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Großer Preis von Italien 1994

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
 Großer Preis von Italien 1994
Renndaten
12. von 16 Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1994
Streckenprofil
Name: Pioneer 65º Gran Premio d’Italia
Datum: 11. September 1994
Ort: Monza
Kurs: Autodromo Nazionale di Monza
Länge: 307,4 km in 53 Runden à 5,8 km
Wetter: Sonnig
Pole-Position
Fahrer: Frankreich Jean Alesi Italien Ferrari
Zeit: 1:23.844 min
Schnellste Runde
Fahrer: Vereinigtes Konigreich Damon Hill Vereinigtes Konigreich Williams-Renault
Zeit: 1:25.930 min (Runde 24)
Podium
Erster: Vereinigtes Konigreich Damon Hill Vereinigtes Konigreich Williams-Renault
Zweiter: Osterreich Gerhard Berger Italien Ferrari
Dritter: Finnland Mika Häkkinen Vereinigtes Konigreich McLaren-Peugeot

Der Große Preis von Italien 1994 (offiziell Pioneer 65º Gran Premio d’Italia[1]) fand am 11. September auf dem Autodromo Nazionale di Monza in Monza statt und war das zwölfte Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1994.

Nach dem Großen Preis von Belgien führte Michael Schumacher in der Fahrerwertung mit 21 Punkten vor Damon Hill und mit 49 Punkten vor Gerhard Berger. In der Konstrukteurswertung führte Benetton-Ford mit 23 Punkten vor Williams-Renault und mit 33 Punkten vor Ferrari.

Eigentlich wurde das Rennen am 12. August 1994 abgesagt, nachdem sich die lokalen Behörden weigerten, 123 Bäume aus Sicherheitsgründen zu fällen.[2] Die besagten Bäume standen bei den Lesmo-Kurven, die keine geeigneten Auslaufzonen hatten. Nach der Ankündigung machte sich Gianni Letta, ein italienischer Sekretär des Ministerrats, auf nach Cannes, um den Präsidenten der FIA, Max Mosley zu treffen und mit ihm über das Problem zu diskutieren. Bei diesem Treffen, an welchem auch der Ferrarifahrer und Repräsentant der Fahrer Berger teilnahm, wurde sich darauf geeinigt, dass eine Anpassung der Form der Kurve die Geschwindigkeit reduziert.[3]

Vor dem Rennwochenende gab es drei Fahrerwechsel: Aufgrund der Vergehens beim Großen Preis von Großbritannien, bei der Schumacher die schwarze Flagge ignorierte, wurde er für zwei Rennen gesperrt. Diese Sperre betraf diesen Grand Prix und den folgenden Großen Preis von Portugal. Seinen Platz nahm der Finne JJ Lehto ein, der am Anfang der Saison noch sein Teamkollege war. Bei Larrousse wurde zudem Philippe Alliot durch seinen Landsmann Yannick Dalmas ersetzt. Bei Lotus kehrte Alessandro Zanardi für Philippe Adams ins Cockpit zurück.

Mit Hill und Berger (jeweils einmal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Es gab zwei Qualifikationstrainings, jeweils eines am Freitag und eins am Samstag. Der Großteil der Fahrer fuhr am Samstag seine Bestzeit. Die Pole-Position sicherte sich dabei Jean Alesi vor Berger und Hill. Beide Pacific-Ilmor scheiterten erneut an der Qualifikation.

Die beiden Ferrari und Hill hatten einen guten Start, sodass sie nebeneinander auf Kurve 1 zusteuerten. Eddie Irvine traf in der Kurve den Lotus von Johnny Herbert. Herbert wurde gedreht und verhakte sich in den hinteren rechten Teil von David Coulthards Fahrzeug, was die Strecke blockierte und zur Unterbrechung des Rennens führte.

Coulthard fuhr mit Hills Ersatzfahrzeug weiter und Herbert opferte seine Startposition um in sein Ersatzfahrzeug zu kommen. Auch der zweite Start war den beiden Ferrari gelungen, doch in der Curva Grande verhedderten sich Jos Verstappens und Alessandro Zanardis Fahrzeuge, was dafür sorgte, dass Gianni Morbidelli in eine Wand glitt.

Alesi baute seinen Vorsprung auf seinen Teamkollegen Berger aus, bis sich Probleme mit seinem Getriebe zeigten. Berger übernahm die Führung, blieb aber in der Boxengasse hinter Olivier Panis stecken, weshalb die beiden Williams die Führung übernehmen konnten. In Runde 30 versagte das Getriebe von Michele Alboreto, was Öl auf die Strecke brachte. Durch das Öl wurden Pierluigi Martini in Runde 32 und Mark Blundell in Runde 40 gedreht. Diese Ausscheidungen brachten Ukyō Katayama auf den fünften Platz, bis der sich sechs Runden später ebenfalls drehte und kollidierte. David Brabham wurde zum letzten ausgeschiedenen Fahrer, nachdem er eine Reifenpanne erlitt, was sein Fahrzeug beschädigte.

Die beiden Williams führten das Rennen weiter an, bis Coulthard in der letzten Kurve keinen Treibstoff mehr übrig hatte. Dies führte zu Bergers zweitem, Häkkinens drittem, Barrichellos viertem und Brundles fünftem Platz. Coulthard hielt den sechsten Platz, weil alle anderen Fahrzeuge eine Runde zurücklagen.

Durch den Sieg war es Hill möglich, sich Schumacher auf elf Punkte anzunähern.

Zu diesem Rennen brachte Lotus einen verbesserten Mugen-Motor mit, der Herbert im Qualifying mit dem vierten Platz sein bestes Saisonergebnis brachte. Die Hoffnung auf Punkte wurde aber durch eine Kollision mit Irvines Jordan in der ersten Kurve beendet. Am Tag nach dem Rennen meldete das Team Lotus Konkurs an, nahm aber trotzdem noch an den verbleibenden Rennen der Saison teil.

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
 Rothmans Williams Renault 0  Damon Hill Williams FW16 Renault 3.5 V10 G
2  David Coulthard
 Tyrrell 3  Ukyō Katayama Tyrrell 022 Yamaha 3.5 V10 G
4  Mark Blundell
 Mild Seven Benetton Ford 5  JJ Lehto Benetton B194 Ford Zetec-R 3.5 V8 G
6  Jos Verstappen
 Marlboro McLaren Peugeot 7  Mika Häkkinen McLaren MP4/9 Peugeot 3.5 V10 G
8  Martin Brundle
 Footwork Ford 9  Christian Fittipaldi Footwork FA15 Ford HB 3.5 V8 G
10  Gianni Morbidelli
 Team Lotus 11  Alessandro Zanardi Lotus 107C Mugen-Honda 3.5 V10 G
12  Johnny Herbert
 Sasol Jordan 14  Rubens Barrichello Jordan 194 Hart 3.5 V10 G
15  Eddie Irvine
 Tourtel Larrousse F1 19  Yannick Dalmas Larrousse LH94 Ford HB 3.5 V8 G
20  Érik Comas
 Minardi Scuderia Italia 23  Pierluigi Martini Minardi M193B Ford HB 3.5 V8 G
24  Michele Alboreto
 Ligier Gitanes Blondes 25  Éric Bernard Ligier JS39B Renault 3.5 V10 G
26  Olivier Panis
 Scuderia Ferrari SpA 27  Jean Alesi Ferrari 412T1 Ferrari 3.5 V12 G
28  Gerhard Berger
 Broker Sauber Mercedes 29  Andrea de Cesaris Sauber C13 Mercedes-Benz 3.5 V10 G
30  Heinz-Harald Frentzen
 MTV Simtek Ford 31  David Brabham Simtek S941 Ford HB 3.5 V8 G
32  Jean-Marc Gounon
 Pacific Grand Prix Ltd 33  Paul Belmondo Pacific PR01 Ilmor 3.5 V10 G
34  Bertrand Gachot

Klassifikationen

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Pos. Fahrer Konstrukteur Q1 Q2 Start
1  Jean Alesi  Ferrari 1:24.620 1:23.844 1
2  Gerhard Berger  Ferrari 1:24.915 1:23.978 2
3  Damon Hill  Williams-Renault 1:24.734 1:24.158 3
4  Johnny Herbert  Lotus-Mugen-Honda 1:26.365 1:24.374 4
5  David Coulthard  Williams-Renault 1:24.869 1:24.502 5
6  Olivier Panis  Ligier-Renault 1:26.958 1:25.455 6
7  Mika Häkkinen  McLaren-Peugeot 1:26.004 1:25.528 7
8  Andrea de Cesaris  Sauber-Mercedes 1:27.188 1:25.540 8
9  Eddie Irvine[# 1]  Jordan-Hart Keine Zeit 1:25.568 9
10  Jos Verstappen  Benetton-Ford 1:27.361 1:25.618 10
11  Heinz-Harald Frentzen  Sauber-Mercedes 1:26.406 1:25.628 11
12  Éric Bernard  Ligier-Renault 1:27.387 1:25.718 12
13  Alessandro Zanardi  Lotus-Mugen-Honda 1:27.617 1:25.733 13
14  Ukyō Katayama  Tyrrell-Yamaha 1:26.525 1:25.889 14
15  Martin Brundle  McLaren-Peugeot 1:26.899 1:25.933 15
16  Rubens Barrichello  Jordan-Hart 1:27.034 1:25.946 16
17  Gianni Morbidelli  Footwork-Ford 1:27.939 1:26.002 17
18  Pierluigi Martini  Minardi-Ford 1:42.320 1:26.056 18
19  Christian Fittipaldi  Footwork-Ford 1:27.675 1:26.337 19
20  JJ Lehto  Benetton-Ford 1:27.611 1:26.384 20
21  Mark Blundell  Tyrrell-Yamaha 1:26.574 1:26.697 21
22  Michele Alboreto  Minardi-Ford 1:27.623 1:26.832 22
23  Yannick Dalmas  Larrousse-Ford 1:29.528 1:27.846 23
24  Érik Comas  Larrousse-Ford 1:30.530 1:27.894 24
25  Jean-Marc Gounon  Simtek-Ford 1:29.594 1:28.353 25
26  David Brabham  Simtek-Ford 1:30.691 1:28.619 26
DNQ  Bertrand Gachot  Pacific-Ilmor 1:31.549 1:31.387
DNQ  Paul Belmondo  Pacific-Ilmor 1:32.035 Keine Zeit

Anmerkungen

  1. Irvines Qualifikationszeiten vom Freitag wurden gelöscht, weil er 13 Runden abgeschlossen hatte, was die erlaubte Höchstanzahl um 1 Runde überstieg.
Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde
1  Damon Hill  Williams-Renault 53 1 1:18:02,754 3 1:25,930 (24.)
2  Gerhard Berger  Ferrari 53 1 + 4,930 2 1:26,541 (17.)
3  Mika Häkkinen  McLaren-Peugeot 53 1 + 25,640 7 1:27,432 (46.)
4  Rubens Barrichello  Jordan-Hart 53 1 + 50,634 16 1:27,449 (21.)
5  Martin Brundle  McLaren-Peugeot 53 1 + 1:25,575 15 1:28,185 (49.)
6  David Coulthard  Williams-Renault 52 1 DNF 5 1:26,607 (23.)
7  Éric Bernard  Ligier-Renault 52 1 + 1 Runde 12 1:27,488 (9.)
8  Érik Comas  Larrousse-Ford 52 1 + 1 Runde 24 1:28,571 (24.)
9  JJ Lehto  Benetton-Ford 52 3 + 1 Runde 20 1:28,072 (13.)
10  Olivier Panis  Ligier-Renault 51 3 + 2 Runden 6 1:26,630 (47.)
 David Brabham  Simtek-Ford 46 1 DNF 26 1:30,036 (12.)
 Ukyō Katayama  Tyrrell-Yamaha 44 2 DNF 14 1:26,702 (31.)
 Christian Fittipaldi  Footwork-Ford 43 1 DNF 19 1:28,133 (27.)
 Eddie Irvine  Jordan-Hart 41 1 DNF 9 1:28,312 (19.)
 Mark Blundell  Tyrrell-Yamaha 39 2 DNF 21 1:26,663 (36.)
 Pierluigi Martini  Minardi-Ford 30 1 DNF 18 1:28,473 (19.)
 Michele Alboreto  Minardi-Ford 28 1 DNF 22 1:28,956 (12.)
 Heinz-Harald Frentzen  Sauber-Mercedes 22 0 DNF 11 1:27,786 (18.)
 Andrea de Cesaris  Sauber-Mercedes 20 0 DNF 8 1:28,411 (20.)
 Jean-Marc Gounon  Simtek-Ford 20 0 DNF 25 1:30,479 (17.)
 Yannick Dalmas  Larrousse-Ford 18 0 DNF 23 1:29,485 (10.)
 Jean Alesi  Ferrari 14 0 DNF 1 1:26,279 (8.)
 Johnny Herbert  Lotus-Mugen-Honda 13 0 DNF 4 1:28,871 (9.)
 Jos Verstappen  Benetton-Ford 0 0 DNF 10
 Alessandro Zanardi  Lotus-Mugen-Honda 0 0 DNF 13
 Gianni Morbidelli  Footwork-Ford 0 0 DNF 17

WM-Stände nach dem Rennen

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Die ersten sechs Fahrer jedes Rennens bekamen 10, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
1  Michael Schumacher Benetton-Ford 76
2  Damon Hill Williams-Renault 65
3  Gerhard Berger Ferrari 33
4  Jean Alesi Ferrari 19
5  Mika Häkkinen McLaren-Peugeot 18
6  Rubens Barrichello Jordan-Hart 13
7  Martin Brundle McLaren-Peugeot 11
8  Jos Verstappen Benetton-Ford 8
9  Mark Blundell Tyrrell-Yamaha 8
10  David Coulthard Williams-Renault 8
11  Olivier Panis Ligier-Renault 7
12  Nicola Larini Ferrari 6
13  Christian Fittipaldi Footwork-Ford 6
14  Heinz-Harald Frentzen Sauber-Mercedes 5
15  Ukyō Katayama Tyrrell-Yamaha 5
16  Éric Bernard Ligier-Renault 4
17  Karl Wendlinger Sauber-Mercedes 4
18  Andrea de Cesaris Jordan-Hart / Sauber-Mercedes 4
19  Pierluigi Martini Minardi-Ford 4
20  Gianni Morbidelli Footwork-Ford 3
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
21  Érik Comas Larrousse-Ford 2
22  Michele Alboreto Minardi-Ford 1
23  Eddie Irvine Jordan-Hart 1
24  JJ Lehto Benetton-Ford 1
25  Johnny Herbert Lotus-Mugen-Honda 0
26  Olivier Beretta Larrousse-Ford 0
27  Pedro Lamy Lotus-Mugen-Honda 0
28  David Brabham Simtek-Ford 0
29  Alessandro Zanardi Lotus-Mugen-Honda 0
30  Jean-Marc Gounon Simtek-Ford 0
31  Roland Ratzenberger Simtek-Ford 0
 Bertrand Gachot Pacific-Ilmor 0
 Ayrton Senna Williams-Renault 0
 Paul Belmondo Pacific-Ilmor 0
 Aguri Suzuki Jordan-Hart 0
 Nigel Mansell Williams-Renault 0
 Philippe Alliot Larrousse-Ford / McLaren-Peugeot 0
 Philippe Adams Lotus-Mugen-Honda 0
 Yannick Dalmas Larrousse-Ford 0

Konstrukteurswertung

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Pos. Konstrukteur Punkte
1  Benetton-Ford 85
2  Williams-Renault 73
3  Ferrari 58
4  McLaren-Peugeot 29
5  Jordan-Hart 17
6  Tyrrell-Yamaha 13
7  Ligier-Renault 11
Pos. Konstrukteur Punkte
8  Sauber-Mercedes 10
9  Footwork-Ford 9
10  Minardi-Ford 5
11  Larrousse-Ford 2
12  Lotus-Mugen-Honda 0
13  Simtek-Ford 0
 Pacific-Ilmor 0

Einzelnachweise

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  1. Motor Racing Programme Covers: 1994. The Programme Covers Project, abgerufen am 12. November 2017.
  2. Italian Grand Prix called off In: The Gainesville Sun, 13. August 1994, S. 16 (englisch). 
  3. Motor Racing: Italian Grand Prix reinstated: Revised scheme temporarily solves safety problem at Monza In: The Independent, 15. August 1994. Abgerufen am 16. Dezember 2012 (englisch).