Großer Zschirnstein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Großer Zschirnstein
Zschirnsteine: Kleiner (links) und Großer Zschirnstein (rechts)

Zschirnsteine: Kleiner (links) und Großer Zschirnstein (rechts)

Höhe 560,3 m ü. NHN [1]
Lage nahe Kleingießhübel; Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Sachsen (Deutschland)
Gebirge Elbsandsteingebirge
Koordinaten 50° 51′ 18″ N, 14° 10′ 36″ OKoordinaten: 50° 51′ 18″ N, 14° 10′ 36″ O
Großer Zschirnstein (Sachsen)
Großer Zschirnstein
Typ Tafelberg
Gestein Sandstein mit Basaltdurchbruch
Besonderheiten höchster Berg im deutschen Teil des Elbsandsteingebirges

Der Große Zschirnstein in der Sächsischen Schweiz ist der höchste Berg im deutschen Teil des Elbsandsteingebirges. Er ist 560,3 m ü. NHN[1] hoch; anderen Angaben zufolge sind es 561,74 m.[2] Als südsüdöstlicher Teil der Zschirnsteine liegt er nahe Kleingießhübel und in der Flur von Reinhardtsdorf im sächsischen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Der Bergname scheint sich vom slawischen Wortstamm für schwarz abzuleiten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Große Zschirnstein erhebt sich im Südwesten vom deutschen Teil des Elbsandsteingebirges. Sein Gipfel liegt im 2,5 km südsüdöstlich von Kleingießhübel, 4,4 km südsüdwestlich von Reinhardtsdorf und 4 km südwestlich von Schöna; alle drei sind Gemeindeteile von Reinhardtsdorf-Schöna in Sachsen. Jenseits der 700 m südsüdöstlich des Gipfels verlaufenden tschechischen Grenze liegt 3,1 km entfernt Dolní Žleb, ein an der Elbe (Labe) liegender Ortsteil von Děčín in der Region Ústecký.

Südöstlich des Berges entspringt der ostnordostwärts auf der deutsch-tschechischen Staatsgrenze verlaufende Elbe-Zufluss Gelobtbach (Klopotský potok) und nordöstlich der nordostwärts zur Elbe fließende Mühlgrundbach. Südwestlich liegt die Quelle des Gliedenbächels, dessen Wasser durch den aus Tschechien kommenden und überwiegend nordwärts fließenden Krippenbach (Napajedla) auch die Elbe erreicht. Auf dem Westhang des Übergangsbereichs beider Zschirnsteine entspringt der Hertelsgrundbach, und auf dem Osthang liegt die oberste Quelle des Prölitzschbachs; beide sind Krippenbach-Zuflüsse.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Große Zschirnstein gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Sächsisch-Böhmisches Kreidesandsteingebiet (Nr. 43) zur nicht weiter untergliederten Haupteinheit Sächsische Schweiz (430).[3]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tafelberg des Großen Zschirnstein besteht aus Sandstein. Am Gipfelplateau befindet sich ein tertiärer Basaltdurchbruch, der in einem kleinen Steinbruch zur Schottergewinnung abgebaut wurde. Die auf dem höchsten Niveau des Tafelberges, infolge einer besonderen Form der Sandsteinverwitterung, entstandenen und zum Teil kreisrunden Felsvertiefungen heißen von alters her Rabenbad.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Großen Zschirnstein liegen Teile des Landschaftsschutzgebiets Sächsische Schweiz (CDDA-Nr. 11800; 1990 ausgewiesen; 287,44 km² groß), des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets Tafelberge und Felsreviere der linkselbischen Sächsischen Schweiz (FFH-Nr. 5050-303; 4,71 km²) und des Vogelschutzgebiets Linkselbische Fels- und Waldgebiete (VSG-Nr. 5050-452; 24,7161 km²).[1]

Triangulationssäule auf dem Großen Zschirnstein; im Hintergrund der Děčínský Sněžník (Hoher Schneeberg; Tschechien)

Nagelsche Säule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Südspitze, neben dem Aussichtspunkt, befand sich seit 1865 eine Nagelsche Säule. Sie erinnerte an August Nagel, den Leiter der Vermessung in Sachsen im 19. Jahrhundert. Die Vermessung erfolgte im Triangulationsverfahren. Die Säule ging um 1900 verloren. Im Mai 2011 erfolgte die Neuaufstellung einer Kopie.[4] Weitere Triangulationspunkte der Umgebung befanden sich unter anderem auf dem Raumberg, dem Lilienstein, dem Cottaer Spitzberg und dem Děčínský Sněžník (Hoher Schneeberg).

Flugzeugabsturz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Abend des 14. Februars 2010 stürzte ein Flugzeug vom Typ Cessna Citation 550 an der Südostflanke des Großen Zschirnsteins in den Steilhangbereich. Das Flugzeug gehörte zur tschechischen Fluggesellschaft Time Air, war von Prag nach Karlstad (Schweden) unterwegs und mit zwei Piloten besetzt, die den Absturz nicht überlebten. Nach Auswertung des Flugschreibers wurde als Absturzursache ein Kunstflugmanöver (Gesteuerte Rolle), für das das Flugzeug nicht zugelassen war, festgestellt.[5][6][7]

Wandern und Klettern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Südende des Großen Zschirnsteins befinden sich zwei Klettergipfel: Großer und Kleiner Zschirnsteinturm. Außerdem gibt es dort die Kletterroute Südwand (IV), die direkt am Gipfel endet. Diese Route weist eine der drei Kletterregel-Ausnahmen in der Klettergebiet Sächsische Schweiz auf, wonach Klettern an Massiven im Allgemeinen verboten ist.

Aussichtsmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Großen Zschirnstein kann man von Nordosten über Süden nach Nordwesten unter anderem folgende Berge, Felsen und Ortschaften sehen: Falkenstein, Schrammsteine, Tanečnice (Tanzplan), Großer Winterberg, Zirkelstein, Kottmar, Prebischtor, Mezní Louka (Rainwiese), Vlčí hora (Wolfsberg), Jedlová (Tannenberg), Pěnkavčí vrch (Finkenkoppe), Studenec (Kaltenberg), Zlatý vrch (Goldberg), Růžovský vrch (Rosenberg), Ještěd (Jeschken), Klíč (Kleis), Bezděz (Bösig), Buková hora (Zinkenstein) (mit markantem Fernsehturm), Lovoš (Lobosch), Kletečna (Kletschen), Milešovka (Milleschauer), Děčínský Sněžník (Hoher Schneeberg), Dresden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Berghöhe laut unbekannte / nicht recherchierte Quelle
  3. Naturregionen und Naturräume in Sachsen (Memento vom 20. März 2013 im Internet Archive), Karte aus umwelt.sachsen.de (PDF, 859 kB)
  4. Nagelsche Säule am Zschirnstein aufgestellt, Sächsische Zeitung (Ausgabe Pirna) vom 21./22. Mai 2011.
  5. Gedenkstätte erinnert an Flugzeugabsturz, vom 10. Juli 2010, abgerufen am 6. Oktober 2016, auf sz-online.de
  6. Sächsische Zeitung vom 17. Februar 2010
  7. Sächsische Zeitung vom 3. März 2010

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]