Großwolder Kirche

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Reformierte Kirche in Großwolde

Die evangelisch-reformierte Großwolder Kirche im ostfriesischen Westoverledingen wurde um 1350 als spätromanische Saalkirche gebaut.

Geschichte und Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bauerndorf wurde im 12. Jahrhundert aufgrund des steigenden Grundwassers aus dem Hammrich auf die höher gelegene Geest verlegt. In diesem Zuge wurde auch die Vorgängerkirche aus Backsteinen abgetragen und am heutigen Standort neu errichtet.[1] An der Westseite ist ein gedrungener Glockenturm angebaut. Die heutigen rundbogigen Fenster wurden später eingebrochen. Nach der Reformation wechselte man zum reformierten Bekenntnis. Aus katholischer Zeit stammen noch die bei Renovierungsarbeiten 1969/70 freigelegten Nischen, die als Aufbewahrungsort für Vasa Sacra dienten, sowie ein Kreuz mit zwei Hirten- und Bischofstäben.[2] Im östlichen Bereich befindet sich ein Hagioskop in Nähe zum früheren Altarbereich, das den Leprakranken im Mittelalter den Blick auf die heilige Eucharistiefeier gewährte.[3][4] Eine 1744 gegossene Glocke stammt aus der nicht mehr ehemaligen reformierten Neustädtischen Kirche in Gumbinnen, dem heute russischen Gussew (Nordostpreußen). Sie überlebte auf dem Hamburger Glockenfriedhof.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Janssen-Orgel (1884)

Eine leicht gewölbte Holzdecke schließt den Raum ab. Der Taufstein aus Bentheimer Sandstein aus dem frühen 13. Jahrhundert stammt offensichtlich aus dem Vorgängerbau. Das zylindrische Becken ist mit einem Fries aus Ranken und Tiergestalten versehen und ruht auf vier Löwenfüßen.[5] Die Orgel auf der geschwungenen Westempore wurde 1883/84 von Gerd Sieben Janssen als sein letztes Werk geschaffen und ist überwiegend original erhalten. Das Gestühl wurde 1969/70 erneuert und die Kanzel von der Ostwand in eine Ecke des Chors umgesetzt.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großwolder Kirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. 2010, S. 180.
  2. Genealogie-Forum: Großwolde, gesehen 17. Februar 2012.
  3. Segebade: Reformierte Kirchen an der Ems. 1999, S. 95.
  4. Ingeborg Nöldeke: Verborgene Schätze in ostfriesischen Dorfkirchen – Hagioskope, Lettner und Sarkophagdeckel – Unbeachtete Details aus dem Mittelalter. Isensee Verlag, Oldenburg 2014, ISBN 978-3-7308-1048-4, S. 142 ff.
  5. Segebade: Reformierte Kirchen an der Ems. 1999, S. 94.
  6. Homepage der Kirchengemeinde, gesehen 17. Februar 2012.

Koordinaten: 53° 8′ 36″ N, 7° 26′ 39″ O