Großriedenthal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Großriedenthal
Wappen Österreichkarte
Wappen von Großriedenthal
Großriedenthal (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Tulln
Kfz-Kennzeichen: TU
Fläche: 18,83 km²
Koordinaten: 48° 29′ N, 15° 52′ OKoordinaten: 48° 29′ 0″ N, 15° 52′ 0″ O
Höhe: 277 m ü. A.
Einwohner: 959 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 51 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 3470, 3471
Vorwahl: 02279
Gemeindekennziffer: 3 21 09
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Großriedenthal 23
3471 Großriedenthal
Website: www.grossriedenthal.at
Politik
Bürgermeister: Franz Schneider (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(15 Mitglieder)
10
5
10 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Großriedenthal im Bezirk Tulln
AbsdorfAtzenbruggFels am WagramGrafenwörthGroßriedenthalGroßweikersdorfJudenau-BaumgartenKirchberg am WagramKlosterneuburgKönigsbrunn am WagramKönigstettenLangenrohrMichelhausenMuckendorf-WipfingSieghartskirchenSitzenberg-ReidlingSt. Andrä-WördernTulbingTulln an der DonauWürmlaZeiselmauer-WolfpassingZwentendorf an der DonauLage der Gemeinde Großriedenthal im Bezirk Tulln (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
BW

Großriedenthal ist eine Gemeinde mit 959 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2022) im Weinviertel im Bezirk Tulln in Niederösterreich.

Blick vom Hausberg auf Großriedenthal.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großriedenthal liegt nördlich der Donau zwischen dem Südrand des Weinviertels und dem markanten Höhenzug des Wagram rund acht Straßenkilometer nördlich von Kirchberg am Wagram. Die Entwässerung erfolgt durch den Gießbach, der die Gemeinde von Nordwesten nach Südosten durchfließt. An seinem linken Ufer, dem sonnseitigen Anstieg, wird Wein angebaut. Der flache Süden ist Ackerfläche.

Die Fläche der Gemeinde umfasst 18,83 Quadratkilometer. Davon sind 66 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 23 Prozent Weingärten und 4 Prozent der Fläche sind bewaldet.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2022[2]):

  • Großriedenthal (458)
  • Neudegg (180)
  • Ottenthal (321)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Großriedenthal, Neudegg und Ottenthal.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg (HL) Ziersdorf (HL) Heldenberg (HL)
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Großweikersdorf
Fels am Wagram Kirchberg am Wagram

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname tauchte erstmals im Jahr 1110 in einer urkundlichen Erwähnung in Passau auf.[3] Riedenthal bedeutete einst eine gerodete Stelle im Tal, später das Tal der guten Weinriede.

Das Gut Riedenthal befand sich im Besitz der gleichnamigen Adelsfamilie, deren Burg sich wahrscheinlich auf dem im Norden der Gemeinde gelegenen Hausberg befand. Im Jahr 1285 wurde erstmals eine Holzburg auf dem Hausberg erwähnt. Auf diesem befinden sich heute noch Erdställe.

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Großriedenthal ein Arzt, ein Bäcker, ein Binder, ein Fleischer, ein Friseur, ein Gastwirt, drei Gemischtwarenhändler, ein Sattler, zwei Schmiede, ein Schneider, drei Schuster, zwei Tischler, ein Viktualienhändler, ein Wagner und zahlreiche Landwirte ansässig.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 984 Einwohner. 1991 hatte die Gemeinde 998 Einwohner, 1981 998 und im Jahr 1971 1.043 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kellergasse Reithergraben
Kellergasse Mühlgraben
  • Katholische Pfarrkirche Großriedenthal hl. Lorenz
  • Katholische Filialkirche Ottenthal hl. Ulrich
  • Museum der einfachen Dinge: In einem renaissancezeitlichen Ritteranwesen, das im 17. Jahrhundert zu einer Großbauernwirtschaft umgewandelt wurde, ist das „Museum der einfachen Dinge“ untergebracht. Ausgestellt sind Haus- und Arbeitsgeräte aus dem bäuerlichen Alltag früherer Zeiten sowie Kleidung und Möbel. Das Museum nimmt jährlich beim „Lössfrühling am Wagram“ sowie bei der „Langen Nacht der Museen“ teil.[5][6]
  • Hausberg: Der Hausberg ist ein etwa in den Jahren 1000 bis 1300 aufgeschütteter Kegelstumpf als Unterbau eines befestigten Hauses, das als Zufluchtstätte und Schutz gegen feindliche Überfälle diente. Der geschmeidige Löss eignete sich gut für die riesigen Erdarbeiten, für Berg, Graben und Wall. Dieses Haus besaß ein Brückentor beim Wächterhaus. Dahinter gab es einen breiten Formierungsraum für die Wehrknechte und ein festes Holzhaus mit einem Turm für den Ausguck und die Verteidigung. Vom Gipfel blickt man über die angrenzenden Orte und bei guter Sichtweite reicht die Sicht bis über die Donau zum Kraftwerk Dürnrohr.
  • Der Aubergfelsen, ein Naturdenkmal am Spielberg.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • USV Großriedenthal
  • Tennisverein Großriedenthal

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 23, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 148. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 473. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 49,18 Prozent.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großriedenthal befindet sich ein Kindergarten.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 2015 Franz Geier (ÖVP)
  • seit 2015 Franz Schneider (ÖVP)[14]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elfriede Burger, Friedrich Burger: Religiöse Kleindenkmäler der Großgemeinde Großriedenthal und die Heiligen in Legende und Historie. Heimatkundlicher Arbeitskreis für die Stadt und den Bezirk Tulln, Tulln 1996.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Großriedenthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Großriedenthal, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 12. November 2021.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2022 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2022) (ODS)
  3. Chronik. Gemeinde Großriedenthal, abgerufen am 12. November 2021.
  4. Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 266
  5. Johann Werfring: Muskelwaschmaschine im Bauern-Panoptikum. In: „Wiener Zeitung“ vom 26. Juni 2014, Beilage „ProgrammPunkte“, S. 7.
  6. Katalogseite im ORF-Booklet zur Langen Nacht der Museen 2013 (Memento vom 18. April 2016 im Internet Archive)
  7. Kindergärten in NÖ. NÖ Landesregierung, abgerufen am 8. November 2020.
  8. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Großriedenthal. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 30. Januar 2020.
  9. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Großriedenthal. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 30. Januar 2020.
  10. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Großriedenthal. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 30. Januar 2020.
  11. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Großriedenthal. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 30. Januar 2020.
  12. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Großriedenthal. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 30. Januar 2020.
  13. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Großriedenthal. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 30. Januar 2020.
  14. Bericht der Bürgermeisterwahl im Bezirksblatt meinbezirk.at, 19. Februar 2015.