Großherzoglich Hessischer Verdienstorden

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Großkreuz mit Schwertern (2. Modell)
Stern der Komture (seit 1911)
Ordensband

Der Orden Philipps des Großmütigen wurde am 1. Mai 1840 durch Großherzog Ludwig II. von Hessen zur Erinnerung an den Ahnherren des Hauses Philipp I. an dessen Namenstag als allgemeiner Verdienstorden gestiftet. Der regierende Monarch war Großmeister und der Orden rangierte direkt hinter dem Ludwigsorden.

Ordensklassen[Bearbeiten]

Der Orden wurde zunächst in vier Klassen gestiftet

Im Laufe seines Bestehens erfolgten zahlreiche Statutenänderungen. 1849 Stiftung eines silbernen Kreuzes als V. Klasse und Einführung gekreuzter Schwerter durch die Kreuzwinkel in Gold bzw. Silber für das Kreuz. Das Ritterkreuz teilte sich ab 1859 in Ritter I. und II. Klasse. 1876 erfolgte eine Umbenennung des Ordens in Großherzoglich Hessischer Philipps-Orden. Als besonderer Gunstbeweis konnte der Orden durch das Hinzufügen einer goldenen Bügelkrone ab 1881 zur Verleihung kommen. Im Jahre 1893 wurde die Verleihung des Ordens mit Schwertern eingeschränkt und ausschließlich für hervorragende Leistungen im Verlaufe eines Krieges vergeben. Eine Verleihung an Zivilpersonen war jedoch möglich und ausdrücklich vorgesehen. 1900 folgte die Stiftung des Ehrenkreuzes, dass zwischen dem Komtur II. Klasse und dem Ritterkreuz I. Klasse angesiedelt war.

Eine letzte Änderung erfolgte im Jahre 1911, wobei das Steckkreuz der Komture goldene Strahlen in den Winkeln der Kreuzarme erhielt.

Insgesamt bestand der Orden bis zum Ende der Monarchie im Jahre 1918 aus sieben Klassen.

  • Großkreuz
  • Komtur I. und II. Klasse
  • Ehrenkreuz
  • Ritter I. und II. Klasse
  • Silbernes Kreuz

Ordensdekoration[Bearbeiten]

Das Ordenszeichen ist ein goldenes weiß emailliertes Templerkreuz mit einem aufliegenden hochovalen dunkelblau emaillierten Medaillon (1. Modell). Darin ist das farbige Bild des Landgrafen Philipps I. zu sehen. Er hält in der linken Hand einen vierfach verzierten Stock, mit der rechten umfasst er seinen Degen. Um das Medaillon verläuft ein weiß emaillierter Reif mit der Inschrift in goldenen Lettern SI DEUS NOBISCUM QUIS CONTRA NOS (Ist Gott mit uns, wer mag wider uns sein). Im Revers ein mehrfach quergestreifter und gekrönter hessischer Löwe, der in der rechten Pranke ein aufwärts gerichtetes Schwert trägt. Im Reif LUDOVICUS II MAGN. DUX HASSIAE INSTIT. (Ludwig II. Großherzog von Hessen hat errichtet).

Ab 1849 wurde statt des hochovalen Medaillons ein rundes verwendet und darin ist im Avers das nach links gewendete aufgelegte goldene Brustbild Philipps zu sehen. Gleiches galt ab diesem Zeitpunkt auch für den Bruststern.

Trageweise[Bearbeiten]

Das Großkreuz wurde an einer Schärpe von der linken Schulter zur rechten Hüfte, sowie mit einem achtstrahligen aus Silber gefertigten Bruststern getragen, der die Abbildung des Medaillons zeigt. Inhaber des Komtur I. und II. Klasse dekorierten die Auszeichnung als Halsorden, wobei die I. Klasse zusätzlich ein Steckkreuz trug. Das Ehrenkreuz ist im Reif golden, ansonsten aus Silber und ohne Emaille gefertigt. Das Ritterkreuz unterscheidet sich lediglich durch die Größe 40 x 40 zu 37 x 36,5 mm und wurde, wie das Silberne Kreuz, dass ganz ohne Emaille gefertigt war, am Band auf der linken Brustseite getragen.

Das Ordensband ist hochrot mit schmalen blauen Bordstreifen.

Sonstiges[Bearbeiten]

Den Inhabern war es erlaubt, das Ordenszeichen ihrem Wappen hinzuzufügen. Erhielt ein Mitglied eine höhere Klasse, so war die niedrigere zurückzugeben. Ebenso waren beim Tode des Beliehenen die Insignien an die Ordenskanzlei einzusenden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jörg Nimmergut: Deutsche Orden und Ehrenzeichen bis 1945. Band I: Anhalt-Hohenzollern. Zentralstelle für wissenschaftliche Ordenskunde. München 1997. ISBN 3-00-00-1396-2.