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Großer Preis von Italien 2002

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
 Großer Preis von Italien 2002
Renndaten
15. von 17 Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 2002
Streckenprofil
Name: Gran Premio Vodafone d’Italia 2002
Datum: 15. September 2002
Ort: Monza
Kurs: Autodromo Nazionale di Monza
Länge: 307,029 km in 53 Runden à 5,793 km
Zuschauer: ~ 90.000
Pole-Position
Fahrer: Kolumbien Juan Pablo Montoya Vereinigtes Konigreich Williams-BMW
Zeit: 1:20,264 min
Schnellste Runde
Fahrer: Brasilien Rubens Barrichello Italien Ferrari
Zeit: 1:23,297 min (Runde 36)
Podium
Erster: Brasilien Rubens Barrichello Italien Ferrari
Zweiter: Deutschland Michael Schumacher Italien Ferrari
Dritter: Vereinigtes Konigreich Eddie Irvine Vereinigtes Konigreich Jaguar-Cosworth

Der Große Preis von Italien 2002 (offiziell Gran Premio Vodafone d’Italia 2002) fand am 12. September auf dem Autodromo Nazionale di Monza in Monza statt und war das 15. Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 2002.

Nach dem Großen Preis von Frankreich stand Michael Schumacher bereits als Weltmeister fest. Nach dem Großen Preis von Belgien führte er in der Fahrerwertung uneinholbar mit 71 Punkten vor Rubens Barrichello und mit 78 Punkten vor Juan Pablo Montoya. In der Konstrukteurswertung stand Ferrari nach dem Großen Preis von Ungarn als Weltmeister fest. Sie führten vor dem Rennen mit 87 Punkten vor Williams-BMW und mit 116 Punkten vor McLaren-Mercedes.

Vor dem Rennwochenende gab es einen Fahrerwechsel: Anthony Davidson wurde bei Minardi durch Alex Yoong ersetzt, nachdem er an den beiden vorherigen Rennen gestartet war.

Nach dem Großen Preis von Belgien am 1. September führten alle Teams (außer Arrows) zwischen dem 3. und 6. September Tests zur Saisonmitte auf dem Autodromo Nazionale di Monza durch, um sich auf das bevorstehende Rennen auf der Rennstrecke vorzubereiten. Michael Schumacher war am ersten Tag Schnellster vor BAR-Testfahrer Davidson, der bei nassem Wetter mit zeitweiligen Trockenperioden ausgetragen wurde. Ralf Schumacher fuhr die schnellsten Zeiten am zweiten Tag, welcher auch unter Mischbedigungen stattfand. Der erste volle Tag mit trockenem Wetter fand am dritten Tag statt, an dem Pedro de la Rosa der schnellste Fahrer war. Barrichello war am letzten Testtag der schnellste Fahrer.

Aufgrund der Konfiguration des Autodromo Nazionale di Monza mit seiner hohen Durchschnittsgeschwindigkeit haben die Teams ihre Autos so eingestellt, dass sie möglichst wenig Abtrieb erzeugen. Ferrari führte einen neuen Motor mit Qualifikationsspezifikation ein, aber das Team installierte für das Rennen am Sonntag eine frühere Motorspezifikation. Williams und BAR führten überarbeitete Motorspezifikationen für das Qualifying ein, während Renault neue Frontflügel für das Rennen vorstellte.

Mit Michael Schumacher (dreimal), Montoya und David Coulthard (jeweils einmal) traten drei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Vor dem Rennen am Sonntag fanden vier Trainingssitzungen statt, jeweils zwei am Freitag und Samstag. Die Sitzungen am Freitagmorgen und -nachmittag dauerten jeweils eine Stunde; die dritte und vierte Sitzung am Samstagmorgen dauerte jeweils 45 Minuten.

Am Freitag konnte Michael Schumacher die schnellste Runde fahren. Sein Teamkollege Barrichello und Kimi Räikkönen folgten auf den Plätzen zwei und drei.[1]

Am Samstag war dann Montoya der Schnellste, dieses Mal vor Michael Schumacher. Dritter wurde Barrichello.[2]

Das Qualifying am Samstagnachmittag dauerte eine Stunde. Jeder Fahrer war auf zwölf Runden begrenzt, wobei die Startreihenfolge durch die schnellsten Runden der Fahrer bestimmt wurde. Während dieser Sitzung war die 107-Prozent-Regel in Kraft, die erforderte, dass jeder Fahrer eine Zeit innerhalb von 107 % der schnellsten Runde aufstellte, um sich für das Rennen zu qualifizieren.

Montoya übertraf die bisher schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit auf eine Runde in der Formel 1 (259,01 km/h (160,94 mph), aufgestellt von Keke Rosberg beim Großen Preis von Großbritannien 1985) und sicherte sich mit einer Zeit von 1:20,264 Minuten in seine siebte Pole-Position der Saison. Der Rekord blieb bis 2018 bestehen, bis Räikkönen eine schnellere Pole-Runde fuhr. Im August 2020 stellte Räikkönen den Rekord erneut ein. Montoya schlug Michael Schumacher um 0,257 Sekunden. Ralf Schumacher wurde Dritter vor Barrichello. Die Top Ten komplettierten Irvine, die beiden McLaren von Räikkönen und Coulthard, de la Rosa, Jacques Villeneuve und Mika Salo.[3]

Im Warm Up war Ralf Schumacher der Schnellste. Barrichello und Montoya folgten.[4]

Das Rennen startete um 14:00 Uhr Ortszeit. Die Wetterbedingungen in der Startaufstellung waren vor dem Rennen trocken und sonnig, die Streckentemperatur lag zwischen 33 und 34 °C. Ralf Schumacher wechselte vor dem Start auf das Ersatz-Auto, weil sein reguläres Auto ein Problem mit dem Kraftstoffdruck hatte. Am Start fuhr Montoya direkt nach rechts, um Michael Schumacher zu blockieren und ließ Teamkollege Ralf Schumacher neben ihm in die Rettifilo-Schikane. Montoya ließ sich zu weit nach außen tragen, um eine Kollision mit Ralf Schumacher zu verhindern, der über die Schikane fuhr und damit illegal in Führung ging. Williams kontaktierte den FIA-Rennleiter Charlie Whiting, der antwortete, dass Ralf Schumacher verpflichtet sei, die Führung an Montoya zurückzugeben. Allan McNish hatte den besten Start im Feld und rückte am Ende der ersten Runde vom 13. auf den siebten Platz vor, während Olivier Panis auf der gleichen Distanz vier Positionen gutmachte. Am Ende der ersten Runde lautete die Reihenfolge der Top-Ten-Fahrer Ralf Schumacher, Montoya, Barrichello, Michael Schumacher, Räikkönen, Irvine, McNish, Salo, Panis und Villeneuve.

Ralf Schumacher begann Montoya davonzuziehen. Weiter hinten im Feld überholte Villeneuve Nick Heidfeld und übernahm den zehnten Platz, während Jenson Button Felipe Massa überholte und auf den 13. Platz vorrückte. Yoong überholte seinen Teamkollegen Mark Webber für den 18. Platz. Ralf Schumacher fuhr eine neue schnellste Runde, eine 1:26,230 Minuten in Runde drei, welche aber später von Barrichello unterboten wurde. Villeneuve wurde in derselben Runde von Jarno Trulli überholt und Webber eroberte den 18. Platz von Yoong zurück. Williams erhielt eine Antwort der Rennleitung, um Ralf Schumacher zu befehlen, die erste Position an Montoya abzutreten, die am Ende der vierten Runde vom Senior Operations Engineer von Williams, Sam Michael, an Ralf Schumacher weitergeleitet wurde. Zum Platztausch kam es allerdings nicht mehr, da Ralf Schumacher anschließend mit einem Motortschaden zu Beginn der fünften Runde zum ersten Ausfall des Rennens wurde. Montoya erbte so vorübergehend die Führung, wurde jedoch vom Rauch so geblendet, was Barrichello ausnutze und vorbeizog. In Runde 15 kollidierten Massa und de la Rosa in der Ascari-Schikane. In Übereinstimmung mit dem neuen Reglement dieser Saison erhielt Massa als erster Fahrer eine Strafe von 10 Plätzen in der Startaufstellung, weil er eine Kollision verursacht hatte. Räikkönen schied zum fünften Mal in der Saison in der 30. Runde wegen eines Motorschadens aus.

Barrichello gewann schlussendlich das Rennen knapp vor Michael Schumacher. Der Drittplatzierte Irvine hatte bei der Zieleinfahrt fast eine Minute Rückstand. Ferrari konnte somit beim Heimrennen der Scuderia den nächsten Doppelsieg feiern. Für Irvine und auch für Jaguar sollte dies die letzte Podiumsplatzierung sein.

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
 Scuderia Ferrari Marlboro 1  Michael Schumacher Ferrari F2002 Ferrari 051 3.0 V10 B
2  Rubens Barrichello
 West McLaren Mercedes 3  David Coulthard McLaren MP4-17 Mercedes-Benz FO 110M 3.0 V10 M
4  Kimi Räikkönen
 BMW.WilliamsF1 Team 5  Ralf Schumacher Williams FW24 BMW P82 3.0 V10 M
6  Juan Pablo Montoya
 Sauber Petronas 7  Nick Heidfeld Sauber C21 Petronas 02A 3.0 V10 B
8  Felipe Massa
 DHL Jordan Honda 9  Giancarlo Fisichella Jordan EJ12 Honda RA 002E 3.0 V10 B
10  Takuma Satō
 Lucky Strike BAR Honda 11  Jacques Villeneuve BAR 004 Honda RA 002E 3.0 V10 B
12  Olivier Panis
 Mild Seven Renault F1 Team 14  Jarno Trulli Renault R202 Renault RS22 3.0 V10 M
15  Jenson Button
 Jaguar Racing 16  Eddie Irvine Jaguar R3 Ford Cosworth CR-3 3.0 V10 M
17  Pedro de la Rosa
 KL Minardi Asiatech 22  Alex Yoong Minardi PS02 Asiatech AT02 3.0 V10 M
23  Mark Webber
 Panasonic Toyota Racing 24  Mika Salo Toyota TF102 Toyota RVX-02 3.0 V10 M
25  Allan McNish
Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Start
1  Juan Pablo Montoya  Williams-BMW 1:20,264 1
2  Michael Schumacher  Ferrari 1:20,521 2
3  Ralf Schumacher  Williams-BMW 1:20,542 3
4  Rubens Barrichello  Ferrari 1:20,705 4
5  Eddie Irvine  Jaguar-Cosworth 1:21,606 5
6  Kimi Räikkönen[# 1]  McLaren-Mercedes 1:21,712 6
7  David Coulthard  McLaren-Mercedes 1:21,803 7
8  Pedro de la Rosa  Jaguar-Cosworth 1:21,960 8
9  Jacques Villeneuve  BAR-Honda 1:22,126 9
10  Mika Salo  Toyota 1:22,318 10
11  Jarno Trulli  Renault 1:22,383 11
12  Giancarlo Fisichella  Jordan-Honda 1:22,515 12
13  Allan McNish  Toyota 1:22,521 13
14  Felipe Massa  Sauber-Petronas 1:22,565 14
15  Nick Heidfeld  Sauber-Petronas 1:22,601 15
16  Olivier Panis  BAR-Honda 1:22,645 16
17  Jenson Button  Renault 1:22,714 17
18  Takuma Satō  Jordan-Honda 1:23,166 18
19  Mark Webber  Minardi-Asiatech 1:23,794 19
20  Alex Yoong  Minardi-Asiatech 1:25,111 20
107-Prozent-Zeit: 1:25,882 min (bezogen auf die Bestzeit von 1:20,264 min.)

Anmerkungen

  1. Räikkönen´s schnellste Zeit (1:21,163) wurde nach einer Kollision mit Takuma Satō annulliert, wodurch er vom fünften auf den sechsten Platz zurückfiel.
Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde
1  Rubens Barrichello  Ferrari 53 2 1:16:19,982 4 1:23,657 (15.)
2  Michael Schumacher  Ferrari 53 1 + 0,255 2 1:24,242 (25.)
3  Eddie Irvine  Jaguar-Cosworth 53 1 + 52,579 5 1:25,579 (48.)
4  Jarno Trulli  Renault 53 1 + 58,219 11 1:25,368 (48.)
5  Jenson Button  Renault 53 1 + 1:07,770 17 1:25,849 (49.)
6  Olivier Panis  BAR-Honda 53 2 + 1:08,491 16 1:25,335 (15.)
7  David Coulthard  McLaren-Mercedes 53 2 + 1:09,047 7 1:24,962 (52.)
8  Giancarlo Fisichella  Jordan-Honda 53 1 + 1:10,891 12 1:25,215 (53.)
9  Jacques Villeneuve  BAR-Honda 53 1 + 1:21,068 9 1:25,883 (46.)
10  Nick Heidfeld  Sauber-Petronas 53 2 + 1:22,046 15 1:25,867 (44.)
11  Mika Salo  Toyota 52 2 + 1 Runde 10 1:25,971 (45.)
12  Takuma Satō  Jordan-Honda 52 1 + 1 Runde 18 1:25,392 (52.)
13  Alex Yoong  Minardi-Asiatech 47 1 + 6 Runden 20 1:27,401 (42.)
 Juan Pablo Montoya  Williams-BMW 33 1 DNF 1 1:25,094 (25.)
 Kimi Räikkönen  McLaren-Mercedes 29 0 DNF 6 1:25,219 (29.)
 Mark Webber  Minardi-Asiatech 20 0 DNF 19 1:27,104 (19.)
 Felipe Massa  Sauber-Petronas 16 0 DNF 14 1:27,770 (12.)
 Pedro de la Rosa  Jaguar-Cosworth 15 0 DNF 8 1:27,600 (15.)
 Allan McNish  Toyota 12 1 DNF 13 1:27,230 (6.)
 Ralf Schumacher  Williams-BMW 4 0 DNF 3 1:25,717 (3.)

WM-Stände nach dem Rennen

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Die ersten sechs des Rennens bekamen 10, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
1  Michael Schumacher Ferrari 128
2  Rubens Barrichello Ferrari 61
3  Juan Pablo Montoya Williams-BMW 44
4  Ralf Schumacher Williams-BMW 42
5  David Coulthard McLaren-Mercedes 37
6  Kimi Räikkönen McLaren-Mercedes 20
7  Jenson Button Renault 13
8  Eddie Irvine Jaguar-Cosworth 8
9  Jarno Trulli Renault 7
10  Nick Heidfeld Sauber-Petronas 7
11  Giancarlo Fisichella Jordan-Honda 7
12  Felipe Massa Sauber-Petronas 4
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
13  Jacques Villeneuve BAR-Honda 3
14  Olivier Panis BAR-Honda 3
15  Mark Webber Minardi-Asiatech 2
16  Mika Salo Toyota 2
17  Heinz-Harald Frentzen Arrows-Cosworth 2
18  Allan McNish Toyota 0
19  Alex Yoong Minardi-Asiatech 0
20  Pedro de la Rosa Jaguar-Cosworth 0
21  Takuma Satō Jordan-Honda 0
22  Enrique Bernoldi Arrows-Cosworth 0
 Anthony Davidson Minardi-Asiatech 0

Konstrukteurswertung

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Pos. Konstrukteur Punkte
1  Ferrari 189
2  Williams-BMW 86
3  McLaren-Mercedes 57
4  Renault 20
5  Sauber-Petronas 11
6  Jaguar-Cosworth 8
Pos. Konstrukteur Punkte
7  Jordan-Honda 7
8  BAR-Honda 6
9  Minardi-Asiatech 2
10  Toyota 2
11  Arrows-Cosworth 2

Einzelnachweise

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  1. Großer Preis von Italien 2002 - 1. Freies Training - Formel-1-Datenbank. Abgerufen am 15. März 2023.
  2. Großer Preis von Italien 2002 - 2. Freies Training - Formel-1-Datenbank. Abgerufen am 15. März 2023.
  3. Großer Preis von Italien 2002 - Startaufstellung - Formel-1-Datenbank. Abgerufen am 15. März 2023.
  4. Großer Preis von Italien 2002 - Warm up - Formel-1-Datenbank. Abgerufen am 15. März 2023.