Großraum-Verkehr Hannover

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Logo des GVH

Der Großraum-Verkehr Hannover (GVH) ist ein Tarif- und Verkehrsverbund für das Gebiet der Region Hannover. Er ist nach dem Hamburger Verkehrsverbund der zweitälteste Verkehrsverbund in Deutschland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Fahrgastzahlen im GVH seit 1996

Der GVH wurde am 4. März 1970 nach einer Protestaktion gegründet (Näheres siehe: Roter-Punkt-Aktion). Damals kam es nach einer Fahrpreiserhöhung um zehn Pfennig zu Demonstrationen, die dazu führten, dass vom 12. bis 19. Juni 1969 keine Straßenbahnen und Busse mehr fuhren. Erst als Stadt und Üstra Einheitsfahrpreise von 50 Pfennig pro Fahrt und die Kommunalisierung der Üstra (die zuvor mehrheitlich im Besitz der PreußenElektra war) versprachen, hörten Blockade und Demonstrationen auf. Die Üstra nahm am 20. Juni 1969 den Verkehr wieder auf. Der neue Einheitstarif des GVH trat am 16. März 1970 in Kraft.

Bei der Gründung gehörten zum GVH die Verkehrsunternehmen üstra, Deutsche Bundesbahn mit ihren Nahverkehrszügen und Bahnbussen, die Deutsche Bundespost mit ihren Postbussen, die Steinhuder Meer-Bahn und die Verkehrsbetriebe Bachstein aus Burgdorf. Ab 1974 wurden Bahnbusse und Postbusse in der privatrechtlichen Regional Verkehr Hannover GmbH zusammengefasst.

Von 2002 bis 2012 wurde der GVH als Gesellschaft bürgerlichen Rechts mit den Unternehmen üstra und RegioBus Hannover geführt. Ab dem 1. Januar 2013 nahm der GVH die Rechtsform einer GmbH an - zu diesem Zeitpunkt mit den beteiligten Unternehmen üstra, DB Regio, RegioBus, metronom und erixx sowie der Region Hannover, die 51 % der Anteile hält. Seit Dezember 2015 gehört auch die Westfalenbahn zum Verbund dazu.

Der Tarif des Großraum-Verkehrs Hannover umfasste zunächst den öffentlichen Personennahverkehr der Landeshauptstadt Hannover und der damaligen Landkreise Hannover, Burgdorf, Neustadt am Rübenberge und Springe - heute in der Gesamtheit die Region Hannover. Im Jahr 1974 wurden im Zuge der Gebietsreform die Grenzen des Tarifgebietes erweitert und der neuen Region angeglichen.

Das Tarifgebiet umfasst aber auch einige Linien außerhalb der heutigen Region Hannover, so die Stadtbahnlinie 1 und die Regionalzüge bis Sarstedt (Landkreis Hildesheim) sowie einige Buslinien, die in die Landkreise Celle, Peine, Hildesheim und Schaumburg hineinreichen.

Der Einheitstarif wurde später durch einen gestaffelten Zonentarif ersetzt. Anfänglich bestand dieser Tarif aus zwei Preisstufen und drei Tarifzonen. Preisstufe 1 galt für Fahrten innerhalb einer Tarifzone oder zur benachbarten Zone, so zum Beispiel von Tarifzone 1 in Zone 2 oder von 2 nach 3 mit einer Stunde Umsteigeberechtigung. Preisstufe 2 galt für Fahrten innerhalb aller drei Tarifzonen mit zwei Stunden Umsteigeberechtigung.

Verkehrsunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Nahverkehr in Hannover

Zum GVH gehören folgende Verkehrsunternehmen:

Die Region Hannover fungiert als Aufgabenträger für den öffentlichen Personennahverkehr.

Die Verkehrsunternehmen betreiben im Tarifgebiet zwölf Stadtbahnlinien (zuzüglich zweier Veranstaltungslinien), sieben S-Bahnlinien (zuzüglich einer Messelinie), acht Regionalbahnlinien und circa 150 Buslinien. Dabei werden über 1.900 Haltestellen bedient und pro Jahr etwa 190 Millionen Fahrgäste befördert.[1] In verkehrsschwachen Zeiten und Gebieten ergänzen Ruftaxis und Rufbusse das Angebot.

Tarife[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tarifgebiet ist in verschiedene Tarifzonen eingeteilt. Für Tickets (Fahrkarten mit einer Geltungsdauer bis zu einem Tag) gelten drei Zonen. Die Zone Hannover umfasst von wenigen Arrondierungen abgesehen die Stadt Hannover, die Zone Umland umschließt diese innerste Zone ringförmig, diese wiederum wird von der Zone Region umschlossen. Für Cards (Fahrkarten mit einer Geltungsdauer von mehr als einem Tag, also Wochen- und Monatskarten) ist die Zone Hannover noch einmal in zwei konzentrische Zonen unterteilt. Wer eine Tarifzonengrenze überfährt, muss eine Fahrkarte der nächsthöheren Preisstufe besitzen. Außerdem wird ein zonenunabhängiges Kurzstreckenticket angeboten. Es gilt für Fahrten bis drei (Stadtbahn) bzw. fünf Stationen (Bus), jedoch nicht in Schnellbussen der Linien 300, 500 und 700, S-Bahnen und anderen Regionalzügen.

Mittlerweile wurden bestimmte DB-Bahnhöfe umliegender Landkreise (Außenring – AR1 bis AR3) durch Regionaltarife (R1 bis R3) für Zeitkarten (Cards) in den GVH-Tarif eingebunden: im Landkreis Schaumburg, Landkreis Celle, Landkreis Peine, Landkreis Nienburg, Landkreis Hameln-Pyrmont, Landkreis Hildesheim und Landkreis Gifhorn sowie in den Gemeinden Schwarmstedt und Walsrode aus dem Landkreis Heidekreis (Stand Januar 2010). Die Regional-Cards gelten für sämtliche Busse und Bahnen innerhalb des GVH-Gebietes sowie von dort zu den DB-Bahnhöfen im Außenring, nicht jedoch für Busse im Außenring (d. h., innerhalb anderer Verkehrsverbünde). Dafür gibt es in einigen Landkreisen vergünstigte Anschlussfahrkarten.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Region Hannover will den GVH zum Mobilitätsverbund entwickeln. In: Üstra-Newsletter. Februar 2013, S. 1. (PDF-Datei, 1,49 MB)
  2. GVH Regionaltarif (Memento vom 16. Januar 2013 im Internet Archive)