Großhartmannsdorf

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Großhartmannsdorf (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen fehlt
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Großhartmannsdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großhartmannsdorf hervorgehoben
50.79722222222213.319444444444509Koordinaten: 50° 48′ N, 13° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Mittelsachsen
Höhe: 509 m ü. NHN
Fläche: 32,23 km²
Einwohner: 2574 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 80 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09618
Vorwahl: 037329
Kfz-Kennzeichen: FG, BED, DL, FLÖ, HC, MW, RL
Gemeindeschlüssel: 14 5 22 200
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 106
09618 Großhartmannsdorf
Webpräsenz: www.grosshartmannsdorf.de
Bürgermeister: Werner Schubert (CDU)
Lage der Gemeinde Großhartmannsdorf im Landkreis Mittelsachsen
Altmittweida Augustusburg Bobritzsch-Hilbersdorf Leisnig Brand-Erbisdorf Burgstädt Claußnitz Döbeln Dorfchemnitz Eppendorf Erlau (Sachsen) Flöha Flöha Frankenberg/Sa. Oederan Frauenstein (Erzgebirge) Freiberg Geringswalde Großhartmannsdorf Großschirma Großweitzschen Hainichen Halsbrücke Hartha Hartmannsdorf (bei Chemnitz) Bobritzsch-Hilbersdorf Königsfeld (Sachsen) Königshain-Wiederau Kriebstein Leisnig Leubsdorf (Sachsen) Lichtenau (Sachsen) Lichtenberg/Erzgeb. Lunzenau Mittweida Mochau Mühlau (Sachsen) Mulda/Sa. Neuhausen/Erzgeb. Roßwein Niederwiesa Oberschöna Oederan Ostrau (Sachsen) Penig Rechenberg-Bienenmühle Reinsberg (Sachsen) Rochlitz Rossau (Sachsen) Roßwein Sayda Seelitz Striegistal Taura Waldheim Wechselburg Weißenborn/Erzgeb. Zettlitz Zschaitz-Ottewig SachsenKarte
Über dieses Bild

Großhartmannsdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Mittelsachsen im Freistaat Sachsen.

Geografie[Bearbeiten]

Das Waldhufendorf Großhartmannsdorf liegt an einem Zufluss zur Freiberger Mulde. Im Ort befinden sich drei Teiche der Revierwasserlaufanstalt: der Untere, Mittlere und Obere Großhartmannsdorfer Teich. Westlich um den Ort herum führt der Kohlbach-Kunstgraben, der den Oberen Teich indirekt mit dem Mittleren und Unteren verbindet und weiter bis Brand-Erbisdorf führt.

Südlich von Großhartmannsdorf befinden sich die Ortsteile Nieder-, Mittel- und Obersaida. Diese Waldhufendörfer liegen am Bachlauf des Saidenbaches. Auch in Obersaida befindet sich ein zum Kunstgrabensystem Freibergs gehörender Kunstteich.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Zu Großhartmannsdorf zählen folgende Ortsteile:

Großhartmannsdorf hat ca. 2700 Einwohner und gliedert sich in:

  • Zehntel
  • Lohsen
  • Helbigsdorfer Siedlung
  • Obermühle

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünglich gehörte Großhartmannsdorf als Exklave zum Besitz des Benediktinerklosters in Chemnitz. 1375 tauschte das Kloster Chemnitz seine Exklave Großhartmannsdorf mit den Herren von Waldenburg gegen die Herrschaft Rabenstein. Großhartmannsdorf kam als Exklave zur Herrschaft Wolkenstein.

Nach dem Aussterben der Waldenburger gelangte die Herrschaft Wolkenstein als Amt Wolkenstein im Jahr 1479 an den sächsischen Kurfürsten. 1548 kam die Exklave Großhartmannsdorf an das Kreisamt Freiberg. Seit 1696 gehörte das Rittergut und der Ort Großhartmannsdorf wieder zum Amt Wolkenstein. Großhartmannsdorf war durch das Gebiet seiner heutigen Ortsteile Obersaida, Mittelsaida und Niedersaida, welche zum Amt Lauterstein gehörten, vom Kerngebiet des Amts getrennt. 1843 kam der Ort wiederum an das Kreisamt Freiberg. Ab 1856 unterstand Großhartmannsdorf dem Gerichtsamt in Brand und ab 1875 der Verwaltung der Amtshauptmannschaft Freiberg. 1935 wurde Neuwaltersdorf eingemeindet.

Ab 1952 gehörte Großhartmannsdorf zum Kreis Brand-Erbisdorf und seit 1994 zum Landkreis Freiberg. 1993 wurden Obersaida und Mittelsaida eingemeindet. Niedersaida folgte 1994. Seit 2008 gehört der Ort zum Landkreis Mittelsachsen.

Einwohnerentwicklung ab 1982

Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand Januar 2007:

1982 bis 1988

  • 1982 − 3.407
  • 1983 − 3.376
  • 1984 − 3.310
  • 1985 − 3.294
  • 1986 − 3.243
  • 1987 − 3.224
  • 1988 − 3.200

1989 bis 1995

  • 1989 − 3.136
  • 1990 − 3.088
  • 1991 − 3.044
  • 1992 − 3.052
  • 1993 − 3.063
  • 1994 − 3.099
  • 1995 − 3.089

1996 bis 2002

  • 1996 − 3.071
  • 1997 − 3.041
  • 1998 − 3.012
  • 1999 − 2.998
  • 2000 − 2.987
  • 2001 − 2.954
  • 2002 − 2.952

2003 bis 2007

  • 2003 − 2.937
  • 2004 − 2.902
  • 2005 − 2.884
  • 2006 − 2.807
  • 2007 − 2.739
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Im 1998 gewählten Gemeinderat hat die CDU sechs, die FW vier, die Bürgerinitiative Kommunalabgaben drei, die AUW zwei und die PDS einen Sitz.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister wurde 1994 Werner Schubert (CDU) mit 52,2 % der Wählerstimmen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

In Großhartmannsdorf befindet sich das Mayoratsgut (Rittergut) von 1250, das sich ab 1730 im Besitz der Familie von Carlowitz befand. Unter Carl Adolph von Carlowitz wurde 1737/38 die Dorfkirche Großhartmannsdorf neu errichtet. Die neue Orgel der Kirche entstand 1741 durch den bekannten Orgelbauer Gottfried Silbermann.

Die Wehrgangkirche in Mittelsaida ist heute noch in ihrer ursprünglichen Form als Wehrkirche erhalten.

Der Untere Teich (auch Großer Teich) ist mit einer Fläche von 61 Hektar der größte Teich des Erzgebirges. Er wurde um 1500 zur Wasserversorgung der Freiberger Bergwerke angelegt und war später ein Teil der Revierwasserlaufanstalt Freiberg. Heute ist er Landschaftsschutzgebiet. Der mittlere Teich wird als Naturbad genutzt.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Auf dem Friedhof des Ortsteiles Mittelsaida befindet sich die Grabstätte für zwei sowjetische Kriegsgefangene, die während des Zweiten Weltkrieges Opfer von Zwangsarbeit wurden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Großhartmannsdorf selbst führt die Bundesstraße 101 (Silberstraße), während die anderen Ortsteile rechts und links neben dieser Hauptverkehrsroute liegen.

Von 1890 bis 1973 war Großhartmannsdorf Endpunkt der Nebenbahn Berthelsdorf (Erzgeb)–Großhartmannsdorf. Der nächste Bahnhof ist heute der Bahnhof Mulda (Sachs) an der Bahnstrecke Freiberg–Holzhau, etwa sieben Kilometer östlich von Großhartmannsdorf gelegen.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • August Moritz Hahn: Erinnerungsblatt für die Kirchfahrt Großhartmannsdorf an das 150-jährige Jubiläum der Einweihung der Kirche am 22. October 1888 von dem dermaligen Ortspfarrer. Freiberg 1888 (Digitalisat)
  • Otto Härtig: Chronik der Gemeinde Großhartmannsdorf mit seinen Ortsteilen Obersaida, Mittelsaida, Niedersaida. Gemeindeverwaltung Großhartmannsdorf, 2000
  • Richard Steche: Grosshartmannsdorf. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 3. Heft: Amtshauptmannschaft Freiberg. C. C. Meinhold, Dresden 1884, S. 97.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Großhartmannsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)