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Großer Preis von Deutschland 1927

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Der Nürburgring in seiner befahrenen Version mit Nord- und Südschleife

Der II. Große Preis von Deutschland war ein Sportwagenrennen und fand am 17. Juli 1927 auf dem Nürburgring bestehend aus Nord- und Südschleife statt. Es führte über 18 Runden à 28,3 km, was einer Gesamtdistanz von 509,4 km entspricht.

Nach der Eröffnung mit dem ersten Eifelrennen am 18. Juni 1927 fand knapp einen Monat später das zweite bedeutende Rennen auf dem Nürburgring statt. Nach dem ersten Großen Preis von Deutschland, der 1926 auf der AVUS ausgetragen wurde, fand das Rennen ab 1927 auf dem Nürburgring eine dauerhafte Heimstatt. Mit der Ausschreibung des Rennens für Sportwagen erhofften sich die Veranstalter zum einen ein größeres Starterfeld, da in der Grand-Prix-Klasse insgesamt nur wenige Firmen engagiert waren, zum anderen verfügte auch insbesondere Daimler-Benz als führender Vertreter der deutschen Automobilindustrie im Motorsport über kein passendes Modell. Der Konzern war 1926 aus der Fusion der Daimler-Motoren-Gesellschaft mit Benz & Cie. entstanden und setzte nun vor allem auf die Entwicklung von Sportwagen.

Auf dem Nürburgring waren die Mercedes-Benz Typ S mit 7-Liter-Sechszylinder-Motor, obenliegender Nockenwelle mit Königswellenantrieb und Roots-Gebläse konkurrenzlos. Das Rennen gewann Otto Merz vor seinem Teamkollegen Christian Werner, die sich nach dem Ausfall des zu Beginn des Rennens führenden Rudolf Caracciola einen harten Zweikampf lieferten. Besonderen Respekt erfuhr sich Eliška Junková, besser bekannt als Elisabeth Junek, die mit ihrem Bugatti als Gesamtvierte ins Ziel kam.

Schlussklassement

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Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Fahrzeug Runden Zeit
1 S + 3.0 Daimler-Benz AG Otto Merz Mercedes-Benz S 18 4:59:35,6 h
2 S + 3.0 7 Daimler-Benz AG Christian Werner Mercedes-Benz S 18 + 3:19,6 min
3 S + 3.0 Daimler-Benz AG Willy Walb Mercedes-Benz S 18 + 11:13,4 min
4 S 3.0 21 Eliška Junková Eliška Junková Bugatti T 35 18 + 40:32,0 min
5 V Hugo Urban-Emmerich Hugo Urban-Emmerich Talbot 70 18 + 1:00:56,4 h
6 V Willi Cleer Willi Cleer Bugatti T 39 18 + 1:07:35,4 h
7 S + 3.0 Österreich Steyr-Werke A.G. Paul von Guilleaume Steyr 18
Disqualifiziert
8 S 3.0 Franz Baader Bugatti T 35 C 17
Ausgefallen
9 S 3.0 Georg Kimpel Georg Kimpel Mercedes-Benz S 17
10 V Hessische Automobil-AG Harry Stumpf-Lekisch HAG 10
11 S + 3.0 Daimler-Benz AG Adolf Rosenberger Mercedes-Benz S 9
12 S + 3.0 Österreich Max zu Schaumburg-Lippe Österreich Max zu Schaumburg-Lippe Mercedes-Benz S 6
13 V Heinrich Dörper Opel 6
14 V Daimler-Benz AG Rudolf Caracciola Mercedes-Benz S 5
15 S 3.0 Hans Simons OM 4
16 S 3.0 Eckart von Kalnein Bugatti T35B 4
17 S 3.0 Pierre Clause Bignan 2
18 V Paul Reich Pluto 1
19 S 3.0 Österreich Österreichische Daimler Motoren Gesellschaft Hans Stuck Austro-Daimler
20 V Henry de Joncy B.N.C.
21 S 3.0 15 Karl Kappler Karl Kappler Bugatti T 35 C

Nur in der Meldeliste

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Hier finden sich Teams, Fahrer und Fahrzeuge, die ursprünglich für das Rennen gemeldet waren, aber aus den unterschiedlichsten Gründen daran nicht teilnahmen.

Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Chassis
22 Peugeot André Boillot Peugeot
Klasse Fahrer Fahrzeug Platzierung im Gesamtklassement
S + 3.0 Otto Merz Mercedes-Benz S Gesamtsieg
S 3.0 Eliška Junková Bugatti T 35 Rang 4
V Hugo Urban-Emmerich Talbot 700 Rang 5
  • Gemeldet: 22
  • Gestartet: 21
  • Gewertet: 7
  • Rennklassen: 3
  • Zuschauer: unbekannt
  • Wetter am Renntag: unbekannt
  • Streckenlänge: 28,3 km
  • Fahrzeit des Siegerteams: 4:59:35,6 h
  • Gesamtrunden des Siegerteams: 18
  • Gesamtdistanz des Siegerteams: 509,4 km
  • Siegerschnitt: 102 km/h
  • Pole Position: keine
  • Schnellste Rennrunde: Christian Werner – Mercedes-Benz S (#7) – 15:51,6 min = 107,0 km/h
  • Rennserie: zählte zu keiner Rennserie