Großmeister (Ritterorden)

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Großmeister bzw. Hochmeister ist der Titel des höchsten Würdenträgers eines Ritterorden, der somit als Ordensmeister an der Spitze der Ordensgemeinschaft steht.

Der Großmeister eines geistlichen Ritterordens wird in der Regel vom Generalkapitel des Ordens gewählt. Aufgrund der Ordensregel verpflichten sich die Mitglieder in allen Belangen zu absolutem Gehorsam gegenüber ihrem Großmeister. Trotz seiner Vorrangstellung ist seine Macht durch das Ordenskapitel eingeschränkt. Er hat somit nicht die Möglichkeit, die Statuten eigenmächtig abzuändern, um seinen Einfluss zu stärken.

Von den geistlichen Ritterorden sind die weltlichen Hausorden zu unterscheiden, die von verschiedenen europäischen Königen als Auszeichnung bzw. zur Stärkung ihrer eigenen Hausmacht gestiftet wurden. Großmeister dieser Orden war in der Regel der König, der die Großmeisterwürde vererbte. Einige geistliche Ritterorden, die spanischen und portugiesischen Ritterorden nach Ende der Reconquista wurden im 15./16. Jahrhundert dem jeweiligen König unterstellt, der die Großmeisterwürde erhielt und fortan vererbte.

Bestehende Ritterorden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malteserorden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Großmeister des Malteserordens wird seit etwa 1100 vom Generalkapitel auf Lebenszeit gewählt, bis 2017 hatte der 79. Großmeister Fra′ Matthew Festing das Amt inne. Derzeit ist die Position vakant.

Deutschritterorden (Deutscher Orden)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursprünge des Deutschritterorden liegen in einem Feldhospital bremischer und lübischer Kaufleute während des Dritten Kreuzzuges um 1190 im Heiligen Land bei der Belagerung der Stadt Akkon. Um 1198 fand die Erhebung der Spitalgemeinschaft zum geistlichen Ritterorden statt. Der Hochmeister ist das höchste Amt im Deutschritterorden. Von 1530 bis 1929 hieß das Amt umgangssprachlich „Hoch- und Deutschmeister“. Letzter Hoch- und Deutschmeister war von 1894 bis 1923 der k.u.k. Feldmarschall Erzherzog Eugen von Österreich aus dem Haus Habsburg. Zum derzeitigen 65. Hochmeister des Ordens wurde am 25. August 2000 Bruno Platter gewählt; er empfing durch den Bischof von Bozen-Brixen Wilhelm Egger am 29. Oktober 2000 die Abtsbenediktion.

Orden vom Goldenen Vlies[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Orden vom Goldenen Vlies wurde am 10. Januar 1430 von Philipp dem Guten, Herzog von Burgund, den angesehensten Adligen seiner Länder gestiftet, nachdem er die Mitgliedschaft im Hosenbandorden abgelehnt hatte. Nach dem Aussterben der burgundischen Herzöge 1477 ging der Orden auf die spanische Linie der Habsburger über. Als im Jahr 1700 der letzte spanische König aus dem Hause Habsburg starb, teilte sich der Orden in zwei Linien auf. Sowohl der spanische, der Zweig der Bourbonen, als auch der österreichische Familienzweig der Habsburger existieren noch heute.

Zu den Großmeistern des Ordens siehe die entsprechende Übersicht im Zielartikel.

Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem wurde 1847 gegründet. Zunächst war er direkt dem Patriarchen von Jerusalem unterstellt. Einige Päpste haben sodann persönlich den Orden geleitet, ehe ab 1949 ein Kurienkardinal als Kardinal-Großmeister des Ordens etabliert wurde. Derzeitiger Großmeister des Ordens ist Edwin Frederick O’Brien.

Lazarus-Orden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtierender 49. Großmeister des Lazarus-Ordens ist Don Carlos Gereda y de Borbón, Marqués de Almazán. Der Protektor des Ordens ist seit 1841 das Oberhaupt der mit der römisch-katholischen Kirche unierten melkitischen griechisch-katholischen Kirche und höchster katholischer Würdenträger im Nahen und Mittleren Osten, der Patriarch von Antiochien und dem Ganzen Orient, von Alexandrien und von Jerusalem, zur Zeit Gregor III. Laham.

Erloschene Ritterorden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende heute erloschene Orden hatten einen Großmeister:

Geistliche Ritterorden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltliche Ritterorden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alain Demurger: Die Ritter des Herrn. Geschichte der geistlichen Ritterorden. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50282-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Großmeister – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen