Zum Inhalt springen

Großer Preis von Südafrika 1968

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
 Großer Preis von Südafrika 1968
Renndaten
1. von 12 Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1968
Streckenprofil
Name: XIV Grand Prix of South Africa
Datum: 1. Januar 1968
Ort: Midrand
Kurs: Kyalami Grand Prix Circuit
Länge: 327,52 km in 80 Runden à 4,094 km
Wetter: heiß
Zuschauer: ~ 80.000
Pole-Position
Fahrer: Vereinigtes Konigreich Jim Clark Vereinigtes Konigreich Lotus
Zeit: 1:21,6 min
Schnellste Runde
Fahrer: Vereinigtes Konigreich Jim Clark Vereinigtes Konigreich Lotus
Zeit: 1:23,7 min (Runde 73)
Podium
Erster: Vereinigtes Konigreich Jim Clark Vereinigtes Konigreich Lotus
Zweiter: Vereinigtes Konigreich Graham Hill Vereinigtes Konigreich Lotus
Dritter: Osterreich Jochen Rindt Vereinigtes Konigreich Brabham

Der Große Preis von Südafrika 1968 (offiziell XIV Grand Prix of South Africa) fand am 1. Januar auf dem Kyalami Grand Prix Circuit in Midrand statt und war das erste Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1968.

Am Neujahrstag 1968 startete die neue Saison und das Team Lotus mit den beiden Fahrern des Vorjahres, Jim Clark und Graham Hill, galt von Beginn an als Favorit auf den Gewinn des Weltmeistertitels. Grund für diese Einschätzung der Fachwelt waren die Siege des Teams bei den letzten beiden Rennen der Saison 1967.

Der amtierende Weltmeister Denis Hulme hatte Brabham verlassen und war zu McLaren gewechselt. Jack Brabham engagierte daraufhin Jochen Rindt als zweiten Fahrer in seinem Team, das wegen des frühen Termins ebenso wie einige weitere Teams mit Vorjahrestechnik in die Saison startete.

Bei Ferrari behielt man Chris Amon und verpflichtete zudem Jacky Ickx als zweiten Stammfahrer. Andrea de Adamich bekam die Chance, zum Saisonbeginn als Gaststarter in einem dritten Werkswagen an den Start zu gehen. Honda verlängerte die Zusammenarbeit mit Werksfahrer John Surtees.

B.R.M. präsentierte ein neues Fahrzeug und setzte neben Vorjahrespilot Mike Spence den Mexikaner Pedro Rodríguez als Stammfahrer ein.

Jackie Stewart war von B.R.M. in das unter der Regie von Ken Tyrrell antretende Matra International-Team gewechselt, dass im Gegensatz zum französischen Matra-Werksteam, für das Jean-Pierre Beltoise als Stammfahrer an den Start ging, für die komplette Saison den Einsatz des Ford-Cosworth-Motors beabsichtigte.

Die Cooper Car Company musste nach dem Weggang der beiden Werksfahrer des Vorjahres zwei neuen Stammpiloten verpflichten. Man entschied sich für Ludovico Scarfiotti und Brian Redman. Die Privatteams von Rob Walker und Joakim Bonnier starteten ebenfalls jeweils mit einem Cooper in die Saison. Einziger Fahrer im Anglo American Racing-Team blieb Teamgründer Dan Gurney.

Zudem traten in Südafrika wie üblich einige Gaststarter in privat eingesetzten Fahrzeugen an, wodurch das Feld auf insgesamt 23 Teilnehmer aufgestockt wurde.

Mit Clark (zweimal), Rodríguez und Hill (jeweils einmal) traten drei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an. Clark und Hill gewannen dabei jeweils ihre Rennen als diese auf dem Prince George Circuit ausgetragen wurden.

Im Training bewahrheitete sich die Einschätzung der Fachwelt, indem Clark mit einer ganzen Sekunde Vorsprung vor seinem Teamkollegen Hill im als favorisiert eingestuften Lotus 49 die Pole-Position erreichte. Stewart komplettierte die aus drei Fahrzeugen bestehende erste Startreihe. Die zweite Reihe teilten sich die beiden Brabham-Werksfahrer Rindt und Brabham, während sich Surtees im Honda neben den beiden Ferrari von Amon und de Adamich für die dritte Reihe qualifizierte.[1]

Stewart ging nach einem gelungenen Start vor Clark in Führung, während Hill auf den siebten Rang hinter Rindt, Surtees, Brabham und Amon zurückfiel.

Bereits in der zweiten Runde ging Clark in Führung, während Brabham Surtees überholte und Hill an Amon und Surtees vorbei auf den fünften Rang gelangte. Weiter hinten im Feld schied Scarfiotti aus, als heißes Kühlwasser aus einem Leck austrat und bei ihm Verbrennungen ersten Grades hervorrief. Er wurde daraufhin ins Krankenhaus gebracht.

In der siebten Runde überholte Brabham Rindt und nahm somit kurzzeitig den dritten Rang ein, bevor er wegen eines Motorproblems zunächst zurückfiel und schließlich aufgeben musste. Der daraufhin wieder drittplatzierte Rindt hielt diese Platzierung, bis er in Runde 13 von Hill überholt wurde. Weitere 14 Runden später ging dieser schließlich an Stewart vorbei und nahm den zweiten Platz ein.

Nachdem Stewart in Runde 43 ausgefallen war, übernahm Rindt wieder den dritten Rang. An der Reihenfolge der ersten drei änderte sich daraufhin in der zweiten Hälfte des Rennens nichts mehr. Lotus feierte einen souveränen Doppelsieg.

Clark baute an diesem Wochenende noch mehrere zum damaligen Zeitpunkt bestehende Rekorde aus, zum Beispiel erreichte er seine 33. Pole-Position und seinen 25. GP-Sieg. Ohne dass es jemand ahnte, war dies sein letzter Grand Prix. Er starb noch vor dem nächsten WM-Lauf während eines Formel-2-Rennens auf dem Hockenheimring. Auch für Mike Spence war es der letzte Grand Prix. Er starb am 7. Mai 1968 bei einem Trainingsunfall in Indianapolis.[2]

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
 Bruce McLaren Motor Racing 1  Denis Hulme McLaren M5A BRM P142 3.0 V12 G
 Brabham Racing Organisation 2  Jack Brabham Brabham BT24 Repco 740 3.0 V8 G
3  Jochen Rindt
 Team Lotus 4  Jim Clark Lotus 49 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 F
5  Graham Hill
 Anglo American Racers 6  Dan Gurney Eagle T1G Weslake 58 3.0 V12 G
 Honda Racing 7  John Surtees Honda RA300 Honda RA273E 3.0 V12 F
 Scuderia Ferrari SpA SEFAC 8  Chris Amon Ferrari 312 (1967) Ferrari 242 3.0 V12 F
9  Jacky Ickx
10  Andrea de Adamich
 Owen Racing Organisation 11  Pedro Rodríguez BRM P126 BRM P142 3.0 V12 G
12  Mike Spence BRM P115 BRM P75 3.0 H16
 Cooper Car Company 14  Brian Redman Cooper T81B Maserati 10/F1 3.0 V12 F
15  Ludovico Scarfiotti Cooper T86
 Matra International (Tyrrell) 16  Jackie Stewart Matra MS9 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 D
26 Matra MS7[# 1]
Team Gunston 17  John Love Brabham BT20 Repco 620 3.0 V8 F
18  Sam Tingle LDS Mk3
 Rob Walker Racing 19  Joseph Siffert Cooper T81 Maserati 10/F1 3.0 V12 F
Schweden Joakim Bonnier Racing Team 20  Joakim Bonnier G
 Matra Sports 21  Jean-Pierre Beltoise Matra MS7 Ford Cosworth FVA 1.6 L4 D
Scuderia Scribante 22  Dave Charlton Brabham BT11 Repco 620 3.0 V8 F
Team Pretoria 23  Jackie Pretorius Climax FPF 2.8 L4 F
John Love 25  Basil van Rooyen Cooper T79 F

Anmerkungen

  1. Stewart fuhr den Matra MS7 mit der Startnummer 26 nur im Training.

Klassifikationen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Startaufstellung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start
1  Jim Clark  Lotus-Ford 1:21,6 180,618 km/h 1
2  Graham Hill  Lotus-Ford 1:22,6 178,431 km/h 2
3  Jackie Stewart  Matra-Ford 1:22,7 178,215 km/h 3
4  Jochen Rindt  Brabham-Repco 1:23,0 177,571 km/h 4
5  Jack Brabham  Brabham-Repco 1:23,2 177,144 km/h 5
6  John Surtees  Honda 1:23,5 176,508 km/h 6
7  Andrea de Adamich  Ferrari 1:23,6 176,297 km/h 7
8  Chris Amon  Ferrari 1:23,8 175,876 km/h 8
9  Denis Hulme  McLaren-B.R.M. 1:24,0 175,457 km/h 9
10  Pedro Rodríguez  B.R.M. 1:24,9 173,597 km/h 10
11  Jacky Ickx  Ferrari 1:24,9 173,597 km/h 11
12  Dan Gurney  Eagle-Weslake 1:25,6 172,178 km/h 12
13  Mike Spence  B.R.M. 1:25,9 171,576 km/h 13
14  Dave Charlton  Brabham-Repco 1:26,2 170,979 km/h 14
15  Ludovico Scarfiotti  Cooper-Maserati 1:26,3 170,781 km/h 15
16  Joseph Siffert  Cooper-Maserati 1:26,4 170,583 km/h 16
17  John Love  Brabham-Repco 1:27,0 169,407 km/h 17
18  Jean-Pierre Beltoise  Matra-Ford 1:27,2 169,018 km/h 18
19  Joakim Bonnier  Cooper-Maserati 1:27,3 168,825 km/h 19
20  Basil van Rooyen  Cooper-Climax 1:27,8 167,863 km/h 20
21  Brian Redman  Cooper-Maserati 1:28,0 167,482 km/h 21
22  Sam Tingle LDS-Repco 1:28,6 166,348 km/h 22
23  Jackie Pretorius  Brabham-Climax 1:29,0 165,600 km/h 23
Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde
1  Jim Clark  Lotus-Ford 80 0 1:53:56,6 1 1:23,7 (73.)
2  Graham Hill  Lotus-Ford 80 0 + 25,3 2
3  Jochen Rindt  Brabham-Repco 80 0 + 30,4 4
4  Chris Amon  Ferrari 78 1 + 2 Runden 8
5  Denis Hulme  McLaren-B.R.M. 78 0 + 2 Runden 9
6  Jean-Pierre Beltoise  Matra-Ford 77 0 + 3 Runden 18
7  Joseph Siffert  Cooper-Maserati 77 0 + 3 Runden 16
8  John Surtees  Honda 75 1 + 5 Runden 6
9  John Love  Brabham-Repco 75 0 + 5 Runden 17
 Jackie Pretorius  Brabham-Climax 71 0 NC 23
 Dan Gurney  Eagle-Weslake 58 0 DNF 12
 Jacky Ickx  Ferrari 51 0 DNF 11
 Joakim Bonnier  Cooper-Maserati 46 0 DNF 19
 Jackie Stewart  Matra-Ford 43 0 DNF 3
 Sam Tingle LDS-Repco 35 1 DNF 22
 Basil van Rooyen  Cooper-Climax 22 0 DNF 20
 Pedro Rodríguez  B.R.M. 20 0 DNF 10
 Jack Brabham  Brabham-Repco 17 1 DNF 5
 Andrea de Adamich  Ferrari 13 0 DNF 7
 Mike Spence  B.R.M. 8 0 DNF 13
 Brian Redman  Cooper-Maserati 4 0 DNF 21
 Dave Charlton  Brabham-Repco 3 0 DNF 14
 Ludovico Scarfiotti  Cooper-B.R.M. 2 0 DNF 15

WM-Stände nach dem Rennen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2, 1 Punkt(e). Die besten fünf Ergebnisse der ersten sechs und der zweiten sechs Rennen zählten zur Meisterschaft. In der Konstrukteurswertung zählten dabei nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams.

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
1  Jim Clark Lotus-Ford 9
2  Graham Hill Lotus-Ford 6
3  Jochen Rindt Brabham-Repco 4
4  Chris Amon Ferrari 3
5  Denis Hulme McLaren-B.R.M. 2
6  Jean-Pierre Beltoise Matra-Ford 1
7  Joseph Siffert Cooper-Maserati 0
8  John Surtees Honda 0
9  John Love Brabham-Repco 0
 Jackie Pretorius Brabham-Climax 0
 Dan Gurney Eagle-Weslake 0
 Jacky Ickx Ferrari 0
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
 Joakim Bonnier Cooper-Maserati 0
 Jackie Stewart Matra-Ford 0
 Sam Tingle LDS-Repco 0
 Basil van Rooyen Cooper-Climax 0
 Pedro Rodríguez B.R.M. 0
 Jack Brabham Brabham-Repco 0
 Andrea de Adamich Ferrari 0
 Mike Spence B.R.M. 0
 Brian Redman Cooper-Maserati 0
 Dave Charlton Brabham-Repco 0
 Ludovico Scarfiotti Cooper-Maserati 0

Konstrukteurswertung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Pos. Konstrukteur Punkte
1  Lotus-Ford 9
2  Brabham-Repco 4
3  Ferrari 3
4  McLaren-B.R.M. 2
5  Matra-Ford 1
6  Cooper-Maserati 0
Pos. Konstrukteur Punkte
7  Honda 0
 Brabham-Climax 0
 Eagle-Weslake 0
LDS-Repco 0
 Cooper-Climax 0
 B.R.M. 0

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. „Training“ (Memento vom 7. März 2008 im Internet Archive) (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 14. August 2011)
  2. Latest Formula 1 Breaking News - Grandprix.com. Abgerufen am 12. März 2024.