Grone (Göttingen)

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Koordinaten: 51° 32′ 4″ N, 9° 54′ 2″ O

Grone
Höhe: 148–222 m ü. NN
Fläche: 8 km²
Einwohner: 11.704 (2015)
Bevölkerungsdichte: 1.463 Einwohner/km²
Eingemeindung: 4. Juli 1964
Postleitzahl: 37081
Vorwahl: 0551
Karte
Die Göttinger Stadtbezirke

Grone ist ein Stadtteil der Universitätsstadt Göttingen, der im Westen von Göttingen in der Ebene des Leinetals liegt, aus der sich stadtwärts zwischen Grone und der Leine der flache Egelsberg erhebt. Durch den Ort fließt der gleichnamige Fluss Grone, in den im Ortskern der Rehbach mündet. Westlich des besiedelten Bereichs durchschneidet die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Autobahn 7 das Ortsgebiet, bevor das Gelände westlich des Ortes zur Dransfelder Hochebene ansteigt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet des heutigen Grone ist seit der frühen Jungsteinzeit besiedelt, wie zahlreiche Fundstellen der bandkeramischen Kultur zeigen. Eine dieser Fundstellen wurde beim Bau eines Einkaufszentrums in den 1990er Jahren von der Göttinger Stadtarchäologie großflächig ausgegraben.[1] Vereinzelt finden sich auch eisenzeitliche Besiedlungsspuren. Im Zweiten Weltkrieg fielen am 1. Januar 1945 Bomben auf Grone, dabei wurde ein Haus im Lütjen Steinsweg zerstört, und fünf Menschen kamen ums Leben.[2] Nordöstlich von Grone befand sich die Kaiserpfalz Grona.

Ortsentwicklung seit der Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die St.-Petri-Kirche im Altdorf Grone
Wappen des Göttinger Stadtteils Grone
Der Bach Grone durchfließt den nördlichen Teil der Ortschaft

Bis zur Eingemeindung, die am 4. Juli 1964 in Kraft trat[3], war Grone ein eigenständiges Dorf. Durch das Wachstum der Stadt gingen die beiden Orte ineinander über; zusätzlich zum alten Ortskern gibt es inzwischen die Bereiche Grone-Nord und Grone-Süd. Die Kasseler Landstraße, die die A 7 mit dem Innenstadtbereich von Göttingen verbindet, trennt Grone-Süd von den anderen Teilen.

Im Norden beziehungsweise nördlich von Grone auf dem Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes gibt es ein großes Industriegebiet, welches durch den Zuzug industrieller Betriebe (zum Beispiel Lambda Physik, Sartorius AG, Nanofilm Technologie GmbH, Trinos) immer weiter anwächst. Mehrere Einkaufszentren locken Besucher aus Stadt und Landkreis an. Historische Betriebe wie die Saline Luisenhall, die letzte europäische Pfannensiederei, haben ihren Sitz in Grone.

Das Wohngebiet in Grone-Süd hatte sich seit der Erbauung zu einem sozialen Brennpunkt entwickelt und dadurch bei der Bevölkerung einen schlechten Ruf bekommen. Seit einigen Jahren soll dieser soziale Brennpunkt durch Eingliederungsprojekte entschärft werden. Nach und nach wird versucht, durch Projekte der EU, des Bundes, des Landes Niedersachsen, der Stadt Göttingen und des Ortsrates Grone eine Verbesserung der Situation zu erreichen.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der alten Form heißt der Name Grone „Gronaha“ (Grone = Grün, aha = Ache = Wasser). Es handelt sich um eine Übertragung auf den Ort und hat seinen Ursprung in dem grünen Pflanzenwuchs des Baches. Auf Plattdeutsch wurden die Groner auch die "Chreunschen" genannt, also die Grünen. Die Fußballmannschaften des FC Grone tragen noch heute grün-weiße Kleidung.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl in Grone[4]:

  • 1448: 239 Einwohner
  • 1600: 630 Einwohner
  • 1689: 566 Einwohner
  • 1742: 711 Einwohner
  • 1746: 783 Einwohner
  • 1821: 976 Einwohner
  • 1848: 1066 Einwohner
  • 1885: 1451 Einwohner
  • 1905: 2175 Einwohner
  • 1950: 4005 Einwohner

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jochen Reinhard: Die bandkeramische Siedlung Göttingen-Grone – Zum Stand der Aufarbeitung. In: Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen 2007/3, ISSN 0720-9835, S. 107–109 (Link).
  2. Martin Heinzelmann: Göttingen im Luftkrieg, S. 47f. Göttingen 2003
  3. Göttingen-Gesetz (PDF; 12 kB)
  4. Heinrich Hampe: Die Bevölkerungsentwicklung von Grone. In: Göttinger Jahrbuch. Band 1, 1952, ISSN 0072-4882, S. 25.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Danne: Die Geschichte des Dorfes Grone auf Grund seiner Straßen-, Flur- und Forstnamen. Schriftenreihe des Niedersächsischen Heimatbundes e. V. 17 (Oldenburg 1938).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Göttingen-Grone – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien