Grostenquin

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Grostenquin
Grostenquin (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle
Kanton Sarralbe
Gemeindeverband Saint-Avold Synergie
Koordinaten 48° 59′ N, 6° 44′ OKoordinaten: 48° 59′ N, 6° 44′ O
Höhe 226–306 m
Fläche 21,80 km²
Einwohner 647 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 30 Einw./km²
Postleitzahl 57660
INSEE-Code

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Grostenquin (deutsch Großtänchen, lothringisch Tänchen oder Grosstänsche) ist eine französische Gemeinde mit 647 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Die Einwohner werden Finschterstopper (Fensterstopfer) geneckt.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grostenquin liegt etwa 20 Kilometer südlich von Saint-Avold. Nachbargemeinden sind Lixing-lès-Saint-Avold (Lixingen), Laning (Lanningen), Frémestroff (Fremersdorf), Freybouse (Freibuss), Francaltroff (Freialtdorf), Virming (Wirmingen), Bermering (Bermeringen), Vallerange (Walleringen), Bérig-Vintrange (Berg-Wintringen) und Bistroff (Bischdorf).

Im Norden des Gemeindegebiets gibt es ein großes Militärgelände, das in den 1950er und 1960er Jahren ein Stützpunkt der Royal Canadian Air Force (RCAF) war.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Béning, Bertring, Hingsange, Linstroff.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde erstmals 787 als Tannae villa erwähnt. Dann Tannecha (1179), Tenchen (1255), Tannichen (1461), Tanchen (1469), Gros Tenchen (1573), Thannigen (1645), Grostenchen und Grosse-Tenquen (17. Jh.), Tenquin-Gros (1801).

Die Ortschaft liegt an der alten römischen Heerstraße, die durch den Bischwaldweiher nach Chémery und Metz zog. In dem Dorf Tannae villa hatten schon 787 St. Avold und das Kloster Busendorf Güter und Rechte, 1255 gehörte es zum Bistum Metz und der bischöflichen Kastellanei Hingsingen.[2]

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an Deutschland zurück, und das Dorf wurde dem Kreis Forbach im neu gebildeten Department Mosel, Bezirk Lothringen, im Reichsland Elsaß-Lothringen zugeordnet. Großtänchen war Kantonshauptort im Südwesten des Kreises. Die Dorfbewohner betrieben Getreide- und Weinbau sowie Viehzucht.[2]

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Das Departement Mosel blieb in seinen geographischen Ausmaßen erhalten, wurde jedoch in Département Moselle umbenannt. Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt und gehörte von 1940 bis 1944 zur Verwaltungszone CdZ-Gebiet Lothringen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 689 532 546 518 596 569 539 647
Quellen: Cassini und INSEE

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Großtänchen, Kreis Forbach, Elsaß-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Großtänchen (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 382 (books.google.de).
  • C. Stockert, Das Reichsland Elsaß-Lothringen. Geographischer Leitfaden für die Höheren Lehranstalten, Friedrich Bull, Straßburg 1873, S. 74 (books.google.de).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 135 (books.google.de).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 185 (books.google.de).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Grostenquin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Passé-Présent : La Moselle dévoilée N°3 (Septembre-Octobre 2011)
  2. a b Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 382 (books.google.de).