rückkehrer an diesem Wochenende.

Jochen Mass bestritt seinen 100. Grand Prix.

Da 32 Piloten anwesend waren, mussten die beiden Langsamsten, die nicht am regulären Qualifikationstraining teilnehmen durften, in einer Vorqualifikation ermittelt werden. Es handelte sich dabei um Riccardo Paletti und de Villota.

Während des zweiten Qualifikationstrainings am Samstag versuchte Villeneuve die Zeit seines neuerdings verhassten Teamkollegen Pironi zu unterbieten, um unbedingt vor diesem in der Startaufstellung zu stehen. Während seiner Qualifikationsrunde lief er auf Jochen Mass auf, der sich auf dem Weg zurück in die Box befand und daher vergleichsweise langsam fuhr. Mass erkannte den herannahenden Ferrari im Rückspiegel und gab die Ideallinie frei, indem er nach rechts zog. Unglücklicherweise hatte sich Villeneuve gleichzeitig entschlossen, abseits der Ideallinie rechts am Deutschen vorbeizuziehen. Er fuhr dadurch mit hoher Geschwindigkeit auf den March 821 auf. Sein Ferrari 126C2 stieg auf, landete mit der Fahrzeugspitze voran jenseits der Leitplanken und prallte von dort aus auf die Strecke zurück. Der Wagen brach in mehrere Teile und Villeneuve wurde mitsamt seiner Sitzschale herausgeschleudert. Direkt am Unfallort und während des Transports ins Krankenhaus wurden Wiederbelebungsversuche durchgeführt. Am Abend wurden die medizinischen Geräte abgeschaltet und Villeneuve für tot erklärt. Das Ferrari-Team reiste daraufhin ab.[1]

Die erste Startreihe teilten sich die beiden Renault-Werksfahrer Alain Prost und René Arnoux. Auf dem dritten Platz folgte Keke Rosberg, der an diesem Wochenende den ersten Grand-Prix-Einsatz des neuen Williams FW08 absolvierte. Niki Lauda folgte vor Michele Alboreto, Andrea de Cesaris und Nigel Mansell. Die beiden Brabham-Piloten Nelson Piquet und Riccardo Patrese, die auf Druck des Motorenherstellers BMW erstmals seit dem Saisonauftakt in Südafrika wieder den neuen Brabham BT50 mit BMW-Turbomotor einsetzten, qualifizierten sich für die Startplätze acht und neun.

Aufgrund der Nichtteilnahme des Ferrari-Teams rückten Mass und Mauro Baldi, die eigentlich die Qualifikation verfehlt hatten, ins Starterfeld auf.[2]

Prost wurde kurz nach dem Start von Arnoux und Rosberg auf den dritten Rang verwiesen. Als Arnoux in der fünften Runde aufgrund eines Schadens am Turbolader die Box ansteuerte und kurz darauf ausfiel, übernahm Rosberg die Führung. Da Prost ebenfalls mit technischen Problemen zu kämpfen hatte, fiel er hinter Lauda und de Cesaris zurück.

In der 29. Runde verlor Lauda im Zuge eines Überrundungsmanövers den zweiten Rang an de Cesaris. Da dieser jedoch sechs Runden später aufgrund eines Problems mit der Kraftübertragung ausschied, erhielt der Österreicher den zweiten Platz zurück. John Watson hatte unterdessen Patrese überholt und verringerte fortan den Abstand gegenüber seinem Teamkollegen Lauda, der aufgrund einer weicheren Reifenmischung etwas langsamer zu sein schien. In der 46. Runde wechselten die Positionen der beiden.

In der vorletzten Runde geriet Rosberg aufgrund schlechter werdender Reifen kurz neben die Ideallinie. Watson nutzte diesen kleinen Fahrfehler aus, um die Führung zu übernehmen und den dritten Grand-Prix-Sieg seiner Karriere sicherzustellen. Rosberg erreichte das Ziel als Zweiter vor Lauda. Der Österreicher wurde jedoch nach dem Rennen disqualifiziert, da sein Rennwagen nicht dem geforderten Mindestgewicht entsprach. Dadurch gelangte Eddie Cheever nachträglich auf den dritten Rang vor Elio de Angelis, Piquet und Chico Serra.[3]

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
 Parmalat Racing Team 1  Nelson Piquet Brabham BT50 BMW M12/13 1,5 L4t G
2  Riccardo Patrese
 Team Tyrrell 3  Michele Alboreto Tyrrell 011 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 G
4  Brian Henton
 TAG Williams Team 5  Derek Daly Williams FW08 G
6  Keke Rosberg
 Marlboro McLaren International 7  John Watson McLaren MP4/1B M
8  Niki Lauda
 Team ATS 9  Manfred Winkelhock ATS D5 G
10  Eliseo Salazar
 John Player Team Lotus 11  Elio de Angelis Lotus 91 G
12  Nigel Mansell
 Ensign Racing 14  Roberto Guerrero Ensign N181 A
 Équipe Renault Elf 15  Alain Prost Renault RE30B Renault EF1 1.5 V6t M
16  René Arnoux
 Rothmans March Grand Prix Team 17  Jochen Mass March 821 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 P
18  Raul Boesel
 LBT Team March 19  Emilio de Villota P
 Fittipaldi Automotive 20  Chico Serra Fittipaldi F8D P
 Marlboro Team Alfa Romeo 22  Andrea de Cesaris Alfa Romeo 182 Alfa Romeo 1260 3.0 V12 M
23  Bruno Giacomelli
 Équipe Talbot Gitanes 25  Eddie Cheever Ligier JS17B Matra MS81 3.0 V12 M
26  Jacques Laffite
 Scuderia Ferrari SpA SEFAC 27  Gilles Villeneuve Ferrari 126C2 Ferrari 021 1.5 V6t G
28  Didier Pironi
 Arrows Racing Team 29  Marc Surer Arrows A4 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 P
30  Mauro Baldi
 Osella Squadra Corse 31  Jean-Pierre Jarier Osella FA1C P
32  Riccardo Paletti
 Theodore Racing Team 33  Jan Lammers Theodore TY02 A
 Toleman Group Motorsport 35  Derek Warwick Toleman TG181C Hart 415T 1.5 L4t P
36  Teo Fabi

Klassifikationen

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Pos. Fahrer Konstrukteur Qualifikationstraining 1 Qualifikationstraining 2 Start
Zeit Ø-Geschwindigkeit Zeit Ø-Geschwindigkeit
1  Alain Prost  Renault 1:15,962 201,985 km/h 1:15,701 202,682 km/h 1
2  René Arnoux  Renault 1:15,903 202,142 km/h 1:15,730 202,604 km/h 2
3  Keke Rosberg  Williams-Ford 1:17,654 197,584 km/h 1:15,847 202,291 km/h 3
4  Niki Lauda  McLaren-Ford 1:17,577 197,780 km/h 1:16,049 201,754 km/h 4
5  Michele Alboreto  Tyrrell-Ford 1:17,334 198,402 km/h 1:16,308 201,069 km/h 5
6  Didier Pironi  Ferrari 1:18,769 194,787 km/h 1:16,501 200,562 km/h DNS
7  Andrea de Cesaris  Alfa Romeo 1:17,696 197,477 km/h 1:16,575 200,368 km/h 6
8  Gilles Villeneuve  Ferrari 1:17,507 197,959 km/h 1:16,616 200,261 km/h DNS
9  Nigel Mansell  Lotus-Ford 1:17,614 197,686 km/h 1:16,944 199,407 km/h 7
10  Nelson Piquet  Brabham-BMW 1:17,124 198,942 km/h 1:17,535 197,887 km/h 8
11  Riccardo Patrese  Brabham-BMW 1:18,366 195,789 km/h 1:17,126 198,937 km/h 9
12  John Watson  McLaren-Ford 1:18,639 195,109 km/h 1:17,144 198,890 km/h 10
13  Elio de Angelis  Lotus-Ford 1:18,655 195,070 km/h 1:17,762 197,310 km/h 11
14  Manfred Winkelhock  ATS-Ford 1:19,430 193,166 km/h 1:17,879 197,013 km/h 12
15  Derek Daly  Williams-Ford 1:18,194 196,220 km/h 1:18,591 195,228 km/h 13
16  Eddie Cheever  Ligier-Matra 1:20,182 191,355 km/h 1:18,301 195,952 km/h 14
17  Bruno Giacomelli  Alfa Romeo 1:18,425 195,642 km/h 1:18,371 195,776 km/h 15
18  Jean-Pierre Jarier  Osella-Ford 1:20,056 191,656 km/h 1:18,403 195,697 km/h 16
19  Jacques Laffite  Ligier-Matra 1:19,403 193,232 km/h 1:18,565 195,293 km/h 17
20  Eliseo Salazar  ATS-Ford 1:20,440 190,741 km/h 1:18,967 194,299 km/h 18
21  Derek Warwick  Toleman-Hart 1:20,594 190,376 km/h 1:18,985 194,255 km/h 19
22  Brian Henton  Tyrrell-Ford 1:20,518 190,556 km/h 1:19,150 193,850 km/h 20
23  Teo Fabi  Toleman-Hart 1:20,541 190,502 km/h 1:19,300 193,483 km/h 21
24  Marc Surer  Arrows-Ford 1:22,512 185,951 km/h 1:19,584 192,793 km/h 22
25  Chico Serra  Fittipaldi-Ford 1:21,755 187,673 km/h 1:19,598 192,759 km/h 23
26  Raul Boesel  March-Ford 1:20,522 190,547 km/h 1:19,621 192,703 km/h 24
27  Jochen Mass  March-Ford 1:20,552 190,476 km/h 1:19,777 192,326 km/h 25
28  Mauro Baldi  Arrows-Ford 1:20,802 189,886 km/h 1:19,815 192,235 km/h 26
DNQ  Roberto Guerrero  Ensign-Ford 1:20,116 191,512 km/h 1:20,482 190,641 km/h
DNQ  Jan Lammers  Theodore-Ford 1:21,453 188,369 km/h 1:20,584 190,400 km/h
DNPQ  Riccardo Paletti  Osella-Ford keine Zeit keine Zeit
DNPQ  Emilio de Villota  March-Ford keine Zeit keine Zeit
Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde
1  John Watson  McLaren-Ford 70 0 1:35:41,995 10 1:20,214 (67.)
2  Keke Rosberg  Williams-Ford 70 0 + 07,268 3 1:20,797
3  Eddie Cheever  Ligier-Matra 69 0 + 1 Runde 14 1:20,789
4  Elio de Angelis  Lotus-Ford 68 1 + 2 Runden 11 1:21,557
5  Nelson Piquet  Brabham-BMW 67 1 + 3 Runden 8 1:22,284
6  Chico Serra  Fittipaldi-Ford 67 0 + 3 Runden 23 1:23,520
7  Marc Surer  Arrows-Ford 66 0 + 4 Runden 22 1:24,564
8  Raul Boesel  March-Ford 66 0 + 4 Runden 24 1:25,061
9  Jacques Laffite  Ligier-Matra 66 1 + 4 Runden 17 1:20,549
 Derek Daly  Williams-Ford 60 0 DNF 13 1:20,995
 Jochen Mass  March-Ford 60 0 DNF 25 1:22,934
 Alain Prost  Renault 59 2 DNF 1 1:21,223
 Riccardo Patrese  Brabham-BMW 52 0 DNF 9 1:21,709
 Mauro Baldi  Arrows-Ford 51 1 NC 26 1:24,945
 Jean-Pierre Jarier  Osella-Ford 37 1 DNF 16 1:22,508
 Andrea de Cesaris  Alfa Romeo 34 0 DNF 6 1:20,689
 Brian Henton  Tyrrell-Ford 33 1 DNF 20 1:23,018
 Michele Alboreto  Tyrrell-Ford 29 0 DNF 5 1:21,732
 Derek Warwick  Toleman-Hart 29 4 DNF 19 1:23,148
 Teo Fabi  Toleman-Hart 13 1 DNF 21 1:25,688
 Nigel Mansell  Lotus-Ford 9 0 DNF 7 1:22,506
 René Arnoux  Renault 7 3 DNF 2 1:22,918
 Manfred Winkelhock  ATS-Ford 0 0 DNF 12
 Bruno Giacomelli  Alfa Romeo 0 0 DNF 15
 Eliseo Salazar  ATS-Ford 0 0 DNF 18
DSQ  Niki Lauda  McLaren-Ford 70 4 1:20,885

WM-Stände nach dem Rennen

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Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). In der Fahrerwertung wurden die besten elf Resultate, in der Konstrukteurswertung alle Resultate gewertet.

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
1  Alain Prost Renault 18
2  John Watson McLaren-Ford 17
3  Keke Rosberg Williams-Ford 14
4  Niki Lauda McLaren-Ford 12
5  Didier Pironi Ferrari 10
6  Michele Alboreto Tyrrell-Ford 10
7  Carlos Reutemann Williams-Ford 6
8  Gilles Villeneuve Ferrari 6
9  Elio de Angelis Lotus-Ford 5
10  Riccardo Patrese Brabham-Ford / Brabham-BMW 4
11  Eddie Cheever Ligier-Matra 4
12  René Arnoux Renault 4
13  Nigel Mansell Lotus-Ford 4
14  Jean-Pierre Jarier Osella-Ford 3
15  Nelson Piquet Brabham-Ford / Brabham-BMW 2
16  Eliseo Salazar ATS-Ford 2
17  Manfred Winkelhock ATS-Ford 2
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
18  Chico Serra Fittipaldi-Ford 1
19  Slim Borgudd Tyrrell-Ford 0
20  Marc Surer Arrows-Ford 0
21  Jochen Mass March-Ford 0
22  Raul Boesel March-Ford 0
23  Jacques Laffite Ligier-Matra 0
24  Mauro Baldi Arrows-Ford 0
25  Bruno Giacomelli Alfa Romeo 0
26  Andrea de Cesaris Alfa Romeo 0
27  Derek Daly Theodore-Ford 0
 Derek Warwick Toleman-Hart 0
 Brian Henton Arrows-Ford / Tyrrell-Ford 0
 Roberto Guerrero Ensign-Ford 0
 Mario Andretti Williams-Ford 0
 Teo Fabi Toleman-Hart 0
 Riccardo Paletti Osella-Ford 0

Konstrukteurswertung

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Pos. Konstrukteur Punkte
1  McLaren-Ford 29
2  Renault 22
3  Williams-Ford 20
4  Ferrari 16
5  Tyrrell-Ford 10
6  Lotus-Ford 9
7  ATS-Ford 4
8  Brabham-Ford 4
9  Ligier-Matra 4
Pos. Konstrukteur Punkte
10  Osella-Ford 3
11  Brabham-BMW 2
12  Fittipaldi-Ford 1
13  Arrows-Ford 0
14  March-Ford 0
15  Alfa Romeo 0
16  Theodore-Ford 0
 Toleman-Hart 0
 Ensign-Ford 0

Einzelnachweise

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  1. Kampf am Limit. Die Formel 1 Chronik 1950–2000, hrsg. v. Willy Knupp, RTL Buchedition: Zeitgeist Verlag: Düsseldorf/Gütersloh 2000, ISBN 3-89748-277-0, S. 231
  2. 1982 Grand Prix of Belgium qualifying results. Abgerufen am 2. Juli 2024.
  3. Latest Formula 1 Breaking News - Grandprix.com. Abgerufen am 7. August 2024.