Großpold

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Apoldu de Sus
Großpold
Nagyapold
Großpold führt kein Wappen
Großpold (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: RumänienRumänien Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Sibiu
Gemeinde: Miercurea Sibiului
Koordinaten: 45° 51′ N, 23° 50′ OKoordinaten: 45° 50′ 55″ N, 23° 49′ 40″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 367 m
Einwohner: 1.455 (2002)
Postleitzahl: 557151
Telefonvorwahl: (+40) 02 69
Kfz-Kennzeichen: SB
Struktur und Verwaltung
Gemeindeart: Dorf

Großpold[1] (veraltet Apoldu Mare oder Polda Mare; rumänisch Apoldu de Sus, siebenbürgisch-sächsisch Grißpuln, landlerisch Großpoln, ungarisch Nagyapold) ist ein Ort im Kreis Sibiu in Siebenbürgen, Rumänien.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großpold (Gross-Pohlen) in der Josephinischen Landaufnahme von 1769 bis 1773.

Die Ortschaft liegt im Unterwald. Sie befindet sich an der Nationalstraße Drum național 1 – hier Teil der Europastraße 60 – zwischen Mühlbach und Hermannstadt im Westen des Kreises Sibiu und ist von Wein- und Obstgärten umgeben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1288 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Zweihundert Jahre später war Großpold die größte Siedlung auf dem Gebiet des Reußmarkter Stuhles, zu dem es bis ins 19. Jahrhundert politisch gehörte. In kirchlichen Belangen zählte Großpold zum Unterwälder Kapitel.

Im Lauf des 18. Jahrhunderts dezimierten die Kurutzenkriege und die Pest die Bevölkerung des Ortes, so dass viele Höfe unbewohnt blieben. So wie in Großau und Neppendorf wurden daher auch in Großpold aus dem Salzkammergut und Kärnten vertriebene, protestantische Landler angesiedelt, deren Mundart und Tracht sich neben jenen der Siebenbürger Sachsen bis in die Gegenwart erhalten haben.

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politisch-administrativ gehört Großpold heute zur Kleinstadt Miercurea Sibiului (Reußmarkt). Von überregionaler Bedeutung ist die deutsche Abteilung der Schule, die auch ein Internat betreibt.[2]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelische Kirche, im 19. Jahrhundert neu gebaut
  • Orthodoxe Kirche, im 18. Jahrhundert errichtet, mit Fresken und Hinterglasikonen
  • Bemerkenswerte Eisenbahnbrücke südlich der Ortschaft
  • Heimatmuseum Bei meinen Nachbarn in Großpold[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roland Girtler (Hrsg.): Die Letzten der Verbannten. Der Untergang der altösterreichischen Landler in Siebenbürgen/Rumänien. Böhlau, Wien u. a. 1997, ISBN 3-205-98679-2.
  • Roland Girtler: Die Landler in Rumänien, Lit-Verlag, Münster, Wien, Berlin 2013, ISBN 978-3-643-50558-3.
  • Marlene Petritsch: Großpold. Alltagsleben in einem siebenbürgisch-deutschen Dorf, Lit-Verlag, Wien 2017, ISBN 978-3-643-50782-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Apoldu de Sus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtlicher deutschsprachiger Name laut rumänischem Regierungsbeschluß 1415 vom 6. Dezember 2002 (Amtsblatt (Memento vom 5. September 2018 im Internet Archive))
  2. Bilder der Schule in Apoldu de Sus bei adevarul.ro
  3. Das Museum auf der Webseite des Betreibervereins, aufgerufen am 11. März 2016