Großpetersdorf

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Marktgemeinde
Großpetersdorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Großpetersdorf
Großpetersdorf (Österreich)
Großpetersdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberwart
Kfz-Kennzeichen: OW
Fläche: 31,32 km²
Koordinaten: 47° 14′ N, 16° 19′ OKoordinaten: 47° 14′ 19″ N, 16° 19′ 7″ O
Höhe: 311 m ü. A.
Einwohner: 3.531 (1. Jän. 2018)
Bevölkerungsdichte: 113 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7503
Gemeindekennziffer: 1 09 05
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktgemeinde Großpetersdorf
7503 Großpetersdorf
Website: www.grosspetersdorf.at
Politik
Bürgermeister: Wolfgang Tauss (SPÖ)
Gemeinderat: (2017)
(25 Mitglieder)
13
10
1
1
13 10 
Insgesamt 25 Sitze
Lage von Großpetersdorf im Bezirk Oberwart
Bad TatzmannsdorfBadersdorfBernsteinDeutsch Schützen-EisenbergGrafenschachenGroßpetersdorfHannersdorfJabingKemetenKohfidischLitzelsdorfLoipersdorf-KitzladenMariasdorfMarkt AllhauMarkt NeuhodisMischendorfNeustift an der LafnitzOberdorf im BurgenlandOberschützenOberwartPinkafeldRechnitzRiedlingsdorfRotenturm an der PinkaSchachendorfSchandorfStadtschlainingUnterkohlstättenUnterwartWeiden bei RechnitzWiesfleckWolfauBurgenlandLage der Gemeinde Großpetersdorf im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Ansicht Großpetersdorf.jpg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Großpetersdorf (kroatisch Veliki Petrštof, ungarisch Nagyszentmihály) ist eine Marktgemeinde im Bezirk Oberwart im Burgenland in Österreich. Der Anteil der Burgenlandungarn und der Burgenlandkroaten beträgt jeweils etwa 2,0 %.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet liegt im Südburgenland und erstreckt sich nördlich der Pinka über die Niederungen und Anhöhen des Zickenbach- und des Tauchenbachtales. Der Hauptort Großpetersdorf befindet sich am flachen Kamm dieser Anhöhe.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortschaften der Marktgemeinde Großpetersdorf
Deutscher
Ortsname
Ungarischer
Ortsname
Kroatischer
Ortsname
Romanischer
Ortsname
Fläche[1]
ha
Einwohner
(Stand 1. Jänner 2018[2])
Großpetersdorf Nagyszentmihály Veliki Petrštof Simeha 1769,71 2608
Kleinpetersdorf Kisszentmihály Mali Petrštof - 250,61 271
Kleinzicken Kisciklény Mali Cikljin - 141,53 113
Miedlingsdorf Mérem Milištrof - 415,48 209
Welgersdorf Velege Velegaj Velegaja 558,33 330

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste sichere Erwähnung des Ortes Großpetersdorf stammt aus einer Urkunde des ungarischen Königs Ladislaus IV. aus dem Jahre 1273. Aus dem Jahre 1539 stammt ein Urbar, in dem der Ort als „Pettersdorf“ erwähnt wird. Die Markterhebung muss nach Urkunden vor dem Jahr 1565 erfolgt sein. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts findet eine von den Grafen Batthyány durchgeführte Ansiedelung von Kroaten in „Kleinpetersdorf“ statt. Bei der in den Jahren 1782 bis 1785 erfolgten josephinischen Landaufnahme wurde die Gemeinde als „Markt Gros Petersdorf oder Nemet Sz. Mihaly“ benannt. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges setzte ein wirtschaftlicher Aufschwung ein.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Nagyszentmihály verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen.

Am 26. März 1921 wurde der inkognito reisende Kaiser Karl I. bei einem kurzen Aufenthalt in Großpetersdorf erkannt und von der Bevölkerung freudig begrüßt.[3] Karl war in Begleitung des Rotenturmer Grafen Thomas Erdődy auf dem Weg nach Szombathely, bei seinem letztendlich erfolglosen Bemühen, im Zuge des ersten Restaurationsversuches seine Königswürde in Ungarn wiederherzustellen.[4]

Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes). Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Großpetersdorf und seine Umgebung zum Kampfgebiet. 1971 wurde die Gemeinde Jabing infolge des In-Kraft-Tretens des Burgenländischen Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes[5] an Großpetersdorf angeschlossen. 1992 trennten sich Großpetersdorf und Jabing per Gemeinderatsbeschluss wieder. Marktgemeinde ist Großpetersdorf seit 2000 (durch LGBl.Nr. 18/2000).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2017
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,84
(+1,47)
39,14
(-0,43)
5,78
(+0,05)
4,23
(-1,10)

Rathaus Grosspetersdorf

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 25 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[6] 2012[7] 2007[8] 2002[9] 1997[9]
Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M.
SPÖ 1117 50,84 13 1129 49,37 13 1416 59,12 15 1353 58,04 15 1.389 60,29 16
ÖVP 860 39,14 10 905 39,57 10 979 40,88 10 978 41,96 10 771 33,46 8
FPÖ 127 5,78 1 131 5,73 1 nicht kandidiert nicht kandidiert 144 6,25 1
Grüne 93 4,23 1 122 5,33 1 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
Wahlberechtigte 3283 3289 3334 3267 3050
Wahlbeteiligung 73,99 % 75,31 % 77,77 % 80,93 % 83,90 %

Gemeindevorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Bürgermeister Wolfgang Tauss (SPÖ), dem ersten Vizebürgermeister Gregor Hafner (ÖVP) und dem zweiten Vizebürgermeister Klaus Huber (SPÖ) gehören weiters die geschäftsführenden Gemeinderäte Martina Farkas (SPÖ), Dietmar Kaiser (SPÖ), Hans Peter Werderitsch (ÖVP) und Stefan Zlatarits (ÖVP) dem Gemeindevorstand an.[10]

Thomas Gabriel (SPÖ) wurde zum Gemeindekassier und Johann Pimperl (SPÖ) wurde zum Umweltgemeinderat gewählt.[11]

Zu Ortsvorstehern wurden ernannt: Günther Kamper (SPÖ, für Kleinpetersdorf), Klaus Simon (SPÖ für Kleinzicken), Johann Simonovics (SPÖ, für Miedlingsdorf) und Gerhard Horvath (SPÖ, für Welgersdorf).[11]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Wolfgang Tauss (SPÖ). Nach dem altersbedingten Rücktritt von Bürgermeister Winfried Kasper (SPÖ), der 19 Jahre lang der Marktgemeinde vorstand, wurde Tauss in der Sitzung des Gemeinderats am 16. Jänner 2012 mit 14:11 Stimmen zu dessen Nachfolger gewählt.[12] Bei der Bürgermeisterdirektwahl am 7. Oktober 2012 wurde Tauss gegen drei Mitbewerber im ersten Wahlgang von 53,00 % der Wähler in seinem Amt bestätigt.[7] Bei der Wahl am 1. Oktober 2017 gewann Tauss im ersten Wahlgang mit 54,25 % gegen Gregor Hafner (ÖVP, 37,38 %), Günter Ranftl (Grüne, 4,90 %) und Harald Winter (FPÖ, 3,47 %).[6]

In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats am 18. Oktober 2017 wurde Gregor Hafner (ÖVP) zum ersten Vizebürgermeister und Klaus Huber (SPÖ) zum zweiten Vizebürgermeister gewählt.[10]

Ehemalige Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche Großpetersdorf
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Großpetersdorf

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pinkatalbahn: Momentan ist Großpetersdorf Endbahnhof. Bis Rechnitz gibt es Nostalgiezüge. In Planung bzw. Überlegung ist eine weitere Verlängerung der Strecke ins ungarische Szombathely (dt. Steinamanger).
  • Von 1920 bis ca. 1933 gab es eine schmalspurige Waldbahn nach Rumpersdorf, die hauptsächlich dem Holztransport diente.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Baliko (1876–1930), Holzarbeiter und Politiker, Bürgermeister von Großpetersdorf
  • Alfred Kranich (1930–1998), Landesbeamter und Politiker
  • Frederick Lowy (* 1933), kanadischer Psychiater, Präsident der Concordia University
  • Alois Striny (1888–1955), Kaufmann und Politiker
  • Hans Unger (1897–1981), Maurer und Politiker
  • Franz Wallner (1883–1956), Landwirt und Politiker
  • Alois Wessely (1895–1970), Politiker, Landeshauptmann-Stellvertreter des Burgenlands

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großpetersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde Großpetersdorf: Die Gemeinde in Zahlen (abgerufen am 11. Jänner 2011)
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2018 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2018), (CSV)
  3. Paul Szemere, Erich Czech: Habsburgs Weg von Wilhelm zu Briand. Vom Kurier der Sixtus-Briefe zum Königsputschisten. Die Memoiren des Grafen Tamas von Erdödy., Seite 229 bis 230, Zürich – Leipzig – Wien, Amalthea, 1931
  4. Aufenthalt von Kaiser Karl in Westungarn im März 1921, Webseite regiowiki.at, abgerufen am 22. Jänner
  5. Landesgesetzblatt für das Burgenland 44/1970: Gesetz vom 1. September 1970 über Gebietsänderungen von Gemeinden (Gemeindestrukturverbesserungsgesetz) (pdf-Dokument; abgerufen am 1. Jänner 2018)
  6. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Großpetersdorf 2017 (abgerufen am 6. Jänner 2018)
  7. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Großpetersdorf 2012 (abgerufen am 6. Jänner 2018)
  8. Land Burgenland: Wahlergebnis Großpetersdorf 2007 (abgerufen am 6. Jänner 2018)
  9. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Großpetersdorf 2002 (abgerufen am 6. Jänner 2018)
  10. a b Gemeinde Großpetersdorf: Informationsblatt der Marktgemeinde, Ausgabe 03/2017 (pdf-Dokument; abgerufen am 6. Jänner 2018)
  11. a b Gemeinde Großpetersdorf: Informationsblatt der Marktgemeinde, Ausgabe 04/2017 (pdf-Dokument; abgerufen am 6. Jänner 2018)
  12. Kurier vom 18. Jänner 2012: Großpetersdorf: Wolfgang Tauss neuer Ortschef (abgerufen am 6. Jänner 2018)